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Weniger Lohn: 140 Luzerner Musikschullehrer sind nervös

Der Musikschulunterricht an Luzerner Kantonsschulen soll neu von den Musikschulen der Gemeinden angeboten werden. Das bedeutet für die Lehrer: mehr Arbeit bei gleichem Lohn.
Urs-Ueli Schorno
Musikschullehrer an Gymnasien sollen künftig für den freiwilligen Musikunterricht weniger Lohn erhalten. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Musikschullehrer an Gymnasien sollen künftig für den freiwilligen Musikunterricht weniger Lohn erhalten. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Die Regierung will den Instrumentalunterricht im Kanton Luzern umkrempeln: Der freiwillige und der obligatorische Teil des Instrumentalunterrichts an Kantonsschulen sollen ab dem Schuljahr 2020/2021 an die Gemeindemusikschulen übertragen werden. Der Kanton wird so mit jährlich 1,8 Millionen Franken entlastet, die Gemeinden um den gleichen Betrag belastet. So sieht es die Aufgaben- und Finanzreform 18 vor.

Die Massnahme strebt an, dass der Kanton sich auf den für die Matura obligatorischen Unterricht beschränkt. Auch eine Vereinheitlichung des Personalwesens soll erwirkt werden. Die Personaladministration würde neu zentral von der Dienststelle Personal des Kantons übernommen. Dies entspreche einem im Rahmen der Vernehmlassung breit geäusserten Wunsch. «Die bisherige Parallelstruktur führte zu Spannungen zwischen dem Kanton und den Gemeinden», sagt Aldo Magno, Leiter der Dienststelle Gymnasialbildung beim Kanton Luzern. «Es ist der politische Wille, diese Unterschiede zu bereinigen.»

Weniger Lohn für Musiklehrer an Gymnasien

Doch jede Medaille hat bekanntlich eine Kehrseite: Durch die Übertragung des Instrumentalunterrichts an Gymnasien vom Kanton zu den Gemeinden würden beim Kanton rund 35 Vollzeitstellen abgebaut, die bisher auf etwa 140 Personen verteilt sind. Diese bisherigen Musikschullehrer an den Gymnasien sollen neu zu den Bedingungen von jenen der kommunalen Musikschulen angestellt werden. Dies hat zur Konsequenz, dass es eine Verschiebung in den Pensen gibt: der obligatorische Unterricht wird besser gestellt als der freiwillige. «Es wird weiterhin Arbeit vorhanden sein, aber bei den Anstellungsbedingungen gibt es Gewinner und Verlierer», kommentiert Aldo Magno.

Konkret: Ein Lehrer einer kommunalen Musikschule muss heute vier Lektionen mehr arbeiten, also 38 Lektionen anbieten, während der Musiklehrer an der Kantonsschule mit 34 Lektionen vollbeschäftigt ist. Fortan sollen Lehrer nur beim obligatorischen Musikunterricht für die Matura von einer tieferen Unterrichtsverpflichtung profitieren. Der Kanton wird die Gemeinden dort im Rahmen einer Leistungsvereinbarungen für den Mehraufwand entschädigen.

Noch schmerzhafter: Lehrpersonen, die von einer Kantons- oder Fachmittelschule an eine kommunale Musikschule wechseln, sollen neu eine Lohnklasse tiefer eingereiht werden. Die Diskussion über diese Herabstufung wurde schon im Rahmen des Sparpakets der Regierung 2015 heftig geführt. Im Durchschnitt bedeutet das je eine Einbusse von 5000 Franken jährlich, rechnete Marc Hunziker, Fachvorstand der kantonalen Instrumentallehrpersonen, damals vor. Er legte vor Kantonsgericht Beschwerde ein und bekam Recht: Auch bei einer Einteilung in eine tiefere Lohnklasse dürfe der Lohn nicht gekürzt werden, hielt das Gericht fest. Auf dieses Urteil stützt sich nun auch der Berufsverband der Musiklehrpersonen des Kantons Luzern (MLV). Er wehrt sich vor diesem Hintergrund weiter gegen diese Herabstufung:

Schüler sollen nichts merken

Aldo Magno ist sich bewusst, dass nun Nervosität herrscht. Vor allem bei den betroffenen Lehrpersonen. «140 Leute sind beunruhigt – ihre Sorgen müssen wir ernst nehmen.» Man sei im Gespräch mit den Lehrpersonen und den Schulverantwortlichen. «Die Umsetzung organisieren können wir aber erst, wenn die politischen Weichen gestellt sind.» Die Lehrpersonen und Standortgemeinden würden in die Projektorganisation eingebunden, und man müsse gemeinsam «eine vernünftige Umsetzung» des politischen Entscheides anstreben. «Damit die Leute weiterhin eine Anstellung finden, braucht es eine gute Zusammenarbeit zwischen dem jeweiligen Kantonsschulstandort und der betroffenen Musikschule.» Er sei aber zuversichtlich, «dass wir das hinbringen». Und das Wichtigste ist aus seiner Sicht: «Wenn die Schüler weiterhin musizieren können und von der Massnahme nichts bemerken, dann ist die Massnahme einigermassen gut umgesetzt.»

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