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WERTHENSTEIN: Kanton rechnet jederzeit mit weiterem Felsabbruch

Eine Studie zeigt: Die instabile Felswand unterhalb des Klosters Wer­then­stein muss nun gesichert werden. 1000 Kubikmeter Fels drohen herunterzudonnern.
Blick auf die absturzgefährdete Felspartie unterhalb der Klosteranlage Werthenstein gestern. Der Uferbereich ist seit geraumer Zeit gesperrt. (Bild: Dominik Wunderli)

Blick auf die absturzgefährdete Felspartie unterhalb der Klosteranlage Werthenstein gestern. Der Uferbereich ist seit geraumer Zeit gesperrt. (Bild: Dominik Wunderli)

Der Flussraum der Kleinen Emme unterhalb des ehemaligen Klosters Wer­thenstein ist für Personen weiterhin tabu. Und das wird wohl noch längere Zeit so bleiben. Im vergangenen April hat sich zum wiederholten Mal ein Felspaket gelöst. Rund 800 Kubikmeter Material rutschten in die Kleine Emme ab.

Details noch unter Verschluss

Aufgrund der instabilen Situation hat die Dienststelle Immobilien des Kantons als Eigentümerin der denkmalgeschützten Klosteranlage aus dem 17. Jahrhundert eine geologische Studie in Auftrag gegeben. Diese Studie ist mittlerweile abgeschlossen. Was sie genau ergeben hat, darüber gibt es vom Kanton keine Auskunft. Detailinformationen über die Studie und über das weitere Vorgehen seien nach weiteren internen Abklärungen vorgesehen, wie Franz Müller, Leiter Baumanagement der Dienststelle Immobilien, auf Anfrage sagt. Müller sagt immerhin so viel: «Die Studie hat den Erodierungsprozess der Felsoberfläche und eine Auswaschung der weichen Felsteile bestätigt.» Dieser Prozess schreite auch voran. «Die Studie zeigt, dass man jederzeit mit einem weiteren Felsabbruch rechnen muss.»

Bereits im letzten Jahr ergab eine Bestandesaufnahme des Felsens mittels Messungen, die zwischen Januar und März durchgeführt wurden, dass sich ein rund 1000 Kubikmeter grosses Felspaket um mehrere Zentimeter bewegt und abzurutschen droht. Daraufhin wurden weitere Messstellen eingerichtet. Laut Müller werden aktuell keine Messungen an der instabilen Felswand gemacht. Trotzdem: «Man muss die Situa­tion aber sicher im Auge behalten. Der Klosterhügel als Ganzes bleibt stabil.»

Eine unmittelbare Gefahr für die gegenüberliegende Strasse und Bahn­linie sowie für die Häuser an der Kantonsstrasse besteht laut Müller «soweit heute absehbar nicht. Das Gefährdungsbild ist je nach aktueller Situation zu prüfen und kann sich je nach Wasserstand und Zeitpunkt des Abbruchs für allfällige Überschwemmungen verändern.» Heisst: Sollte sich ein Felsabbruch ereignen, wenn die Kleine Emme gerade Hochwasser führt, könnte es prekär werden.

Szenarien: Netze, Anker, Beton

Wie aber soll die Gefahr einer weiteren Erodierung der Felswand gestoppt werden? Laut Müller hat die geologische Studie «gewisse Massnahmen» aufgezeigt, die denkbar wären, um die Felswand zu stabilisieren. Ein mögliches Szenario sei es, die Wand mit Netzen, Ankern und Beton zu befestigen, bestätigt Müller. Welche Massnahmen schliesslich aber getroffen werden, kann er zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen, aber: «Die Fachexperten empfehlen, dass man Massnahmen ergreifen muss. Aufgrund der jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnisse wird in den nächsten Wochen das weitere Vorgehen mit dem Bund, dem Kanton und den Gemeinden abgesprochen und koordiniert.»

Betroffen ist neben der Gemeinde Werthenstein die Gemeinde Ruswil. Ruswil ist für die Sicherheit und die Absperrung des betroffenen Flussraumes zuständig, weil das gegenüberliegende Flussufer mit Strasse und Häusern auf Ruswiler Boden steht. Bei der Gemeinde Ruswil gibt es auf Anfrage zur Situation keine Auskunft. Der Leiter Bau und Infrastruktur verweist an den Kanton.

Offene Kostenfrage

Bleiben noch die Fragen, was die Felssicherung kostet und wer diese bezahlen muss. Müller sagt dazu: «Das ist noch nicht klar. Die Gespräche sind am Laufen.» So müssen laut Müller beispielsweise mit dem Bund allfällige Subventionen ausgehandelt werden. «Da im Moment kein Projekt zur Felssicherung aufgegleist ist, gibt es auch noch keine Kostenschätzung.»

Susanne Balli

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