Wellnessbad in Kriens ist in der Schwebe: Bauherren zücken einen Plan B

Ob das Wellnessbad von Aquafit gebaut wird, ist noch offen. Losinger Marazzi hat deshalb schon einmal eine Alternativ-Nutzung ausgearbeitet. Dennoch hofft Aquafit, dass das Bad doch noch realisiert werden kann.

Robert Knobel
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170 Millionen Franken werden in den nächsten Jahren auf dem Krienser Nidfeld-Areal investiert. Die Firma Losinger Marazzi plant im Auftrag der Grundeigentümerin Coop eine Grossüberbauung mit Büros, Läden und 445 Wohnungen. Zum Bauprojekt gehörte ursprünglich auch ein Wellnessbad. Doch dieses ist zurzeit in der Schwebe. Losinger Marazzi konnte sich bisher noch nicht mit dem künftigen Betreiber des Wellnessbads einigen. Dabei handelt es sich um die Firma Aquafit des Unternehmers Kumar Kamlesh, der in Sursee bereits ein Wellnesszentrum mit eigenem Hotel und Therapieangeboten betreibt. Zum Projekt in Kriens sagt Kumar Kamlesh: «Wir konnten uns noch nicht über den Preis einigen.» Er sei aber überzeugt, dass man bald zu einem Abschluss komme.

Kumar Kamlesh im Badebereich des Wellnesszentrums Aquafit in Sursee. (Archivbild Pius Amrein)

Kumar Kamlesh im Badebereich des Wellnesszentrums Aquafit in Sursee. (Archivbild Pius Amrein)

WGs für Studenten geplant

Dennoch hat Losinger Marazzi sicherheitshalber einen Plan B ausgearbeitet. Um zu verhindern, dass das ganze Projekt ins Stocken gerät, hat die Firma schon einmal ein Baugesuch für das betreffende Gebäude eingereicht – ohne Wellnessbad. Stattdessen sind im siebengeschossigen Bau Büros, Gewerbenutzungen und Wohnungen geplant. Ein Teil der Wohnungen ist für Studenten reserviert – es handelt sich um eine Art WGs, in denen ein Teil der Räume gemeinsam genutzt wird, aber jedes Zimmer seine eigene Nasszelle hat.
«Unser Ziel ist es, bis im Sommer alle Bewilligungen für das gesamte Nidfeld-Areal zu haben», sagt Manuel Schneider, Niederlassungsleiter Luzern bei Losinger Marazzi. Sollte man sich mit Kumar Kamlesh doch noch handelseinig werden, könne man ein neues Baugesuch für ein Wellnessbad nachreichen.

Wenn alles rund läuft, soll der Bau des Gebäudes 2021 beginnen – mit oder ohne Wellnessbad. Schon ein Jahr vorher soll mit dem Bau der umliegenden Gebäude begonnen werden. Dort sind Wohnungen und teilweise Gewerbeflächen im Erdgeschoss geplant. In einer weiteren Etappe ab 2022 soll dann das 60-Meter-Hochhaus beim Arsenal-Kreisel folgen. Dagegen sind allerdings noch Einsprachen hängig (wir berichteten). Kurz vor dem Abschluss steht hingegen der Neubau des Prodega-Abholmarkts am südlichen Ende des Nidfeld-Areals. Die Eröffnung ist am 6. Mai geplant.

Visualisierung der Überbauung Nidfeld mit dem Hochhaus im Vordergrund.

Visualisierung der Überbauung Nidfeld mit dem Hochhaus im Vordergrund.

Eine Schranke überwacht die Zahl der Autofahrten

Die Überbauung Nidfeld ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Urbanisierung von Luzern Süd. Damit es nicht zum Verkehrskollaps kommen kann, wurde wie schon in den anderen Entwicklungsarealen in Luzern Süd ein Mobilitäts­konzept erstellt. So beträgt die maximale Zahl der Parkplätze 650. Die Zahl der Zu- und Wegfahrten darf in der Abendspitzenstunde nicht mehr als 200 betragen. Die Einhaltung wird mittels einer Schranke überwacht. Sollte sich dabei zeigen, dass die Zahl von 200 Fahrten während der Rush Hour regelmässig überschritten wird, müssen Gegenmassnahmen ergriffen werden: Die Autos würden dann mittels einer Dosierungsampel in der Tiefgarage zurückgehalten.
Die Nidfeld-Siedlung verfügt zudem über einen eigenen Veloverleih, wo auch Cargovelos gemietet werden können.

www.nidfeld-kriens.ch