Weniger Schutz für Grossraubtiere gefordert

Die Luzerner Arbeitsgruppe «Berggebiet» fordert, dass Schutzbestimmungen für Grossraubtiere gelockert werden. Die schon geplante Lockerung geht ihr zu wenig weit.

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Geht es nach dem Willen der Arbeitsgruppe «Berggebiet», steht dem Wolf in den Schweizer Alpen keine rosige Zukunft bevor. (Bild: Archiv Keystone)

Geht es nach dem Willen der Arbeitsgruppe «Berggebiet», steht dem Wolf in den Schweizer Alpen keine rosige Zukunft bevor. (Bild: Archiv Keystone)

Anfangs Juli hat die Arbeitsgruppe «Berggebiet», dem «Solidaritätsfonds Luzerner Bergbevölkerung» angegliedert, ihre Positionen zu nationalen und kantonalen Gesetzesvorschlägen festgelegt. Mit ihrem Präsidenten, dem Luzerner CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger, macht sie sich für Berggebiete stark.

Schutzbestimmungen lockern

Einzelne Grossraubtiere, die «grosse Schäden an Nutztierbeständen» verursachen oder die eine «Gefährdung von Infrastrukturanlagen» darstellen, dürfen in Zukunft abgeschossen werden. Dies sieht eine Teilrevision der eidgenössischen Jagdschutzverordnung vor. Ein Ansatz, der in die richtige Richtung ziele, aber noch nicht weit genug gehe, erklärt die Arbeitsgruppe «Berggebiet» in einer Medienmitteilung von Montag. Die Schadensschwelle sei noch immer zu hoch angesetzt, argumentiert sie. Zu viel Schaden werde den Nutztierhaltern in Bergregionen zugemutet. Die Arbeitsgruppe fordert deshalb eine konsequentere Lockerung der Schutzbestimmungen. Grossraubtiere wie Wölfe könnten so in Zukunft leichter abgeschossen werden. Auch verlangt sie, dass in Zukunft der Herdenschutz nicht mehr über das eidgenössische Agrarbudget, sondern anderweitig finanziert werde.

Starke Berglandwirtschaft und eigenständige Kreditkasse

Die Arbeitsgruppe begrüsst zudem, dass die gemeinwirtschaftliche Leistung der Landwirtschaft verstärkt gefördert werden soll, wie dies die Revision des Landwirtschaftsgesetzes vorsieht. Hinlänglich bekannt seien die gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft in Bergregionen: Nicht nur trage sie zur Nahrungsmittelversorgung bei, erhalte Kulturland und verhindere die Verwaldung von artenreichen Bergwiesen, sondern sie fördere auch eine dezentrale Besiedlung.

Auch zu einer kantonalen Gesetzesänderung hat sich die Arbeitsgruppe «Berggebiet» positioniert. Sie spricht sich für eine eigenständige landwirtschaftliche Kreditkasse aus und lehnt deren Eingliederung in die kantonale Verwaltung ab. Das Modell habe sich bewährt und geniesse hohe Akzeptanz bei Bauern wie Banken.

pd/raz