Wer in Meggen Frischfleisch will, muss jetzt zum Drogisten

Nach Sursee schliesst auch die Ueli-Hof-Filiale auf dem Megger Dorfplatz. Trotzdem boomt das Geschäft der Luzerner Bio-Metzgerei – auch dank einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit.

Sandra Monika Ziegler
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Das Luzerner Zugpferd: Die Ueli-Hof Bio Metzgerei an der Moosmattstrasse. Bild: (Boris Bürgisser (Luzern, 4. Januar 2019))

Das Luzerner Zugpferd: Die Ueli-Hof Bio Metzgerei an der Moosmattstrasse.
Bild: (Boris Bürgisser (Luzern, 4. Januar 2019))

Die Ueli-Hof Biometzgerei auf dem Megger Dorfplatz ist geschlossen, seit dem 1. Januar ist Schluss mit dem Verkauf. «Wir hatten an diesem Standort zu wenig Frequenz, um den Laden als reine Metzgerei zu führen», erklärt Ueli-Hof-Geschäftsführer Martin Schmitz. Sechs Jahre lang war die Metzgerei in Meggen. Ganz verschwinden wird der Ueli-Hof aber nicht. Es kommt zu einer Zusammenarbeit mit der benachbarten Dropa-Drogerie Rogger.

Im nun freien Ladenlokal eröffnet die Drogerie am 1. März einen Ableger. Drogist Lars Rogger erklärt die Geschäftserweiterung: «Unter dem Namen Roggers Lädeli Bio & Genuss werden wir biologische Lebensmittel anbieten.» Dabei lautet die Devise natürlich und nachhaltig produziert, wie Rogger erklärt: «Unser Angebot umfasst diverse Bio-Lebensmittel. So auch vegane Jogurts, Olivenöl, Honig oder auch Getreide um nur einige zu nennen.»

Frisches Fleisch gibt es auf Bestellung

Ebenso im Sortiment werden ausgewählte vakuumierte und getrocknete Ueli-Hof-Produkte sein. «Das passt zu unserem Angebot und unserer Philosophie. Und wer Frischfleisch will, kann direkt im Laden bestellen und auch hier wieder abholen», sagt Rogger. Ein weiterer Partner der Drogerie ist «Regiofair», ein Zusammenschluss von Bauern aus der Zentralschweiz. Diese Produkte werden nach den Vorschriften von BioSuisse hergestellt und verarbeitet.

Für den Ueli-Hof-Geschäftsführer Schmitz passt die geplante Zusammenarbeit mit Rogger bestens ins Konzept. Denn der Detailhandel sei im Wandel und müsse flexiblere Absatzkanäle finden, der reine Metzgerbetrieb habe es zunehmend schwerer. Eine Ausnahme ist die Ueli-Hof-Filiale im Stadtluzerner Moosmatt-Quartier. «Ja, das war die erste Metzgerei, die wir ausserhalb vom Bio-Hofladen Mättiwil in St. Niklausen vor bald neun Jahren eröffnet haben, das ist nach wie vor unser städtisches Zugpferd», bestätigt Schmitz.

Und auch in der Bio-Fleischmanufaktur in Ebikon wird nebst dem Verkaufsgeschäft und den bedienten Tischen ein Take-away mit Mittagsmenus betrieben. Zudem setzt die Ueli-Hof AG jetzt auch vermehrt auf den Online-Verkauf und das Catering, zwei Geschäftsfelder die stetig wachsen, wie Schmitz sagt.  

Umweltpreis für Ebikoner Betrieb

Ausser den Filialen Moosmatt und Ebikon betreibt der Ueli-Hof nun keine eigenen Läden mehr. Auch die Filiale in Sursee wurde im letzten Sommer geschlossen. Das Unternehmen Ueli-Hof, das bewusst auf Kleinproduzenten setzt, wird von 25 Bauern aus der Region Luzern beliefert. «So sind wir sicher, woher das Tier kommt und wie die Tiere gehalten werden», sagt Martin Schmitz. Geschlachtet und verarbeitet werden die Tiere jeweils vor Ort in der Manufaktur in Ebikon.

«Das wir selber metzgen hat den Vorteil, dass die Tiere einen kurzen Transportweg haben und wir auch das ganze Tier verarbeiten können. Das trägt ebenfalls zur Nachhaltigkeit bei», so Martin Schmitz. Der Ebikoner Betrieb wurde 2018 mit dem Umweltpreis der Albert Koechlin Stiftung ausgezeichnet.