WELTMEISTERSCHAFTEN: Die eigenen Ansprüche erfüllt

Die Luzernerin Nadine Fähndrich ist beim WM-Rennen über 10 km die beste Schweizerin. Nathalie von Siebenthal bleibt nach ihrem Exploit im Skiathlon unter den Erwartungen.

Drucken
Teilen
Langläuferin Nadine Fähndrich (21) klassierte sich im Klassisch-WM-Rennen auf dem 25. Rang. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Lahti, 28. Februar 2017))

Langläuferin Nadine Fähndrich (21) klassierte sich im Klassisch-WM-Rennen auf dem 25. Rang. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Lahti, 28. Februar 2017))

Roman Eberle (SDA), Lahti

sport@luzernerzeitung.ch

Das Klassisch-Rennen über 10 km mit Einzelstart war von vornherein jener WM-Wettkampf, bei welchem Nathalie von Siebenthal die geringsten Chancen für eine Top-Klassierung eingeräumt wurden. Eine Platzierung unter den ersten 15 wäre gleichwohl nicht als Überraschung taxiert worden. Letztlich wies das Schlussklassement die 23-jährige Berner Oberländerin aber bloss auf dem 30. Platz aus.

Das Schweizer Bestresultat ging zum Auftakt der zweiten WM-Woche auf das Konto von Nadine Fähndrich (21). Die Luzernerin lief in den 25. Rang und erfüllte damit ihre eigenen Erwartungen. Positiv aus Schweizer Sicht war, dass Fähndrich und von Siebenthal auch gestern über gutes Skimaterial verfügten. Anders als in der Vorwoche liegen die Temperaturen in Lahti derzeit im Plusbereich. Dies dürfte bis zum letzten Wettkampf so bleiben.

Von Siebenthal: «Das tut einfach weh»

Vor zwei Jahren in Falun waren es nach dem 6. WM-Rang über die 10-km-Distanz Freudentränen gewesen, die Nathalie von Siebenthal nicht mehr zurückhalten konnte. Zwei Jahre später in Lahti war sie nach dem Rennen mit Intervallstart den Tränen zumindest sehr nahe. «Das tut einfach weh», räumte die WM-Vierte im Skiathlon unumwunden ein. Sie büsste insbesondere in der Fläche bei den Doppelstockstössen Zeit ein. In die Enttäuschung mischte sich bei von Siebenthal auch ein wenig Ratlosigkeit. Sie kann sich nicht erklären, warum es ihr in Rennen mit Intervallstart nicht wunschgemäss läuft. «Das ist das, was mich nervt», betonte sie.

Für von Siebenthal gilt nun, das 10-km-Rennen möglichst rasch abzuhaken. Für sie stehen noch zwei Renneinsätze in Lahti auf dem Programm – am Donnerstag als dritte Läuferin der Schweizer Staffel, am Samstag zum Abschluss das Rennen über 30 km. Beide Male darf sie in der von ihr bevorzugten Skating-Technik laufen.

16. WM-Gold für Björgen

Gold im zweiten Distanzrennen der Frauen war für die Favoritin Marit Björgen reserviert. Die bald 37-jährige Norwegerin errang ihren 16. WM-Titel mit 41 Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Charlotte Kalla – bei rund 26 Minuten Laufzeit eine Weltreise. Bronze holte sich mit Astrid Uhrenholdt Jacobsen eine weitere Norwegerin.

«Es ist toll, zum ersten Mal Mutter und zugleich eine Topathletin zu sein», so Björgen. Zusammen mit jenen von den Olympischen Spielen hat sie nun 22 Goldmedaillen in ihrem Besitz. Dass sie in einem Rennen mit Einzelstart an einem Grossanlass die Oberhand behalten konnte, ist aber selbst für Björgen keine Selbstverständlichkeit. Ihr gelang dies erst zum zweiten Mal nach 2011 bei der Heim-WM in Oslo.

Lahti (FIN). Langlauf. Frauen. 10 km (klassisch/Einzelstart): 1. Björgen (NOR) 25:24,9 Minuten. 2. Kalla (SWE) 41,0 Sekunden zurück. 3. Uhrenholdt Jacobsen (NOR) 55,5. 4. Weng (NOR) 1:13,8. 5. Haag (SWE) 1:22,7. 6. Niskanen (FIN) 1:23,7. 7. Pärmäkoski (FIN) 1:31,4. 8. Flugstad Östberg (NOR) 1:34,5 und Kowalczyk (POL) 1:34,5. 10. Böhler (GER) 1:35,8. – Ferner: 25. Fähndrich (SUI) 2:29,8. 30. Von Siebenthal (SUI) 2:51,5.