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Im Hotel Birdland in Sempach wurden die Weichen neu gestellt

Im Hotel Birdland herrschen nun klare Verhältnisse. Einer der Verwaltungsräte ist aus der Betreibergesellschaft ausgeschieden. Diesem Entscheid vorangegangen war ein jahrelanger Knatsch.
Thomas Heer
Der Streit Birdland Hotel musste durch eine interne Verteigerung gelöst werden. (Bild: Manuela Jans (Sempach, 19. November 2016))

Der Streit Birdland Hotel musste durch eine interne Verteigerung gelöst werden. (Bild: Manuela Jans (Sempach, 19. November 2016))

Wenn Johann Peter Bachmann von der jüngsten Entwicklung rund ums Hotel Birdland in Sempach-Station erzählt, ist ihm die Erleichterung anzusehen. Denn er ist nun alleiniger Verwaltungsrat der Birdland Hotel AG. Und somit kann er die strategischen Entscheide in Bezug auf die operative Führung des Hotels in Zukunft alleine fällen.

Noch vor einigen Monaten hatten sich die beiden Gesellschafter gegenseitig derart blockiert, dass die Firma handlungsunfähig war. Das Bezirksgericht Willisau ordnete deshalb eine interne Versteigerung an. Ende November kam es in den Räumlichkeiten des Konkursamts Luzern West in Willisau deshalb zu einem äusserst seltenen Vorgang. Im Einladungsschreiben zum Termin heisst es: «Gestützt auf den Entscheid des Bezirksgerichtes Willisau vom 31. August 2018 und den Hinweis auf die darin enthaltenen Steigerungsbedingungen (...) lade ich Sie zur internen Steigerung auf Dienstag 27. November 2018, 11.00 Uhr vor.»

Also begab sich Bachmann an jenem Vormittag ins Luzerner Hinterland. Zugegen war an jenem Tag auch sein Kompagnon, der mit ihm zusammen bis zu diesem Datum im Verwaltungsrat der Birdland Hotel AG sass. Sowohl Bachmann als auch sein Geschäftspartner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, hielten bis zu jenem Tag je 50 Prozent am Aktienkapital.

Gemäss Bachmann war das Treffen von kurzer Dauer. Denn zu einer Steigerung im eigentlichen Sinn kam es nicht. Bachmanns erstes Angebot blieb auch das letzte. Für die 500 Namenaktien seines Geschäftspartners bezahlte er den symbolischen Betrag von 1000 Franken. Seit diesem Zeitpunkt ist er alleiniger Eigentümer des Birdland Hotels.

Das Hotel soll nicht verkauft werden

Die Situation rund um das Viersternehotel Birdland, das in diesem Jahr eine gute durchschnittliche Auslastung von knapp 61 Prozent erreichte, ist insofern speziell, als dass das Gebäude der T. & M. Immobilien AG mit Sitz in Sarnen gehört. Als einziger Verwaltungsrat fungiert in dieser Gesellschaft Bachmanns einstiger Geschäftspartner. Das heisst, dieser Mann war bis vor kurzem nicht nur massgeblich verantwortlich für den operativen Bereich des Unternehmens, sondern er kann auch darüber verfügen, was mit der Liegenschaft in Zukunft geschieht. Letzten Sommer war aus Kreisen von Immobilienkaufleuten zu vernehmen, dass das Haus zum Verkauf stehe. Der Ex-Kompagnon von Bachmann teilt diesbezüglich mit: «Die Liegenschaft wird nicht verkauft.»

Die Differenzen zwischen Bachmann und seinem Ex-Geschäftspartner gehen zurück auf das Jahr 2016. Zwischen März und Oktober sanierten damals die SBB den Bahnhof Sempach-Station. Damit verbunden waren grosse Lärmemissionen, denn das Hotel Birdland befindet sich direkt neben dem Bahnhof. Dies führte zu einem Gästeschwund und zu Mindereinnahmen allein im August von über 50 000 Franken im Vergleich zum Vorjahr. Von den bevorstehenden SBB-Arbeiten hatte Bachmann erst am 11. Februar 2016 erfahren. Dies im Gegensatz zu seinem Ex-Geschäftspartner, der als Verwaltungsrat der T. & M. Immobilien AG viel früher vom Vorhaben erfuhr. Dieser wehrt sich: «Ich habe darüber informiert.» Wann und ob diese Information mündlich oder schriftlich erfolgte, kann er nicht sagen. Bachmann entgegnet: «Das ist einfach nicht wahr. Er hat mich nie über das Bauvorhaben in Kenntnis gesetzt.»

Bachmann ergänzt: «Dieses bewusste Verschweigen führte zu verheerenden Umsatzausfällen. Das wird juristisch noch aufgearbeitet. Das Gesetz regelt diesen Sachverhalt sehr konsequent. Letztlich richtete sich dieses absichtliche und unternehmensgefährdende Verhalten auch gegen die wirtschaftlichen Interessen der Investoren, zu denen ich in hohem Mass gehört habe.»

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