Weihnachtsmärkte: Langsam könnte man mal über Glühwein nachdenken

Die Weihnachtsmärkte schiessen jetzt wieder förmlich aus dem Boden. Wir versuchen uns, den perfekten Marktstand vorzustellen.

Ismail Osman (Text) und Oliver Marx (Illustration)
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Böse Zungen behaupten ja ungeheuerliches: Weihnachtsmärkte existieren primär, um so lange Glühwein zu trinken, bis man Sachen aus Filz toll findet.

Klar, beides (Filzware und Glühwein) gehören zum authentischen Weihnachtsmarkt-Erlebnis. Aber noch vieles mehr darf nicht fehlen (sehr, sehr vieles mehr). In den nächsten Tagen geht es auch bereits los mit den Advents- und Weihnachtsmärkten. Von den grossangelegten Märkten in der Stadt Luzern über Klein- und Kleinstmärkte gibt es im Kanton Luzern schier endlos viele Stände zu entdecken.

Wie aber sähe der perfekte Weihnachtsmarktstand aus? Was würde dieser magische Stand alles feilbieten? Und wo gibt’s die Sachen «in Echt» zu finden? Wir haben acht Punkte rausgepickt. Treten sie ruhig näher – ist alles handgemacht.

Was: Puppen (für die Märlistube)

Wo: St. Urban, Klosterpark
Wann: Samstag, 23. November

Weihnachtsmärkte sind ein Ort, wo man andere Menschen trifft, gemeinsam etwas erlebt und vielleicht auch Gemeinsamkeiten erkennt (beispielsweise eine zeitlich streng begrenzte Toleranz für Glühwein). Um Begegnungen geht es auch beim Weihnachtsmarkt im Klosterpark St. Urban. Zu den Ausstellern gehören hier verschiedene Institutionen der Luzerner Psychiatrie. Darunter deren Tageswerkstatt oder das Wohnheim Sonnegarte für Menschen mit geistigen und mehrfachen Beeinträchtigungen. Ein kleines Highlight ist die Märlistube im Kloster – der perfekte Rahmen, um gemeinsam einem vorweihnächtlichen Märchen zu lauschen.
Mehr Infos: www.st-urban.ch

Was: Kunsthandwerk

Wo: Sempach, Schulhaus Felsenegg
Wann: 30. November und 1. Dezember

Kunsthandwerk ist, nebst dem Glühwein, der primäre «Raison d’être» von Weihnachtsmärkten. Ob geschnitzte Krippenfiguren, getöpferte Duftlämpchen, geflochtene Körbchen, gelismete Socken, gefilzte Kappen oder bemalte Christbaumkugeln: In den Auslagen der Stände gibt es immer etwas zu entdecken. Wer diesbezüglich was  Besonderes sucht, könnte am 1. Adventswochenende in der Aula Felsenegg fündig werden. Dort organisiert der Verein Aktuelles Sempach wiederum einen vorweihnächtlichen Kunsthandwerk-Bazar, bei dem das Schaffen lokaler Kunsthandwerker im Zentrum steht.
Mehr Infos: www.aktuelles-sempach.ch

Was: Adventskranz

Wo: Lozärner Weihnachtsmärt
Wann: 5. bis 22. Dezember

Was wäre die Adventszeit ohne einen Adventskranz auf dem Esstisch? Vielleicht um ein paar hektische Griffe zum Feuerlöscher ärmer, aber halt auch um die Adventstradition schlechthin. Ein guter Ort, um einen zu finden, wäre wohl der Lozärner Wiehnachtsmärt auf dem Franziskanerplatz. Immerhin leuchtet dort auf dem Franziskanerbrunnen der mit mehr als drei Metern Durchmesser und vier Meter hohen Kerzen wohl grösste Adventskranz der Zentralschweiz.
Mehr Infos: www.weihnachtsmarktluzern.com

Was: Essen (aus aller Welt)

Wo: Venite Luzern (Kapellplatz)
Wann: 12. bis 15. Dezember

Ob mit den Bürokollegen im Restaurant oder mit den Schwiegereltern bei der Oma: Weihnachten geht durch den Magen. Wer diesbezüglich über den nationalen Tellerrand blicken will, sollte einen Besuch beim internationalen Weihnachtsforum Venite auf dem Luzerner Kapellplatz einplanen. Spezialitäten aus fast 30 Nationen – von Argentinien und Brasilien über Norwegen, Russland und die Mongolei bis nach Kenia und noch weiter führt dieses kulinarische Weihnachtsmärchen.
Mehr Infos: www.venite.ch

Was: Radio (Wham!, Mariah Carey & Co.)

Wo: Christkindli Märt Willisau
Wann: 6. Bis 8. Dezember

Der Christkindli Märt gehört schon seit jeher zu den schönsten der Schweiz. Entsprechend Pilgern auch bis zu 20 000 Besucher ins Städtli. Der Märt ist aber nicht nur was fürs Auge: Zum zweiten Mal betreiben fünf Klassen der Sekundarschule das «Christmas Radio». Auf UKW 97.6 wird der temporäre Radiosender für weihnächtliche Klänge, Interviews und News rund um den Märt besorgt sein.
Mehr Infos: www.christkindlimärt-willisau.ch

Was: Ein Glühwein, swei Glühwein, rei Lühwei...

Wo: Überall.
Wann: Nicht ausserhalb der Adventszeit!

Hoch die Tassen – und rein mit dem gewürzten und erhitzen Rotwein. Beim Sommelier mag der blosse Gedanke an einen derart «entstellten» Wein zum Einsetzen der Totenstarre führen. Das Gros der Weihnachtsmarktbesucher freut sich jedoch ungebrochen über die wärmende Tasse Glühwein. Aber wo gibt’s den besten? Den glühendsten? Den zimtigsten? Den heimtückisch-hochprozentigsten?
Lassen Sie es uns wissen auf online@luzernerzeitung.ch

Was: Zimtsterne, Mailänderli & Co.

Wo: Vitznauer Weihnachtsmarkt
Wann: 23. und 24. November

Der Verein Vitznauer Frauen organisiert bereits zum siebten Mal einen Weihnachtsmarkt in der Seegemeinde. Nebst den obligaten Ständen wartet man unter anderem auch mit einem Kunsteisfeld auf. Das kleine, aber feine Highlight sind aber die selbstgemachten Guetzli des Vereins. Die Vitznauer Backkunst ist dabei noch das kleinere Argument. Der Verkauf der Guetzli kommt den Traumdoktoren der Stiftung Theodora zugute. Diese besuchen Kinder im Spital, um ihnen kleine Momente der Freude, Abwechslung und des Lachens zu schenken. Kein Wunder, schmecken diese Guetzli besonders süss.
Mehr Infos: www.vitznauer-frauen.jimdo.com

Was: Indianer-Fondue

Wo: Luthertaler Wiehnachtsmärt
Wann: 22. bis 24. November

Viel besinnlicher als hier geht’s nicht mehr. Am Fusse des Napfs im historischen Ortskern von Luthern kann es einem nur warm ums Herz werden. Wen es aber auch nach was Warmem im Bauch gelüstet – und wen tut dies bei den frischen Temperaturen nicht – dem sei der Stand der Napf-Chäsi empfohlen. Dieser wartet unter anderem mit einem «Indianer-Fondue» auf. Heisst: Feuerstelle, grosser Topf, extralange Gabeln, noch zu definierende Strafen bei Brotverlust.
Mehr Infos: www.natuerlich-luthertal.ch