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Weltweit Empörung über Familientrennung an US-Grenze

Die Trennung von Einwanderer-Familien an der Grenze zu Mexiko hat weltweit Empörung ausgelöst. In den USA löste sie Widerstand gegen Präsident Donald Trump aus.
René Meier
Widerstand gegen Präsident Donald Trump. (Bild: Evan Vucci / AP)

Widerstand gegen Präsident Donald Trump. (Bild: Evan Vucci / AP)

Sowohl der Papst als auch mehrere europäische Staaten kritisierten am Mittwoch die Trennung der Kinder von ihren Eltern durch US-Grenzbeamte.

Der von den oppositionellen Demokraten regierte US-Bundesstaat New York kündigte eine Klage an. Mehrere republikanische Parteifreunde Trumps forderten ebenso ein Ende der Praxis an der Grenze wie die Chefs mehrerer US-Konzerne.

Das US-Repräsentantenhaus wird am Donnerstag über ein mögliches Ende der Trennungen von Migrantenfamilien an der Grenze zu Mexiko abstimmen. Das kündigte der republikanische Vorsitzende der Kongresskammer, Paul Ryan, am Mittwoch an.

Die US-Behörden haben seit Anfang Mai über 2340 Kinder von ihren Eltern an der Grenze zu Mexiko getrennt. Hintergrund ist, dass illegale Eingewanderte als Kriminelle eingestuft und in Gefängnisse eingewiesen werden. Ihre Kinder kommen in Auffanglager. Ärzte warnen davor, dass dies zu lebenslangen Traumata bei ihnen führen kann.

Papst: Populismus ist keine Lösung

Papst Franziskus stellt sich hinter die Haltung der US-Bischöfe, die das Verfahren als unmoralisch und "unseren katholischen Werten widersprechend" bezeichnen. "Es ist nicht leicht, aber Populismus ist nicht die Lösung", sagte Franziskus im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters auch mit Blick auf den weltweiten Umgang mit Flüchtlingen.

Zuvor schon hatte Mexikos Aussenminister Luis Videgaray die Praxis als grausam, unmenschlich und klaren Verstoss gegen die Menschenrechte bezeichnet.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, er wolle sich nicht in die inneramerikanische Diskussion einmischen. In der Migrationspolitik würden aber zwei Dinge gelten: "Die Beachtung des Rechts und die Beachtung der Würde jedes einzelnen Menschen." Die britische Premierministerin May sagte im Parlament: "Dies ist falsch. Es ist nichts, dem wir zustimmen können, es ist nicht die Haltung des Vereinigten Königreichs."

Unmenschlich, grausam, schändlich

In den USA meldete sich neben Wirtschaftsverbänden auch mehrere Konzernchefs zu Wort: Apple-Chef Tim Cook nannte es unmenschlich, der Microsoft-Vorstandsvorsitzende Satya Nadella sprach von einer grausamen und schändlichen Politik.

Auch die Mehrheit der Amerikaner lehnte das Vorgehen ab, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ergab. Präsidenten-Gattin Melania Trump liess am Sonntag mitteilen, sie hasse es, wenn Kinder und Eltern auseinandergerissen würden.

Trump kündigt Ende der Trennungen an

US-Präsident Donald Trump kündigte unterdessen ein rasches Ende der Trennungen von Migrantenfamilien an der Grenze zu Mexiko an. Er werde "in Kürze" eine entsprechende Exekutivanordnung unterzeichnen, sagte Trump am Mittwoch in Washington. Er präzisierte damit vorherige Angaben, wonach er zum Stopp der umstrittenen Praxis "etwas unterzeichnen" wolle.

"Wir haben Mitgefühl", sagte der Präsident zu den Familientrennungen, mit denen seine Regierung vor Monaten begonnen hatte. "Wir wollen Familienzusammenhalten", betonte er.

Trump dringt zudem weiter auf den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, den die Demokraten aber verhindern wollen und gegen den es auch bei den Republikanern Widerstand gibt.

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