Werden Patienten zu früh entlassen?

Ab 2012 gilt die neue Spitalfinanzierung. Nun warnen Ärzte und Patientenschützer. Sie befürchten «blutige Entlassungen».

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Auch noch nicht «völlig» genesene Patienten könnten aus dem Spital entlassen werden, so befürchten die Gegner der Fallpauschale. (Bild: Karikatur Jals)

Auch noch nicht «völlig» genesene Patienten könnten aus dem Spital entlassen werden, so befürchten die Gegner der Fallpauschale. (Bild: Karikatur Jals)

Die Spitäler stehen vor einer grossen Änderung: Ab nächstem Jahr müssen sie nach Fallpauschalen abrechnen, die heutigen Tagespauschalen verschwinden. Die neue Spitalfinanzierung hat möglicherweise Folgen für die Patientinnen – negative, wie Urs Thumm, Vorstandsmitglied der Patientenstelle Zentralschweiz, befürchtet. «Die Spitäler erhalten beispielsweise für alle Blinddarmoperationen gleich viel Geld – egal, wie lange der Patient im Spital bleibt.» Die Spitäler würden deshalb ihre Patienten möglichst schnell wieder entlassen, um Kosten zu sparen, sagt der frühere SP-Kantonsrat.

Petition eingereicht

Die so genannten «blutigen Entlassungen» und die damit verbundenen Konsequenzen bei der Nachbetreuung sind eine grosse Befürchtung von Patientenorganisationen in der ganzen Schweiz. Ärzte und Patientenschützer haben deshalb eine Petition lanciert, um die Einführung der Fallpauschalen zu verschieben. Unterzeichnet haben bisher über 4500 Personen.

Guido Schüpfer, Leiter Stab Medizin des Luzerner Kantonsspitals, kennt die Befürchtungen. Aus seiner Sicht sind sie unbegründet: «Zu frühe Entlassungen liegen weder im Interesse des Spitals noch in jenem der Patienten», sagt er.

Karin Winistörfer

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