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Wenn Luzerns Stadtpräsident im Bus vorliest

Auf der VBL-Linie 1 in der Stadt Luzern erzählen Promis anlässlich des Schweizer Vorlesetags im Bus ihre Lieblingsgeschichten. Für Stadtpräsident Beat Züsli ist das eine Herzensangelegenheit.
René Meier
Stadtpräsident Beat Züsli liest am Schweizer Vorlesetag Geschichten des Schriftstellers Franz Hohler in einem VBL-Bus vor. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. Mai 2018))

Stadtpräsident Beat Züsli liest am Schweizer Vorlesetag Geschichten des Schriftstellers Franz Hohler in einem VBL-Bus vor. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. Mai 2018))

«Made in Hongkong. Das habt ihr sicher schon auf einem eurer Spielzeuge gelesen. Aber wisst ihr auch, was das heisst? Ich erzähle es euch... » Es ist der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli (SP) höchstpersönlich, der in einem Bus der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) steht und eine Geschichte erzählt. «Sollte ich ins Stocken geraten, dann deshalb, weil ich umkippte, da ich nicht sitzen kann», witzelt Züsli zu Beginn der Fahrt.

Proppenvoll ist der Bus, der vom Löwenplatz in Richtung Kriens fährt. Kinder sitzen am Boden, alle Fahrgäste hören aufmerksam zu. «Das ist doch der Züsli», tönt es von ganz hinten. Nicht ein Referat zum Thema Wohnen in Luzern steht heute im Vordergrund, sondern ein Buch des Schriftstellers Franz Hohler: «Das Kurze. Das Einfache. Das Kindliche», heisst es, denn «möglichst kurz und witzig sollen die Geschichten sein», begründet Züsli seine Auswahl. Er selber habe kein Lieblingsbuch und sei breit interessiert. «Ich lese auch privat immer wieder Bücher», erzählt der 54-Jährige. «Leider fehlt mir oft die Zeit dazu». Deshalb beschränke sich das Lesen von Büchern vor allem auf die Ferien.

«Made in Hongkong»

Benedikt von Peter, Direktor des Luzerner Theater, liest in einem VBL-Bus eine Kindergeschichte vor. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. Mai 2018))

Benedikt von Peter, Direktor des Luzerner Theater, liest in einem VBL-Bus eine Kindergeschichte vor. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. Mai 2018))

Am Mittwoch drehte sich im und um das Bourbaki in Luzern alles um die Welten zwischen den Buchdeckeln. Anlass der Aktion war der erste Schweizer Vorlesetag. Initiiert wurde er vom Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM). «Unser Ziel ist es, lustvoll auf das Vorlesen aufmerksam zu machen und es zu fördern», sagt Projektleiterin Christine Weber. So hatten etwa Primarschüler Geschichten geschrieben, sie in PET-Flaschen gesteckt und nach diesen geangelt. Wer eine an der Angel hatte, konnte zu den anwesenden Erzählerinnen gehen und sich die Geschichte vorlesen lassen. Denn Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und lernen leichter lesen und schreiben. Neben Züsli standen auch Musiker Tobi Gmür, Alt Stadträtin Ursula Stämmer, Stadtrat Adrian Borgula, und Benedikt von Peter, Direktor des Luzerner Theater, im Einsatz.

«Der offene Kühlschrank»

Lustvoll las Beat Züsli im Bus vor. Seine Worte wurden über Lautsprecher im Bus übertragen. Passagiere stiegen aus dem Bus aus, andere wieder ein, einige blieben spontan noch länger sitzen. Und nach jeder Geschichte stellte sich der Stadtpräsident von neuem vor. Endstation war nach sechs Geschichten bei der Busschleife in Kriens. Züsli verabschiedet sich. Die Buspassagiere klatschten ein letztes Mal. Ein ältere Busfahrerin sagte: «Das haben Sie total schön gemacht, Herr Stadtpräsident.»

Vorlesetag ein Erfolg

Schweizweit haben rund 5000 Vorleser am ersten Schweizer Vorlesetag Geschichten erzählt. Schätzungweise rund 45'000 Kinder und Jugendliche seien in den Genuss von Geschichten gekommen, teilt das SIKJM. Der nächste Vorlesetag findet am 22. Mai 2019 statt.

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