Wegen Corona: Stadt Luzern will leer stehende öffentliche Plätze beleben

Quartierbewohner und die SP fordern, die brach liegenden Carparkplätze am Schwanenplatz, Löwenplatz und Inseli als Quartiertreffpunkte umzugestalten.

Robert Knobel
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Der Löwenplatz ist zurzeit leer. Dort stehen sonst einige Touristenbusse.

Der Löwenplatz ist zurzeit leer. Dort stehen sonst einige Touristenbusse.

Bild: Pius Amrein, 16. März 2020

Die Coronakrise hat auch Auswirkungen auf den öffentlichen Raum: Strassen und Parkplätze werden weniger genutzt, und am Schwanen- sowie am Löwenplatz stehen grosse Flächen plötzlich leer, weil dort keine Cars mehr anhalten. Der Quartierverein Hochwacht hat sich jüngst an die Exekutive gewandt mit der Bitte, den Löwenplatz in einen temporären Quartiertreffpunkt umzuwandeln. Die Stadt erhalte derzeit von verschiedenen Seiten solche Vorschläge, sagt Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) auf Anfrage. «Grundsätzlich ist der Stadtrat offen für belebende befristete Nutzungen», so Borgula. Die einzelnen Ideen würden geprüft, allerdings gelte es auch die Verträglichkeit mit bestehenden Nutzungen, Anforderungen an die Sicherheit und Verkehrs­aspekte zu berücksichtigen.

SP will Stühle und Pflanzen auf Carparkplätzen

Das Thema temporäre Nutzung von öffentlichem Raum ist nun auch auf dem politischen Parkett angekommen. Die Stadtluzerner SP hat gestern ein dringliches Postulat eingereicht, in dem sie eine vorübergehende Umnutzung der Carparkplätze Schwanen- und Löwenplatz sowie Inseli vorschlägt. Der SP schwebt eine provisorische Begrünung der Carparkplätze inklusive Sitzgelegenheiten vor. Dies sei auch deshalb gerechtfertigt, weil diesen Sommer die meisten Luzerner die Ferien zu Hause verbringen müssen. Um unerwünschten Dichtestress zu vermeiden, brauche es zusätzliche Aufenthaltsflächen in der Innenstadt, so die SP.

Stadt erhält viele Gesuche von Boulevard-Beizen

Zusätzlichen Platz fordert auch die Gastronomie. Weil sie in den Innenräumen weniger Gäste bewirten können, wollen die Beizen ins Freie expandieren. Zwei Postulate von SP und CVP forderten, dass die Beizen unkompliziert ihre Tische und Stühle im öffentlichen Raum, etwa auf Parkplätzen, aufstellen dürfen. Der Stadtrat steht dem Anliegen positiv gegenüber. Borgula sagt, es seien schon zahlreiche Gesuche eingegangen, die nun «mit hoher Priorität» behandelt würden. Profitieren können aber nur Beizen, die bereits über Aussenbereiche verfügen.

Noch im Februar tummelten sich viele Car-Touristen auf dem Schwanenplatz. Dem ist aber momentan nicht so.

Noch im Februar tummelten sich viele Car-Touristen auf dem Schwanenplatz. Dem ist aber momentan nicht so.

Bild: Boris Bürgisser, 3. Februar 2020
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