Wegmatt-Umzonung in Horw: Gemeinderat mit gutem Gespür

Stefan Dähler, stv. Leiter Ressort Stadt/Region über die Abstimmung in Horw.

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Stefan Dähler

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Lange sah es aus, als würde die Umzonung des Horwer Wegmatt-Areals zu einer unendlichen Geschichte. Seit 2010 war diese hängig und damit die Weiterentwicklung des zentral gelegenen Grundstücks blockiert. Bei der Eigentümerin, der Schappe AG, wuchs der Ärger – verständlicherweise. Sie fühlte sich als Spielball verschiedener Akteure mit wechselnden Interessen.

Noch im März war das Geschäft zum wiederholten Mal im Einwohnerrat gescheitert. Die Situation schien verzwickt. Dass die Umzonung am Sonntag nur wenige Monate danach vom Stimmvolk so deutlich gutgeheissen wurde, ist daher ein Erfolg für den Gemeinderat.

Bauvorsteher Thomas Zemp hat das Geschäft seit seinem Amtsantritt 2016 vorangetrieben, die richtigen Schlüsse aus der Einwohnerratssitzung im März gezogen und zuletzt ein gutes Gespür für die unterschiedlichen Befindlichkeiten an den Tag gelegt. Eine Fähigkeit, die die Horwer Exekutive in der Vergangenheit bei Bauangelegenheiten nicht immer ausgezeichnet hat – man denke etwa an den vergifteten Abstimmungskampf zum Bebauungsplan Winkel.

Im Fall Wegmatt blieb am Ende nur die SVP als Gegnerin der Umzonung übrig und stand auf verlorenem Posten. Aufgrund des deutlichen Resultats ihren Ruf nach mehr Gewerberäumen zu ignorieren, wäre aber falsch. Horw wird mit dem Wegzug von Edwards Lifesciences nächstes Jahr 250 Arbeitsplätze verlieren. Dies ist auch ein Warnzeichen.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch