Weil der Kanton Luzern später mahnt: Noch sind nicht so viele Steuererklärungen eingegangen wie in den Vorjahren

Statt Ende April hat der Kanton Luzern dieses Jahr Ende Juni erste Mahnungen zur Einreichung der Steuererklärung verschickt. Entsprechend ist der Rücklauf im Vorjahresvergleich tiefer.

Alexander von Däniken
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Die Luzerner Steuerzahler erhalten dieses Jahr für das Einreichen der Steuererklärung mehr Zeit. Viele nutzen das auch.

Die Luzerner Steuerzahler erhalten dieses Jahr für das Einreichen der Steuererklärung mehr Zeit. Viele nutzen das auch.

Pius Amrein (23. Februar 2019)

Der Kanton Luzern hat per Ende Juni erst rund 150'000 Steuererklärungen von natürlichen Personen erhalten. Das entspricht 64 Prozent aller Steuererklärungen. Im Schnitt der vergangenen Jahre waren es per Ende Juni jeweils rund 163'000 Steuererklärungen, was 70 Prozent entspricht. Das verlautet das kantonale Finanzdepartement auf Anfrage.

Massnahme im Zusammenhang mit Corona

Der Grund für den Rückgang ist hauptsächlich, dass dieses Jahr die ersten Mahnungen für die Steuererklärungen statt Ende April erst Ende Juni verschickt wurden. Dies als eine der Massnahmen des Regierungsrates im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Da ein Teil der Steuerpflichtigen jeweils erst auf die erste Mahnung reagiert, führt der verzögerte Mahnlauf entsprechend zu einem leicht verzögerten Eingang der Steuererklärungen.

Das Finanzdepartement geht jedoch davon aus, dass sich der Steuererklärungseingang bis Ende September wieder auf dem Niveau der Vorjahre bewegen wird. Was bedeutet, dass per Ende September rund 90 Prozent der Steuererklärungen eingehen. Wie viele Steuerpflichtige eine Fristerstreckung beantragen, wird nicht erfasst.

Bei Steuererklärungen von Unternehmen im Schnitt

Keinen Einfluss hat die Covid-19-Massnahme auf die Situation bei den juristischen Personen. Diese haben eine generelle Einreichungsfrist bis Ende August und werden daher ohnehin erst im September gemahnt. Der Eingang der Steuererklärungen bei den juristischen Personen entsprach per Ende Juni 2020 denn auch genau dem Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahre.

Der Kanton kommt den Steuerzahlern dieses Jahr nicht nur beim Mahnwesen entgegen, sondern erlässt auch den Verzugszins für zu spät bezahlte Steuern. Im Budget 2020 waren Einnahmen durch Verzugszinsen in der Höhe von 1,6 Millionen Franken eingeplant. Dieser Betrag fällt nun weg, wie der Regierungsrat bereits Ende Juni mitgeteilt hat. Für die Rechnung 2020 wurde ein Minus von 25,5 Millionen Franken prognostiziert. Denn die Coronakrise dürfte den Kanton dieses Jahr rund 161 Millionen Franken kosten.

Neuste Prognosen für Ende August erwartet

Allein knapp 85 Millionen Franken werden an Mindereinnahmen bei den Steuern erwartet. Auf 81 Millionen Franken wird der Mehraufwand für die Sofortmassnahmen geschätzt. Die möglichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Steuereinnahmen der Folgejahre wird das kantonale Finanzdepartement voraussichtlich Ende August 2020 mit dem Aufgaben- und Finanzplan 2021–2024 kommunizieren.

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