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WELTREISE: Sie haben die Welt bereist – auf engstem Raum

Mit dem Campingbus sind die Entlebucher Yvonne und Bruno Blum durch drei Kontinente gefahren. Nun haben sie ein Buch darüber geschrieben. Ihre nächste Reise muss aber noch warten.
Zwischenhalt in Goa, Westindien: Yvonne und Bruno Blum aus Entlebuch sind um die halbe Welt gereist. (Bild: PD)

Zwischenhalt in Goa, Westindien: Yvonne und Bruno Blum aus Entlebuch sind um die halbe Welt gereist. (Bild: PD)

Hoch oben am Hang in Entlebuch wohnen Yvonne (43) und Bruno (52) Blum mit Töchterchen Olga (2) auf einem beschaulichen Bauernhof. Doch so verwurzelt sie mit ihrer Heimat sind, so reisefreudig sind sie. Kürzlich haben sie ihr Buch «Der weiteste Weg: Mit dem Campingbus bis Australien» über ihre letzte Reise publiziert. Während zweieinhalb Jahren sind sie mit dem Campingbus 90 000 Kilometer unter anderem durch Russland, Pakistan, den Iran, Indien, Australien, Japan und die Mongolei gefahren.

Reisen, darüber Bücher schreiben und davon leben: So hatte sich der 20-jährige Bruno Blum seine Zukunft erträumt. «Schreiben fällt mir nicht so leicht, und das Fotografieren habe ich mir eigentlich nur beigebracht, um vom Reisen leben zu können», erinnert sich der Förster, der bereits zwei Bücher über frühere Reisen geschrieben hat.

Budget: 1000 Franken im Monat

Als sich die Blums für ihre Reise vorbereiteten, planten sie wenig. «Wir wussten, dass wir nach Indien wollen. Und in Russland hat Bruno Freunde», erzählt Yvonne Blum, die ihrerseits gern in die Mongolei wollte. «Da das Verschiffen des Busses von Australien nach Hause so teuer war, beschlossen wir, den Bus nach Japan zu verschiffen. So sparten wir Geld, da die Container in diese Richtung meist leer sind. Dadurch kam Yvonne auch zu ihrem Mongolei-Besuch», erzählt Bruno Blum schmunzelnd.

Doch nicht nur die Route, auch die Finanzen wollen für solch ein Unternehmen geplant sein. Viele Lang-Reiser arbeiten unterwegs. «Doch meist verdient man dabei so wenig, dass man nichts sparen kann, der Job einen also nur über die Zeit bringt, während der man arbeitet», weiss Bruno Blum. Deshalb sparen die Blums, wenn sie in der Schweiz arbeiten, kündigen dann ihren Job, um frei reisen zu können. «In diesen Ländern kommt man meist gut mit einem Budget von 1000 Franken im Monat aus.»

Zweieinhalb Jahre während 24 Stunden am Tag zusammen sein: Führt das nicht zu Konflikten? «Bei uns lief das recht gut. Im Büsli ist es zwar eng, aber sonst hat man viel Freiraum», erzählt Yvonne Blum. Nur eine Frage sorgte für Diskussionsstoff: Wer fährt heute? «Bruno ist eher ein vorsichtiger Fahrer, ein Träumer manchmal. Ich fahre schneller, traue mich mehr. Wäre Bruno in Russland gefahren, wären wir wohl noch dort», sagt Yvonne Blum lachend.

Mit Polizeischutz durch Pakistan

Das Paar reiste durch Länder mit teilweise angespannten politischen Situationen. Etwa durch Pakistan. «Die Polizei hat sich solche Sorgen um unsere Sicherheit gemacht, dass wir über eine längere Strecke begleitet wurden», erinnert sich Bruno Blum. Angst reiste zwar nicht mit, aber als das Hotel Marriott in Islamabad in die Luft gesprengt wurde, waren die zwei ganz in der Nähe. «Die Menschen sind in diesen Ländern sehr hilfsbereit und gastfreundlich. Und etwas passieren kann überall», so Yvonne Blum. Meist lief alles glatt, auch mit dem Bus. «In Australien haben wir präventiv den Zahnriemen ausgewechselt. Dabei wurde geschlampt. Nach 5000 Kilometer ging der ganze Motor kaputt», sagt Bruno Blum. Ärgerlich. Doch der Monat, den sie daraufhin auf einer Schaffarm verbrachten, während sie auf die Reparatur ihres Fahrzeugs warteten, sei zu einem der Höhepunkte ihrer Reise geworden.

Vor sieben Jahren kamen die Blums nach Hause. Seither haben sie ihr Buch fertig geschrieben, eine Liegenschaft für einen kleinen Selbstversorger-Hof gefunden und ihre Familie mit Olga gegründet. Ein zweites Kind ist unterwegs. «Jetzt bauen wir ein ganz neues Abenteuer. Ob wir dar­über ein Buch schreiben, weiss ich noch nicht», erklärt Bruno Blum lachend. Vorläufig seien das Fernweh und das Bedürfnis zu schreiben gestillt.

Natalie Ehrenzweig

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis:«Der weiteste Weg: Mit dem Campingbus bis Australien» von Bruno Blum, zu bestellen bei Bruno Blum: napfghost@gmx.ch für 29 Franken (plus Versandkosten).

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