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Werthenstein: Hier sollen künftig Senioren leben

Das Seminar der Missionare von der Heiligen Familie steht seit einem Jahr leer. Ein Verkauf der Liegenschaft gestaltet sich schwierig. Nun steht eine neue Idee im Raum, die aber noch viele Hürden nehmen muss.
Susanne Balli
Die Gebäude des ehemaligen Missionarsseminars der Heiligen Familie. (Bild: Nadia Schärli, Ruswil, 2. Mai 2016)

Die Gebäude des ehemaligen Missionarsseminars der Heiligen Familie. (Bild: Nadia Schärli, Ruswil, 2. Mai 2016)

Ziemlich exakt vor einem Jahr ist im Ruswiler Ortsteil Werthen­stein-Höchweid eine Ära zu Ende gegangen. Die verbliebenen Missionare von der Heiligen Familie verliessen ihr Seminar und zügelten zu Mitbrüdern nach Nuolen im Kanton Schwyz. Was bleibt, ist die knapp 28 700 Quadratmeter grosse Liegenschaft mit 26 Doppel- und 11 Einzelzimmern, diversen Büros und Sälen sowie eine Hauskapelle. Und die Frage, was mit dem grossen Gebäudekomplex geschehen soll.

Jetzt steht eine neue Idee im Raum. Auf dem Areal des ehemaligen Missionsseminars Höchweid soll ein Wohnkonzept für aktive Seniorinnen und Senioren entstehen, wie der «Entlebucher Anzeiger» vermeldet. Neben 27 Wohnungen sind ein Restaurant mit Gartensitzplatz und weitere Dienstleistungen wie etwa eine Arztpraxis oder eine Physiotherapiestelle geplant. Die Senioren, welche in der Höchweid wohnen möchten, sollen dabei einen aktiven Part einnehmen, indem sie einander helfen und im Betrieb mitarbeiten. Für die Mitarbeit sollen sie Gutschriften erhalten, die sie gegen andere Leistungen einlösen können.

Das Projekt «Begleitetes Wohnen im Alter» richtet sich denn auch an Personen nach der Pensionierung, die keiner besonderen Pflege bedürfen.

Objektspekulation ist nicht erwünscht

Dem Initiator des Projekts, Beat Paul Dahinden aus Entlebuch, schwebt die Idee vor, das Betongebäude aus dem Jahr 1967 umzubauen. Für die Beantwortung der Fragen unserer Zeitung verweist er auf die Firma Pro Secur mit Sitz in Köln. Die Maklerfirma wurde von den Missionaren mit dem Verkauf des Gebäudes beauftragt. Die Firma hat sich auf die Veräusserung von kirchlichen Objekten in ganz Europa spezialisiert. Die Hälfte der zirka 27 geplanten Wohnungen in der Höchweid soll verkauft und der Rest zu einem erschwinglichen Preis vermietet werden. «Wichtig ist uns, dass es kein Spekulationsobjekt wird», sagt Ralf Olbrück, Geschäftsführer von Pro Secur. Darum sei der Kauf der Wohnungen mit Auflagen verknüpft. «Möchte ein Eigentümer eine Wohnung wieder veräussern, wird diese von der Trägergesellschaft zum ursprünglichen Verkaufspreis zurückgekauft.» Die Wohnung könne dann zu einem attraktiven Preis wieder verkauft oder vermietet werden. Die gesamte vermietbare Fläche beträgt zirka 2480 Quadratmeter exklusive Loggien, Verkehrsflächen, Schutz- und Technikräumen. In der Lage ausserhalb des Dorfes sieht Olbrück kein Problem, da sich das Projekt an aktive und mobile Senioren richtet, die eine ruhige Wohnlage suchen.

Bis die Idee in die Realität umgesetzt werden kann, müssen allerdings noch viele Hürden genommen werden. Für die Finanzierung des Projekts soll laut Olbrück eine AG gegründet werden. Der Verkaufspreis werde nicht kommuniziert.

Derzeit eng umschriebene Sonderbauzone

Einen zentralen Knackpunkt stellt die Umzonung der Liegenschaft dar, die für eine künftige Umnutzung des Missionsseminars notwendig ist. Das Gebäude, das auf Ruswiler Gemeindegebiet steht, liegt in der Sonderbauzone A, welche sehr eng umschrieben ist und ausschliesslich den Zwecken des Missionsvereins von der Heiligen Familie dient. Ruswils Gemeindepräsident Leo Müller sagt auf Anfrage: «Wir wollten in einer Miniversion einer Ortsplanungsrevision das Höchweid-Areal umzonen. Doch der Kanton hat unser Anliegen abgelehnt.» Zuerst müsse ein konkretes Projekt vorliegen, damit eine entsprechende Zonenänderung geplant werden könne. «Dies haben wir den Eigentümern so mitgeteilt. Die Gemeinde wird aber entsprechende Projekte wohlwollend prüfen.»

Derzeit ist laut Ralf Olbrück ein Architekturbüro dabei, ein Vorprojekt auszuarbeiten. Dieses werde dann der Gemeinde eingereicht. Stösst es auf Anklang, ist ein nächster Schritt die Umzonung, welche die Zustimmung von Kanton und Bevölkerung braucht. Eine Umsetzung des Projekts sei also erst in rund zwei Jahren realistisch.

Hinweis: Die Missionare von der Heiligen Familie sind eine katholische Ordensgemeinschaft, die 950 Mitglieder in 21 Ländern zählt (in der Schweiz 22 Mitglieder).

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