Weihnächtliches aus aller Welt lockt auf den Luzerner Kapellplatz

Das internationale Weihnachtsforum Venite bietet noch bis am Sonntag Kulinarik, Musik –  und diesmal etwas Besonderes für kreative Köpfe.   

Roman Hodel
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Schlägt ziemlich sicher auf die Hüfte: Röhrlikuchen aus Ungarn – eine der vielen Spezialitäten am Weihnachtsforum Venite auf dem Kapellplatz.

Schlägt ziemlich sicher auf die Hüfte: Röhrlikuchen aus Ungarn – eine der vielen Spezialitäten am Weihnachtsforum Venite auf dem Kapellplatz.

(Bilder: Eveline Beerkircher, Luzern 12. Dezember 2019)

Wer gerade eine Diät macht, sollte eines vermeiden: Auf dem Kapellplatz aufzukreuzen. Denn dieser ist noch bis am Sonntag vom internationalen Weihnachtsforum Venite in Beschlag genommen. Das bedeutet: Allerlei zu trinken und zu essen aus 24 Ländern. Wobei das Meiste davon tendenziell auf die Hüften schlägt. Sorry, ist so.

Beispielsweise am Stand von Gjina Krasniqi. Sie bietet Spezialitäten aus dem Kosovo feil. Trilece etwa, eine ursprünglich südamerikanische Speise, die im Kosovo und in Albanien verbreitet ist. Der feuchte, süsse Kuchen enthält – wie der Name vermuten lässt – drei Milchprodukte: Vollmilch, gezuckerte Kondensmilch und Rahm. «Hausgemacht», wie Krasniqi betont.

Nicht hausgemacht, aber trotzdem beliebt ist laut Krasniqi auch die Süssspeise Baklava. Diese gibt’s ebenfalls am türkischen Stand nebenan. Wo schmeckt sie besser? «Natürlich bei mir», sagt Krasniqi und lacht. Wer hat’s erfunden? «Natürlich wir», heisst es am türkischen Stand. Sagen wir es so: Baklava ist auf dem Balkan und im Nahen Osten weit verbreitet.

Überhaupt lernt man am Venite einiges über die Herkunft von Gerichten. Samosa zum Beispiel stehen nicht nur in Indien und Pakistan ganz oben auf dem Menüplan, sondern auch in Kenia. Cecilia Njau ist nach fünf Jahren wieder einmal am Venite präsent und verkauft an ihrem Stand eine Variante mit und eine ohne Fleisch. Sie sagt:

«Samosa gehen bei uns am besten weg – die Leute kennen diese eben eher als unser Chapati-Brot.»

Hierzulande ebenfalls eher unbekannt ist der Verzehr von Rentieren. Natalie Ehrenzweig kocht daraus an ihrem Norweger-Stand einen Eintopf. Gemäss Deklaration war das Rentier allerdings ein Finne. «Ja du», sagt sie und lacht. Dies sei immerhin schon näher bei Norwegen als das Rentier letztes Jahr. Es stammte aus Russland.

Was Russland betrifft: Von dort kommt die Band Furor, die morgen um 20 Uhr ein Konzert in der Peterskapelle gibt. Letztere spielt auch eine wichtige Rolle bei der Aktion «Selber eine Krippe gestalten», die erstmals stattfindet. Jede(r) kann sich dort eine Kiste schnappen und mit beliebigen Materialien eine eigene Krippe basteln. Aus all diesen Kisten soll danach in der Kapelle eine Skulptur entstehen. Venite-OK-Präsident Albert Schwarzenbach ist schon jetzt auf das Endresultat gespannt – und mit der diesjährigen Ausgabe des Venite sowieso bereits zufrieden:

«Die Atmosphäre ist wie immer wunderbar und das Interesse gross, wir führen sogar eine Warteliste bei den Ständen.»

Hinweis: Venite ist am Donnerstag und Freitag vom 11 bis 21 Uhr, am Samstag von 10 bis 21 Uhr und am Sonntag vom 10 Uhr bis 19  Uhr geöffnet. Weitere Infos auf www.venite.ch

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