Wer keine Chance hat, wird zuerst behandelt

Bundesrätin Sommaruga sagt in Emmen, wie sie die Asylverfahren beschleunigen will – und zwar sofort.

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Simonetta Sommaruga. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Simonetta Sommaruga. (Bild: Manuela Jans/Neue LZ)

Im voll besetzten kleinen Gersag-Saal in Emmenbrücke zeigte sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga am Montagabend überrascht – über die Sachlichkeit der Debatte zu einem emotional aufgeladenen Thema. Sommaruga ging dabei auf die Bedenken aus der Bevölkerung ein und versprach nicht nur eine Beschleunigung der Asylverfahren, sondern auch Sofortmassnahmen. So sollen Prioritäten gesetzt werden. Asylbewerber, die keine Chance auf Asyl hätten, wie etwa Tunesier oder Roma aus Serbien, würden zuerst behandelt, damit man rasch abschlägige Entscheide fällen könne.

Für die bereits angekündigte Verkürzung der Verfahren von heute durchschnittlich 1400 Tagen auf rund 120 Tage will die Bundesrätin noch in diesem Jahr eine Vorlage in die Vernehmlassung schicken. Auch die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) setzt sich für schnellere Verfahren ein. Es brauche etwa 15 nationale Verfahrenszentren, sagt SFH-Generalsekretär Beat Meiner.

Lea Wertheimer

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