WEISSER SONNTAG: Sarinas grosser Auftritt vor Jesus

Hunderte Kinder haben gestern im ganzen Kanton die heilige Kommunion erhalten. Der feierliche Gottesdienst in Dagmersellen stand ganz im Zeichen der Farben.

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Sarina Erni liest ihre Fürbitte zum Weissen Sonntag in der Pfarrkirche Dagmersellen vor. (Bild: Manuela Jans-Koch (8. April 2018))

Sarina Erni liest ihre Fürbitte zum Weissen Sonntag in der Pfarrkirche Dagmersellen vor. (Bild: Manuela Jans-Koch (8. April 2018))

Von allen Seiten strömten die jungen Familien mit ihren Kindern herbei. 14 Knaben und 16 Mädchen versammelten sich für den feierlichen Einzug gemeinsam mit der Musikgesellschaft Dagmersellen vor dem Gemeindezentrum Arche. Unter den Erstkommunikanten war auch Sarina Erni (9). Sie kam in Begleitung ihrer Eltern Sascha und Jana Erni und dem sechsjährigen Bruder Janis. Für Sarina war der gestrige Tag ein ganz besonderer. Sie freute sich extrem, gemeinsam mit ihrer Schwester Shoana (10) den Weissen Sonntag feiern zu dürfen. «Ich habe gut geschlafen. Doch jetzt bin ich ein wenig nervös», sagt Sarina.

Der Grund dafür war ihr grosser Auftritt vor Jesus – und den rund 500 Kirchenbesuchern: Sarina durfte ein Gebet sprechen und eine Fürbitte lesen. Im Gebet stellte sie unter anderem die Farbe in den Fokus. «Jesus, in deiner Gemeinschaft dürfen wir alle dabei sein mit ihrer Art und ihrer Farbe.» Die Fürbitte passte natürlich zum Motto in Dagmersellen: «eifarbig, zwoifarbig, vöufarbig». Dieser Sinnspruch sollte aufzeigen, dass jeder Mensch, egal welcher Hautfarbe und welcher Wesensart zur Gemeinschaft, wie sie Jesus vorgelebt hat, gehört.

Ein Steinkreuz aus Speckstein

30 Holzfiguren in den verschiedensten Farben standen im Mittelpunkt des Festgottesdienstes, der von Pfarreileiter Andreas Graf und Theologin Katharina Jost geleitet wurde. Es war ein gehaltvoller, farbenfroher, fröhlicher Gottesdienst mit vielen Höhepunkten. Ein Highlight war, als jeweils ein Elternteil seinem Kind das aus Speckstein selbstgefertigte Steinkreuz umhängte. «Segne die Kreuze und die Kinder, die sie tragen», sagte Pfarreileiter Andreas Graf.

Papa Sascha Erni war nach dem Gottesdienst mächtig stolz auf seine Tochter: «Sarina hat mich beeindruckt. Denn vor so vielen Leuten zu sprechen, das ist nicht einfach.» Im Dialog «Streit der Farben» ist Sarina als kompetente Mediatorin aufgetreten. Denn bezüglich Farben gingen die Meinungen der Erstkommunikanten auseinander. Während die einen für die Farbe rot plädierten, waren andere der Meinung, dass violett, blau, gelb, orange oder grün die schönsten Farben sind. «Hört doch auf zu streiten, welche Farbe die schönste und die beste ist. Jede Farbe ist schön und wichtig», gibt Sarina zu verstehen. Zum Motto einfarbig, zweifarbig und vielfarbig hat sie eine eigene Meinung: «Letztlich steht der Mensch im Mittelpunkt, egal welcher Farbe.» Ein bisschen nervös war gestern auch Sarnias Mutter Jana, die ihren eigenen Weissen Sonntag gut in Erinnerung hat. «Ich war nach meiner Erstkommunion einige Jahre Ministrantin», sagt sie. Und wie hat sich die Familie Erni auf den gestrigen Tag eingestimmt? «Wir wurden seitens der Kirche gut vorbereitet und haben diesen Tag zu Hause thematisiert», verrät Sascha Erni. Sarina Erni erzählt, dass die Proben während der Woche gut verlaufen sind. «Ich war zuversichtlich, dass alles so klappt, wie wir es einstudiert haben.»

Am meisten freute sich Sarina nach dem Gottesdienst übrigens auf das Essen im «Löwen» und dass sie diesen Tag mit der ganzen Familie verbringen dürfe. Als Geschenk und Erinnerung erhält sie von Gotte, Götti und Eltern eine speziell gefertigte Halskette.

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch