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AG will Missionsseminar Höchweid in Werthenstein kaufen

Begleitetes Wohnen im Alter: Dieses Projekt verfolgt die neu gegründete Bewia Höchweid AG. Sie will das ehemalige Seminar der Missionare von der Heiligen Familie für maximal 4,2 Millionen Franken kaufen. Zuvor ist allerdings eine Umzonung nötig.
Susanne Balli
Das ehemalige Seminar der Missionare von der Heiligen Familie im Ruswiler Ortsteil Werthenstein-Höchweid. (Bild: Nadia Schärli, 2. Mai 2016)

Das ehemalige Seminar der Missionare von der Heiligen Familie im Ruswiler Ortsteil Werthenstein-Höchweid. (Bild: Nadia Schärli, 2. Mai 2016)

Im ehemaligen Seminar der Missionare von der Heiligen Familie soll ein Wohnkonzept für aktive Seniorinnen und Senioren realisiert werden. Die Idee für das heute überwiegend leer stehende Seminar im Ruswiler Ortsteil Werthenstein-Höchweid wurde bereits im letzten Frühsommer publik.

Mittlerweile ist klar: Im Dezember letzten Jahres wurde die Bewia Höchweid AG gegründet. Der Name Bewia steht für begleitetes Wohnen im Alter. Verwaltungsratspräsident Beat Paul Dahinden aus Entlebuch sagt auf Anfrage unserer Zeitung: «Die Gesellschaft wird von 37 Aktionären mitgetragen. Es handelt sich um eine breite Gruppe von Personen aus allen Lebenslagen und Wohnschichten.» Mittlerweile seien viele planerische Abklärungen gemacht worden. Konkret: «Es wurde ein Vorprojekt inklusive der entsprechenden Pläne und eines Betriebsreglement ausgearbeitet», sagt Dahinden. Dieses wurde im Juni bei der Gemeinde Ruswil eingereicht und im Juli dem Kanton zur Vorprüfung vorgelegt.

Wohnungen, Arztpraxis und Restaurant

Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren sind die wenigen verbliebenen Missionare von der Heiligen Familie nach Nuolen (SZ) gezügelt. Zurück blieb die knapp 28'700 Quadratmeter grosse Liegenschaft und die Frage nach der künftigen Nutzung. Die Antwort liefert die Bewia Höchweid AG. Im Gebäude in Betonbauweise mit Baujahr 1967 sind zirka 33 Wohnungen für aktive Seniorinnen und Senioren geplant, die keiner besonderen Pflege bedürfen. Zirka die Hälfte der Wohnungen soll vermietet, die andere verkauft werden. Zudem sollen auch ein Restaurant mit Gartensitzplatz und weitere Dienstleistungen wie etwa eine Arztpraxis oder eine Physiotherapiestelle entstehen. «Welche Praxis genau kommt, wissen wir derzeit noch nicht», sagt Dahinden. Die Senioren sollen in der Höchweid einen aktiven Part einnehmen und damit Gutschriften für Leistungen erhalten, welche sie gegenseitig eintauschen können.

Die Bewia Höchweid AG erfüllt laut Dahinden einen nachhaltigen Zweck. Dies ist auch ein Wunsch des Missionsvereins von der Heiligen Familie für den Verkauf der Liegenschaft. Die AG plant, den Gebäudekomplex mittelfristig für maximal 4,2 Millionen Franken zu kaufen. «Wir mussten den Maximalpreis aus handelsrechtlichen Gründen plafonieren. Diesbezüglich bestehen auch Verträge mit den Eigentümerschaften», so Dahinden. Der Preis und das Kaufrecht werden bis Ende Oktober ausgehandelt. Die AG habe aber aus Gründen einer grösseren Sicherheit für die Aktionäre einen Kaufrechtsvertrag aushandeln können. Dieser ermöglicht es der Bewia Höchweid AG, ihr Vorhaben innerhalb einer gewissen Frist, die noch nicht festgelegt wurde, auszuführen.

«Seitens des Missionsvereines sind wir derzeit in der Warteposition»

Aus der Liegenschaft werde kein Spekulationsobjekt entstehen. Der Kauf der Wohnungen soll mit Auflagen verknüpft werden. Sollte ein Eigentümer eine Wohnung wieder veräussern, wird diese von der Trägergesellschaft zum ursprünglichen Verkaufspreis zurückgekauft. Etwas klarer ist nun auch der Zeitplan. Für das vorgesehene Projekt ist eine Umzonung notwendig. Das Gebäude, das auf Ruswiler Gemeindegebiet steht, liegt nämlich in der Sonderbauzone A, einer eng umschriebenen Zone, die ausschliesslich den Zwecken des Missionsvereins von der Heiligen Familie dient. Ruswil hat gemäss Gemeindepräsident Leo Müller (CVP) anfangs Juli 2018 die Unterlagen beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Bis Mitte August läuft kantonsintern die Ämtervernehmlassung. Nach deren Auswertung wird der Regierungsrat den Vorprüfungsbericht verabschieden und der Gemeinde voraussichtlich im September zustellen.

«Zuversichtlich, dass Umzonung gelingen wird»

Die Missionare haben die Maklerfirma Pro Secur mit dem Verkauf des Gebäudes beauftragt. Geschäftsführer Ralf Olbrück: «Seitens des Missionsvereines sind wir derzeit in der Warteposition, da das benötigte Verfahren zur Zonenänderung derzeit noch nicht abgeschlossen ist. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass eine Umzonung aufgrund der bisherigen Aktivitäten gelingen wird.»

Beat Paul Dahinden rechnet damit, dass zirka im Jahr 2021 eine Baubewilligung vorliegen wird, falls alle vorausgehenden Schritte planmässig gemacht werden können.

Die Missionare von der Heiligen Familie sind eine katholische Ordensgemeinschaft, die 950 Mitglieder in 21 Ländern zählt.

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