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WERNER KEISER: Er ist Sempachs frechster Schreiber

Werner Keiser (57) gibt die Fasnachtszeitung «Städtlimotzer» heraus. Diesmal im Fokus: Eicher Stammtisch-Immigranten, die in Sempach Zuflucht fanden.
Werner Keiser mit seinem «Städtlimotzer». (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Werner Keiser mit seinem «Städtlimotzer». (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Bereits zum neunten Mal erscheint pünktlich zur Fasnacht der «Städtlimotzer», laut Selbstdeklaration «Sempachs einzige Humorzeitung mit Pfiff und Pfeffer». Das ist natürlich auch ein kleiner Seitenhieb gegen die offizielle Sempacher Fasnachtszeitung «Hellebarde».

An Seitenhieben und Pointen mangelt es dem «Städtlimotzer» allgemein nicht: Die zahlreichen Illustrationen sind gewürzt mit bissigen Kommentaren zu Behörden und Lokalprominenz. Nicht fehlen dürfen auch die Themen, die Sempach bewegen: Der Schlachtjahrzeit-Knatsch findet genauso seine Berücksichtigung wie das Theater zur Neugestaltung des Sempacher Städtlis.

Werner Keiser, der den «Städtlimotzer» seit 1994 in Eigenregie herausgibt, will nicht planlos über alles und jeden motzen: «Ich möchte den Sempacherinnen und Sempachern auf liebenswürdige Weise an den Karren fahren», so Keiser. Natürlich wird er deswegen auch selbst oft aufs Korn genommen. Selbstverständlich kriegt er in der «Hellebarde», der offiziellen Sempacher Fasnachtszeitung, sein Fett weg. Keiser nimmts mit Humor: «In einer Ausgabe wurde ich sechsmal erwähnt. Das schaffen bisweilen nicht einmal die Politiker.»

Sein «Städtlimotzer» soll allerdings nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Mit spitzer Feder geht der in Sempach tätige Sprachlehrer etwa der Frage nach, weshalb auf der Strasse immer seltener gegrüsst wird und wie man den Grussverweigerern am besten begegne. «In jedem Bild und jedem Text steckt eine Botschaft, oft ist sie gesellschaftskritisch», sagt Keiser, der sich als Querdenker bezeichnet. Auch deswegen hat er 2008 als Parteiloser für das Stadtpräsidium kandidiert und verloren.

Infos vom Stammtisch
Seine Informationen für das 32-seitige Heft sammelt der 57-jährige Autor im Alltag. Er, der mitten im Sempacher Städtli lebt, hält Augen und Ohren offen. Weil der «Städtlimotzer» mittlerweile gut bekannt ist, werden ihm auch regelmässig Geschichten zugetragen. Eine wertvolle Quelle sind für Keiser die Stammtische diverser Sempacher Beizen: «Wenn die Leute getrunken haben, rücken sie raus mit der Wahrheit», ist Keiser überzeugt.

Nur logisch, widmet er den Stammtischen in der aktuellen Ausgabe des «Städtlimotzers» auch gebührend Platz. So thematisiert Keiser etwa den kurzfristigen Umzug der Stammtisch-Höckler aus Eich nach Sempach, die wegen der Renovation ihres Stammlokals eine Übergangsbleibe suchten. Weil ihr Heimat-Stammtisch seit dem Umbau jedoch nicht mehr aussieht, wie ein Stammtisch aussehen muss, geniessen die Gäste aus Eich jetzt Dauerasyl im Sempacher «Ochsen».

Spender decken das Minus
Trotz 9 Franken Verkaufspreis resultierte für Werner Keiser bisher immer ein Defizit. Zahlreiche Gönner helfen allerdings mit, dieses im Rahmen zu halten. Weil die Spenden 2009 besonders zahlreich geflossen sind, hat Keiser die Auflage von 600 auf 800 Exemplare erhöht.

Emanuel Thaler

HINWEIS
Der «Städtlimotzer» erscheint offiziell am 11. Februar und ist für 9 Franken an diversen Verkaufsstellen sowie bei Werner Keiser direkt erhältlich. Die offizielle Fasnachtszeitung «Hellebarde» ist bei der Fasnachtsgesellschaft, www.fg-sempa.ch , erhältlich und kostet 5.50 Franken.

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