Werden die Pfarrer zu Steuerkommissären?

Der Bischof von Chur wendet sich heute mit einem Hirtenbrief an seine Gläubigen. Mit brisantem Inhalt.

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Der Churer Bischof Vitus Huonder. (Bild: Keystone)

Der Churer Bischof Vitus Huonder. (Bild: Keystone)

In einem kürzlich veröffentlichten Urteil hält das Schweizer Bundesgericht fest: Wer aus seiner Kirchgemeinde austritt, aber weiterhin als Katholik praktiziert, darf die Dienstleistungen der Kirche nicht übermässig nutzen. Die sogenannten partiellen Kirchenaustritte beschäftigen die Kirchenpolitiker. Der Präsident des Zürcher Synodalrats, Benno Schnüriger, etwa fordert nun die Seelsorger, Pfarrer und Gemeindeleiter auf, Missbräuche zu melden. Solche «Steuerkommissäre» finden bei den Bistümern und auch bei der Luzerner Landeskirche jedoch wenig Anklang.

In den Bistümern Basel, St. Gallen und Chur gab es in den letzten Jahren etwa 50 partielle Kirchenaustritte. Das Kreuz mit der Kirchensteuer Im Gegenteil: Der Churer Bischof Vitus Huonder wird heute in einem Schreiben an seine Gläubigen die Kirchensteuern thematisieren, wie sein Sprecher Giuseppe Garcia auf Anfrage unserer Zeitung sagt. Der Bischof werde alle Gläubigen, die keine Steuern mehr zahlen und das Steuersystem ablehnen, dazu aufrufen, auf andere Weise solidarisch zu sein. Beispielsweise mit einer Spende in einen Solidaritätsfonds. Doch diese Idee kommt nicht überall gut an. Denn in den meisten Kantonen wird die obligatorische Kirchensteuer der Katholiken für die lokalen Aufgaben der Kirchgemeinden und der Landeskirchen verwendet.

Christian Bertschi

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