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WEIHNACHTEN: Sie setzt auf Exklusivität

Kopfhörer und Kaschmirpullover sind als Geschenke Trumpf. Doch fernab der Massenprodukte gibt es neue Trends – gemacht in alter Handwerkskunst.
Christian Hodel
Handarbeit ist gefragt: Agnes Murmann (24) in ihrer kleinen Manufaktur in Kriens, wo sie Lederwaren wie Portemonnaies oder Uhrenbänder herstellt. (Bild Eveline Beerkircher)

Handarbeit ist gefragt: Agnes Murmann (24) in ihrer kleinen Manufaktur in Kriens, wo sie Lederwaren wie Portemonnaies oder Uhrenbänder herstellt. (Bild Eveline Beerkircher)

Was soll man zu Weihnachten schenken? Spielwaren zum Thema «Star Wars» seien dieses Jahr besonders beliebt, teilen grosse Warenhäuser auf Anfrage mit. Bei Coop schwingen zudem eine Tee-Maschine und Kleider aus Kaschmir oben auf, heisst es von der Medienstelle. Und bei Manor Luzern kaufen Kunden für diese Weihnachten besonders gerne drahtlose Soundboxen, Kopfhörer und LED-Kerzen mit Echtwachs.

Doch immer mehr Zentralschweizer wollen zu Weihnachten Exklusivität statt Massenprodukte verschenken. «Kleine Manufakturen sind im Trend», sagt Agnes Murmann (24) aus Kriens. Im Keller ihres Elternhauses hat sie vorübergehend ihr Atelier eingerichtet – verfertigt hier Leder zu Schlüsselanhängern, Portemonnaies, Uhrenbändern und Tabaketuis.

Schwierig, vom Handwerk zu leben

«Eisenbahn» nennt sich das Label. Während des Pendelns im Zug würde sie sich von neuen Designs inspirieren lassen, sagt Murmann über die Bedeutung des Namens ihrer Marke. Derzeit studiere sie an einer Tasche herum. Bis die ersten Damen oder Herren damit auf der Strasse rumlaufen, dauert es aber noch Monate. «Im Moment bin ich sowieso im Weihnachtsstress und habe keine Zeit, neue Ideen umzusetzen.»

Seit gut drei Jahren stellt Murmann auf Bestellung Lederwaren her, anfänglich nur für Kollegen. Inzwischen verbringt sie vier Tage die Woche in ihrem Atelier – einen Tag unterrichtet sie an einer Schule Zeichnen und Werken. «Wirklich von meiner Manufaktur leben, kann ich noch nicht», sagt Murmann. Es sei schwierig, in der Schweiz ein Handwerk auszuführen und die Produkte zu einem Preis zu verkaufen, der der Arbeit gerecht werde. «Dennoch will ich im Moment voll auf diese Karte setzen.»

Für ein Portemonnaie stehe sie zwischen einem halben und einem Tag im Atelier, sagt Murmann. Verkaufen könne sie es für 100 Franken. Ein Schlüsselbund kostet 40 Franken und ein aufs Handgelenk angepasstes Uhrenarmband 80 Franken. «Natürlich sind nicht alle Leute bereit, einen solchen Preis zu zahlen. Aber es werden immer mehr, die wissen wollen, woher ein Produkt kommt und die Arbeit auch wertschätzen.»

Nur wenige Gerbereien in Schweiz

Das Verarbeiten von Leder hat sich die studierte Primarlehrerin selbst beigebracht. Ein Praktikum bei einem Sattler und einem Schuhmacher sowie ein dreimonatiger Design-Kurs in London haben ihr geholfen, das Handwerk zu verfeinern. Es sei das Material, das sie fasziniere, sagt Murmann. Leder rieche, vergilbe und werde alt. «Leider gibt es in der Schweiz nur noch wenige Gerbereien. Und fast keine, die Leder auf natürliche Art, ganz ohne Chemie, gerben», sagt Murmann. Dabei mache gerade der natürliche Alterungsprozess das Leder zu etwas ganz Speziellem. «Das Material passt sich im Lauf der Zeit an», sagt Murmann. «Viele meiner Kunden schätzen das und werden fast ein bisschen nostalgisch.»

Westschweizer schenken Esswaren

Weniger Nostalgisches dafür Praktisches ist bei den Weihnachtskunden der Migros derzeit hoch im Kurs. Die Migros-Geschenkkarten- und Geschenkkörbe seien besonders beliebt für Geschenke, teilt die Medienstelle auf Anfrage mit. Und bei Globus schwingen etwa Parfüm oder Mützen, Pullover und Schals aus Kaschmir oben auf.

Doch kaufen Zentralschweizer andere Geschenke als etwa Basler oder Zürcher? Grosse Unterschiede zu den anderen Standorten in der Deutschschweiz könne man nicht ausmachen, heisst es bei den angefragten Warenhäusern. Jedoch würden sich Kunden der Romandie und der Deutschschweiz deutlich voneinander unterscheiden, schreibt Globus: «Da die Westschweizer eine sehr ausgeprägte Esskultur leben, ist die Nachfrage nach Delikatessen, wie etwa Kaviar, Lachs und Champagner deutlich höher.» In der Deutschschweiz würden die Kunden eher auf Winter-Accessoires – Taschen, Schals oder Mützen – setzen.

Christian Hodel

Hinweis

Mehr Informationen zu «Eisenbahn» finden Sie unter: www.facebook.com/eisenbahnleder oder unter: www.eisenbahn.lu

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