WEIHNACHTSMÄRKTE: Hier trinken Luzerner Promis ihren Glühwein am liebsten

Die Luzerner bringen sich mit dem alkoholhaltigen Heissgetränk in Weihnachtsstimmung. Das gilt auch für bekannte Persönlichkeiten. Doch wo es den besten Glühwein gibt – darüber scheiden sich die Geister.

Drucken
Teilen
Am Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz ist Glühwein ein beliebtes Getränk (Bild: Roger Grütter (Luzern, 13. Dezember 2016))

Am Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz ist Glühwein ein beliebtes Getränk (Bild: Roger Grütter (Luzern, 13. Dezember 2016))

Glühwein gehört zur Adventszeit wie die Christbäume und der Einkaufsstress. In den Wochen vor Weihnachten werden die Luzerner Glühweinstände zu beliebten Zwischenstopps und Treffpunkten. Gerade dann, wenn noch die letzten Geschenke organisiert werden müssen, gönnen sich viele eine Pause mit einer Tasse Glühwein.

Das Heissgetränk aus Wein, Wasser, Zucker, Orangen, Nelken und Zimtstangen scheint nie aus der Mode zu kommen. Das bestätigt Damian Sparakl vom Starfood-Glühweinstand am Franziskanerplatz: «Heuer läuft es gut, etwa so wie in den letzten Jahren.» Ab 16 Uhr ziehe es an, sagt er, «dann kommen die Leute». An den Wochenenden werde noch mehr Glühwein getrunken. Am meisten verkauft Sparakl den klassischen roten Glühwein. Dieser kostet dort 5 Franken.

Fertigmischungen sind ebenfalls beliebt

Bei der Glühwein-Hütte am Christkindlimarkt im Untergeschoss des Bahnhofs tönt es gleich: «Wir verkaufen ungefähr gleich viele Becher Glühwein wie in den vergangenen Jahren», sagt Verkäuferin Andrea Wälti. Am meisten Leute kämen nach Feierabend. Das Wetter spiele ebenfalls eine Rolle: «Wenn es schön ist, trinken viele ihren Glühwein draussen», sagt Wälti. Auch hier bestellen die meisten Personen den klassischen roten Glühwein. Im Bahnhof kostet dieser 5.50 Franken.

Nicht nur die Glühweinstände sind mit dem Absatz zufrieden. Auch die Schweizer Detailhändler verkaufen gemäss eigenen Angaben seit Anfang der Adventszeit rege ihre Glühweinmischungen. Man sei sehr zufrieden, wie es laufe, sagt Andrea Bergmann, Mediensprecherin von Coop, auf Anfrage. «Glühwein gehört in der Adventszeit zu den beliebtesten Getränken. Die Nachfrage nach Glühweinartikeln hat bei unseren Kundinnen und Kunden in den letzten Jahren stark zugenommen», so Bergmann. Hier sei ein Trend spürbar.

Auch Thomas Kaderli von Denner kann nicht klagen: «Wir führen nur ein Glühweinprodukt. Dieses kommt bei den Kunden gut an.» Einen klaren Trend kann er nicht bestätigen. Die Absatzzahlen der Fertigmischung seien aber stabil.

Ein Kochkessel über der Feuerschale

Während es viele Luzernerinnen und Luzerner in die Läden und an die Stände zieht, machen einige ihren Glühwein selber. Etwa Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen der Stadt Luzern: «Dazu hänge ich einen Kochkessel über die Feuerschalen in meinem Garten und geniesse das offene Feuer.» Nebst den gängigen Zutaten verwende er Feigen und Süssmost. «Beim Zucker spare ich jeweils, weil ich den Glühwein nicht zu süss mag.» Diesen trinke er nur im Winter: «Draussen muss es kalt sein – so stimmt die Atmosphäre.»

Das richtige Ambiente ist auch für Felix Howald, Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz, entscheidend: «Je wohler man sich fühlt, desto besser der Glühwein. Mein Favorit ist deshalb klar der Glühwein beim KKL-Eisfeld.» Howald braut aber auch gerne selber, «etwa für das Weihnachtsfest im Familienkreis». Sein Rezept: «Man nehme etwas Glüh und viel Wein! Im Ernst: Dies geschieht recht gefühlsmässig. Nicht zu teurer Wein, Orangensaft, Teebeutelchen, Zucker und noch etwas Gewürze wie Zimt.»

Der Glühwein beim KKL ist auch Franziska Bitzi Staub (CVP) in bester Erinnerung: «Den letzten feinen Glühwein hatte ich beim KKL-Eisfeld», sagt die designierte Luzerner Stadträtin. Auch sie mache selber Glühwein, allerdings nicht regelmässig.

Gekaufte Mischung mit Rotwein strecken

Wer zu Hause selber brauen will, dem rät Christian Nickel, Executive Küchenchef im Parkhotel Vitznau, folgende Zutaten zu verwenden: Rotwein, Portwein, Johannisbeersaft, etwas unbehandelte Orange, Zimt, Nelkenpfeffer und Nelken. «Dabei sollte man darauf achten, die Gewürze und die Orange nur kurz ziehen zu lassen, sonst wird der Geschmack zu intensiv und bitter», so der Experte. Wer einen gekauften Glühwein aufpolieren will, sollte ihn laut Nickel mit etwas Rotwein strecken und ihn nochmals mit Gewürzen versehen, da der gekaufte meist zu stark gesüsst ist. Er selber trinke gerne Glühwein, allerdings nur in den Monaten November und Dezember. «Den letzten hatte ich erst kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt in Einsiedeln.»

Die Luzerner Expertin für Gastronomie-Marketing, Simone Müller-Staubli, trinkt am liebsten selbst gemachten Glühwein – «nicht von mir persönlich, sondern von Leuten, die wissen, wie er gemacht wird». Sie selber komme in diesen Tagen sowieso nicht dazu, einen Topf aufzusetzen, weil sie dafür schlicht und einfach zu wenig oft zu Hause sei. «Für mich gehört Glühwein dazu, um in Weihnachtsstimmung zu kommen», sagt Müller-Staubli. Dazu müsse natürlich auch das «Gesamterlebnis» passen. «Der Wein muss heiss, und die Luft muss kalt sein.»

Den besten Glühwein gibt es ihrer Meinung nach auf der Terrasse des Seehotels Kastanienbaum. «Dort stehen seit kurzem Holzhüttli, und man hat eine
wunderschöne Seesicht», sagt die Gastro-Expertin.

Der etwas andere Glühwein

Premiumprodukt Glühwein stammt nicht nur aus der eigenen Produktion oder vom heimischen Weihnachtsmarkt: Es gibt auch solchen, der von weit herkommt. Der Luzerner Guido Schwyzer importiert etwa Premium-Glühwein aus Finnland – sogenannten Loimu. In der Landessprache bedeutet das so viel wie Feuer oder Glut. «Der Loimu hat einen Alkoholgehalt von 15 Volumenprozent. Deshalb gilt er eigentlich als Likör», sagt Schwyzer auf
Anfrage.

Erhältlich ist der Premium-Glühwein seit 2011 im Schweizer Fachhandel. Die Flasche à 7,5 Deziliter kostet zwischen 24.50 und 29 Franken. «Der Absatz entwickelt sich sehr positiv. Das freut uns», so der Importeur. Der Loimu wird auf Basis eines italienischen Cabernet Sauvignon hergestellt und mit Beeren, Wintergewürzen und Wodka versehen. (kük)

Livio Brandenberg, Kilian Küttel

Franziska Bitzi Staub, Luzerner Stadträtin CVP: «Den letzten feinen Glühwein, an den ich mich erinnern kann, hatte ich beim KKL-Eisfeld.» (Bild: Pius Amrein (LZ))

Franziska Bitzi Staub, Luzerner Stadträtin CVP: «Den letzten feinen Glühwein, an den ich mich erinnern kann, hatte ich beim KKL-Eisfeld.» (Bild: Pius Amrein (LZ))

Christian Nickel, Executive Küchenchef, Parkhotel Vitznau: «Man sollte darauf achten, die Gewürze und die Orange nicht zu lange ziehen zu lassen.» (Archivbild)

Christian Nickel, Executive Küchenchef, Parkhotel Vitznau: «Man sollte darauf achten, die Gewürze und die Orange nicht zu lange ziehen zu lassen.» (Archivbild)

Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen Stadt Luzern: «Den besten Glühwein gibt es am Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz und bei mir zu Hause.» (Bild: Pius Amrein (LZ))

Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen Stadt Luzern: «Den besten Glühwein gibt es am Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz und bei mir zu Hause.» (Bild: Pius Amrein (LZ))

Felix Howald, Direktor Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz: «Beim Glühwein ist es wie bei vielen Dingen: Es kommt auf das Ambiente an.» (Archivbild)

Felix Howald, Direktor Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz: «Beim Glühwein ist es wie bei vielen Dingen: Es kommt auf das Ambiente an.» (Archivbild)

Simone Müller-Staubli, Expertin für Marketing in der Gastronomie: «Man muss einem Glühwein anmerken, dass frische und qualitativ hochwertige Zutaten enthalten sind.» (Bild: Eveline Beerkircher / LZ)

Simone Müller-Staubli, Expertin für Marketing in der Gastronomie: «Man muss einem Glühwein anmerken, dass frische und qualitativ hochwertige Zutaten enthalten sind.» (Bild: Eveline Beerkircher / LZ)

Markus Babbel, Cheftrainer FCL: «Ich bin ein typischer Bayer und stehe auf Bier. Mit kaltem und warmem Wein kann ich weniger anfangen.» (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Markus Babbel, Cheftrainer FCL: «Ich bin ein typischer Bayer und stehe auf Bier. Mit kaltem und warmem Wein kann ich weniger anfangen.» (Bild: Urs Flüeler / Keystone)