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Werden zu laute Autos bald geblitzt?

Schweizweit leidet rund eine Million Menschen an Lärmbelastung. Dies verursache höhere Kosten als stau- oder verkehrsbedingte Unfälle, sagt der Lärmschutzverband. Eine neue Methode könnte helfen – sofern der Bund mitspielt.
Martina Odermatt
Jeder Siebte leidet tagsüber unter dem Lärm des Strassenverkehrs. Symbolbild: Boris Bürgisser.

Jeder Siebte leidet tagsüber unter dem Lärm des Strassenverkehrs. Symbolbild: Boris Bürgisser.

«Autos wegen übermässigem Verkehrslärm aufgrund ausgebauten Schalldämpfern sichergestellt.» Oder: «Bei Verkehrskontrollen sind einige Personenwagen aufgefallen, die zu laut waren und teilweise mit unerlaubten Fahrwerken ausgestattet waren.» Das schrieb die Luzerner Polizei 2018 verschiedentlich in Medienmitteilungen. Nebst der Geschwindigkeit liegt das Augenmerk der Verkehrshüter vermehrt auch auf der Lärmbelastung der Fahrzeuge.

Dies scheint auch nötig: Gemäss dem Bundesamt für Statistik ist tagsüber jede siebte und in der Nacht jede achte Person in der Schweiz von schädlichem oder lästigem Strassenverkehrslärm betroffen. Das entspricht etwa 1 bis 1,1 Millionen Personen. Über 90 Prozent der betroffenen Personen leben in und um grössere Zentren.

Lärm verursacht Kosten von zwei Milliarden Franken

Am heutigen «Tag gegen den Lärm», der dieses Jahr unter dem Motto «Laut ist out» stattfindet, wollen verschiedene Organisationen auf die Lärmbelastung aufmerksam machen. Denn: Lärm stresst und macht krank. Strassenlärm verursacht in der Schweiz jedes Jahr externe Kosten von über zwei Milliarden Franken, was etwa die stau- oder verkehrsbedingten Unfallkosten übersteigt, wie es in der Mitteilung der Vereinigung kantonaler Lärmschutzfachleute heisst.

Ein Blick in die Kriminalstatistik der Luzerner Polizei bestätigt diese Tendenz: Im Jahr 2018 sind 188 Straftaten zur Ruhestörung erfasst worden. Im Jahr 2017 waren es 191 Straftaten und im Jahr 2016 wurde 165 Mal gegen die Ruhestörung verstossen. Die Luzerner Polizei führt jedoch keine separate Auswertung durch. In diesen Zahlen sind also Ruhestörungen wie auch unanständiges Benehmen enthalten, wie Sprecher Urs Wigger mitteilt. Aber Wigger sagt auch: «In den letzten Jahren hat sich eine gewisse Tuning-Szene in der Stadt Luzern etabliert.» Diesbezüglich würden immer wieder Kontrollen durchgeführt, bei welchen Fahrzeuge sichergestellt werden. Nebst sporadischen Schwerpunktkontrollen werden auch bei Tuning-Treffen solch koordinierte Kontrollen durchgeführt, wobei der Veranstalter über diese oft vorgängig informiert werde.

Diese Kontrollen scheinen einigen Politikern nicht weit genug zu greifen. Im Genfer Parlament etwa war von sogenannten Lärmblitzern die Rede. Statt die Geschwindigkeit würden diese die Lärmbelastung messen. Auch in den Kantonen Zürich, Aargau und Basel forderten Politiker die Prüfung solcher Anlagen. Die Krux: Ein solcher Apparat existiert noch gar nicht. Hervé Lissek, Leiter Akustik der ETH Lausanne, ist aber überzeugt, eine solche in zwei bis vier Jahren entwickeln zu können. Zuerst wäre allerdings eine entsprechende Rechtsgrundlage auf Bundesebene notwendig. Der Bundesrat seinerseits schrieb in einer Antwort auf einen entsprechenden Vorstoss, dass man es begrüssen würde, wenn Kantone Messmethoden entwickeln würden, «mit denen übermässige Lärmemissionen messtechnisch erfasst und gegebenenfalls geahndet werden könnten».

Im Kanton Luzern sind Lärmblitzer bis anhin kein Thema. «Ein entsprechender Einsatz im Kanton Luzern lässt sich erst nach der Entwicklung eines solchen Geräts prüfen», sagt Judith Setz, Kommunikationsverantwortliche des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements.

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