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WERTHENSTEIN: Padres haben Mühe, Heim zu verkaufen

Die Missionare von der Heiligen Familie zügeln im Juni in den Kanton Schwyz. Der Verkauf ihrer Liegenschaft gestaltet sich kompliziert.
Susanne Balli
Das Seminar der Missionare von der Heiligen Familie in der Höchweid über Werthenstein (Betonbau im Hintergrund). (Bild Nadia Schärli)

Das Seminar der Missionare von der Heiligen Familie in der Höchweid über Werthenstein (Betonbau im Hintergrund). (Bild Nadia Schärli)

Susanne Balli

Nicht alle der sechs Padres von der Heiligen Familie denken gerne daran, was ihnen nächstens bevorsteht. Im kommenden Juni werden die Missionare ihr Seminar in der Höchweid über Werthenstein verlassen und zu Mitbrüdern nach Nuolen in den Kanton Schwyz ziehen (Ausgabe vom 24. September 2015). «Zwei von uns wohnen bereits seit 40 Jahren hier. Ihnen fällt es schon sehr schwer, wegzugehen. Zumal es in fortgeschrittenem Alter schwieriger wird, an einen anderen Ort zu ziehen», sagt Pater Roman Zwick (67). Zwei Missionare haben den Umzug bereits hinter sich.

Vor einem Jahr hatten die Missionare von der Heiligen Familie (siehe Kasten) bekannt gegeben, dass sie Werthenstein verlassen werden. Ihr bisheriges Heim mit 26 Doppel- und 11 Einzelzimmern, diversen Büros, Sälen und einer Hauskapelle ist für die kleine Gemeinschaft zu gross geworden, insbesondere auch die finanzielle Belastung.

Eng umschriebene Sonderzone

Auch wenn die Padres nicht so gerne darüber sprechen, rückt der Umzug immer näher. In weiter Ferne hingegen scheint der Verkauf der Liegenschaft in der Höchweid zu sein. Zwar haben die Missionare eine Kölner Maklerfirma beauftragt, das Objekt zu verkaufen. Das Unterfangen gestaltet sich aber schwierig. «Das Gebäude steht auf Ruswiler Gemeindegebiet in einer Sonderzone, die relativ eng umschrieben ist», erklärt Pater Roman Zwick.

Wie Gemeindepräsident Leo Müller auf Anfrage mitteilt, liegt das Gebäude in der Sonderbauzone A und «dient ausschliesslich den Zwecken des Missionsvereins von der Heiligen Familie». Das heisst, für eine neue Nutzung der Liegenschaft wäre eine Umzonung nötig, für welche es die Zustimmung der Bevölkerung bräuchte. Es müssten also Interessenten gefunden werden, die das Gebäude einer neuen Nutzung zuführen wollen, ohne aber zu wissen, ob der Souverän einer Umzonung zustimmen würde.

Laut Gemeindepräsident Leo Müller ist es vorgesehen, dieses Areal in eine Zone umzuzonen, die eine sinnvolle Nutzung des Areals möglich macht. «Zulässige Nutzungen sollen Wohnen sowie nicht oder nur mässig störendes Arbeiten und öffentliche respektive halböffentliche Nutzungen sein, sofern sie die Wohnnutzung nicht beeinträchtigen», so Müller weiter.

Gebäude gilt als erhaltenswert

Es gibt zudem noch eine weitere Einschränkung für einen Verkauf des Betonbaus: «Er gilt als erhaltenswertes Gebäude, das im Bauinventar verzeichnet ist», so Pater Roman Zwick. «Wir gehen also davon aus, dass es noch längere Zeit dauern wird, bis wir eine Lösung gefunden haben.»

Heute ist der Westtrakt der Liegenschaft ans Wolhuser Hotel Rebstock vermietet, welches hier Zimmer für Saisonniers anbietet. Ein Fitnessstudio, welches einen grossen Saal bis vor kurzem nutzte, ist laut Pater Roman Zwick mittlerweile ausgezogen.

«Würden ein Asylheim begrüssen»

Die Padres von der Heiligen Familie würden es begrüssen, wenn das Haus wieder einem gemeinnützigen Zweck zugeführt würde. «Wir würden zum Beispiel eine Asylunterkunft begrüssen.» Die Gemeinde Ruswil erfüllt allerdings seit der Nutzung ihrer Zivilschutz-Sanitätsstelle als Asyl-Notunterkunft ihr Kontingent der Unterbringung von Asylsuchenden. Sie wird von 100 Personen als vorübergehendes Zuhause genutzt. Gemeindepräsident Leo Müller sagt dazu: «Die Gemeinde Ruswil hat mit dem Kanton vereinbart, dass während der Betriebsdauer der Asyl-Notunterkunft in der Mehrzweckhalle Wolfmatt bis August 2017 auf dem Gemeindegebiet von Ruswil kein weiteres Asylzentrum betrieben werden darf.»

950 Mitglieder in 21 Ländern

Orden sb. Die Missionare von der Heiligen Familie sind eine internationale katholische Ordensgemeinschaft, die heute 950 Mitglieder in 21 Ländern zählt. Eine erste Missionsschule beim Kloster Werthenstein reicht bis ins Jahr 1909 zurück.

Ab 1934 betrieben die Missionare in Nuolen SZ ein Gymnasium. Von 1941 bis 1966 führten sie in Werthenstein ein eigenes Seminar. 1950 gingen die ersten Ordensbrüder nach Madagaskar. Damals gehörten der Schweizer Provinz um die 90 Missionare an. Zwei Missionare sind heute noch in Madagaskar stationiert.

2011 Förderverein gegründet

Heute zählt die Gemeinschaft der Schweizer Provinz der Missionare von der Heiligen Familie noch 22 Mitglieder, die im Durchschnitt 76 Jahre alt sind. Der 2011 gegründete Förderverein Mission Hl. Familie befasst sich mit der Beschaffung und Verwaltung der zweckgebundenen Finanzen und deren Zuteilung an die genehmigten Projekte.

Hinweis

Am 15. Mai findet in Werthenstein anlässlich 400 Jahre Kirchweihe um 9.45 Uhr in der Wallfahrtskirche eine Jubiläumsfeier mit dem Franziskaner- Pater Pascal Marquard statt. Dabei werden auch die Padres von der Heiligen Familie verabschiedet.

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