Weiterer Schritt zum Mittellandzentrum Sursee

Der Kanton Luzern soll mit Sursee ein zweites Zentrum erhalten. Die Stadt strebt deshalb eine Fusion mit Geuensee, Knutwil und Mauensee an. Die Projektsteuerung hat am Mittwoch eine mögliche Ausgestaltung der neuen Stadt zur Diskussion gestellt.

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Blick auf das Schloss Mauensee mit Sursee im Hintergrund. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Blick auf das Schloss Mauensee mit Sursee im Hintergrund. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Stimmberechtigten der vier Gemeinden hatten im November 2010 den Gemeinderäten den Auftrag erteilt, die Machbarkeit, die Chancen und die Risiken einer Fusion abzuklären. Nun legte die Projektsteuerung einen Zwischenbericht vor. Die Bevölkerung hat nun Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Das bisherige Interesse an den Abklärungen sei etwas enttäuschend gewesen, sagte der Gemeindepräsident von Knutwil, Rainer Bachofner. Er hoffe, dass sich dies nun ändere. Der Zwischenbericht umfasst etwa zwei Drittel des Abklärungsvolumens. Es sei Rohmaterial, das politisch noch nicht gewertet sei, sagte Ruedi Amrein, Stadtpräsident von Sursee.

Dorf- und Quartiercharakter bewahren

Die Vorschläge der sieben Fachgruppen zeigen, dass Befürchtungen, die neue, über 15'000 Einwohner umfassende Stadt Sursee könnte zentralistisch und anonym sein, ernst genommen werden. Die Standorte der Schulen sollen gemäss Zwischenbericht nicht verändert werden. Der Dorf- und Quartiercharakter solle bewahrt bleiben, sagte Bachofner. Auch gewisse soziale Dienstleistungen werden dezentral angeboten. Die Gemeinden sollen für den Stadtrat und die Schulbehörde anfänglich eine Sitzgarantie erhalten. Politische Entscheide werden gemäss Zwischenbericht an der Gemeindeversammlung gefällt, dies wegen der Bürgernähe. Nicht einig sind sich die Fachgruppen, ob die neue Stadt Sursee traditionell oder nach dem Geschäftsführermodell regiert werden solle.

Grossräumiger Planen

Die Projektsteuerung geht davon aus, dass sich Sursee (9300 Einwohner), Geuensee (2500), Mauensee (1200) und Knutwil (2000) zusammen besser entwickeln können als alleine. Es sei keine Fusion armengenössischer Gemeinden, sondern ein strategischer Schritt, sagte Amrein. Durch den Wegfall der Gemeindegrenzen könne grosszügiger und funktionaler geplant werden, heisst es in dem Bericht. Das regionale Arbeits- und Wohnangebot werde auf das Zentrum Sursee konzentriert. Bachofner sagte, so könne der Zersiedelung entgegengewirkt und die naturnahe Landschaft erhalten werden.

Wann die Bevölkerung den Fusionsentscheid fällen kann, ist offen. Eine Unbekannte bei den Abklärungen ist, in welchem Ausmass der Kanton die Fusion finanziell unterstützen wird. Die entsprechende gesetzliche Grundlage befindet sich zur Zeit in der Vernehmlassung.

sda