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Wenn Kritik zur «Halbwahrheit» wird

Problemlösung leicht gemacht: Sasa Rasic zu den Vorfällen um die Viva Luzern AG.
Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»,
Sasa Rasic. (Bild: LZ)

Sasa Rasic. (Bild: LZ)

Wir haben sie alle in unserem Umfeld. Personen, welche bei ehrlicher Kritik sofort auf Abwehr schalten, ohne richtig hinzuhören. Nun ist es so, dass solches Verhalten nicht auf Individuen beschränkt ist, sondern auch von juristische Personen an den Tag gelegt werden kann. Ein aktuelles Beispiel – und dessen Vorgeschichte – finden wir derzeit in unserer Region.

Im Betagtenzentrum Staffelnhof in Littau wurde vor kurzem dem falschen Bewohner Insulin gespritzt. Aus dem Kreis der Angestellten ist zu vernehmen, dass dies auf Stress zurückzuführen ist – teils sei zu wenig Personal im Einsatz. Bereits in unserer Ausgabe vom 5. August berichteten wir von der Belegschaft im Alters- und Pflegeheim Eichhof, sie schlug Alarm: Sie warnte, dass es bei einem Personalstopp nicht mehr möglich sei, eine gute Körperpflege sicherzustellen. Und dass selbst der kurze Personalstopp von drei Wochen langfristige Konsequenzen habe, weil die Rekrutierung derart schwierig sei. Beide Einrichtungen gehören zur Gruppe Viva Luzern AG. Noch bevor der Artikel letzten Sonntag erschien, schrieb das Unternehmen Mitgliedern des Grossen Stadtrats, dass «ein unschöner Artikel» in der Zeitung zu erwarten sei und dort «Halbwahrheiten in wirre Zusammenhänge» gestellt würden. Diese Woche hat Sozialdirektor Martin Merki den Artikel als «irreführend» bezeichnet. Viva-Geschäftsführer Beat Demarmels sagte, dass die Zustände ein hypothetisches Szenario darstellen, welches einem internen Papier zu den Konsequenzen eines tiefen Personalbestandes entspringe. Das ist eine spannende Erklärung. Fragt sich nur, wieso Demarmels diese nicht in den Sinn gekommen ist, als er den Artikel vor der Publikation zur Autorisation vorgelegt bekam und seinen Segen dazu gab. Das Luzerner Stimmvolk hat 2014 die Umwandlung der städtischen Heime und Alterssiedlungen in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft angenommen und den Verantwortlichen damit ihr Vertrauen geschenkt. Mindestens in einer Hinsicht hat sich die Privatisierung offensichtlich nicht gelohnt: Um Kritik abzuwimmeln, statt die Ursache von Problemen zu bekämpfen, braucht es keine AG. Das ist für einmal eine Aufgabe, die der Staat genauso effizient erfüllen kann.

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