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WESEMLIN: Quartier verliert die einzige Kita

Die Stadtluzerner Kindertagesstätte Nautilus schliesst im Mai ihre Tore. Die mehrjährige Suche nach einem neuen Standort blieb erfolglos. Nun braucht es eine neue Lösung für Kinder und Angestellte.
Luca Merlo
Kinder beim Spielen in einer Kita. (Symbolbild Archiv Zuger Zeitung)

Kinder beim Spielen in einer Kita. (Symbolbild Archiv Zuger Zeitung)

Luca Merlo

stadt@luzernerzeitung.ch

Seit 2008 befindet sich an der Mettenwylstrasse 11 im Wesemlin-Quartier die Kindertagesstätte Nautilus. Wegen eines Umbaus muss sie aber im kommenden Mai dort ausziehen. Das rosarote Gebäude gehört der Confiserie Bachmann, die dort in den 30er-Jahren ihr erstes Geschäft eröffnete und jetzt neue Wohnungen plant.

Dass die Unterbringung der Kita auf zehn Jahre befristet sein wird, war schon von Anfang an klar: «Die Lösung mit dem Bachmann-Haus war eigentlich ein Glücksfall für uns und ein idealer Standort für die neu gegründete Kita», erklärt Christa Rüegg, Kita-Leiterin und Mitgründerin des Vereins Nautilus. Trotz mehrjähriger Suche konnte der Verein aber keinen neuen Standort für die Tagesstätte finden.

Absage von der katholischen Kirche

Sehr gerne hätte man die Kita im neuen Quartierzentrum untergebracht, das von der Katholischen Kirchgemeinde Luzern an der Ecke Landschaustrasse/Abendweg an der Stelle des heutigen Wäsmeli-Träffs geplant wird. «Wir haben eine Lösung mit der katholischen Kirche angestrebt. Bis zur Fertigstellung des Zentrums, die frühestens 2021 erfolgt, hätten wir auch eine Übergangslösung gefunden», so Rüegg. Doch die Verhandlungen verliefen harzig. Bereits vor drei Jahren bewarb sich der Verein um Räumlichkeiten, erhielt dann aber letztes Jahr eine erste Absage, «weil wir nicht für die Räumlichkeiten berücksichtigt werden konnten», erzählt Rüegg. Nachdem es diesen Frühling eine Raumänderung in den Entwürfen des Zentrums gegeben hatte, «waren wir wieder im Gespräch und bewarben uns erneut mit einer konkreten Planeingabe. Aufgrund einer Redimensionierung des Projektes erhielten wir dann aber Ende Oktober eine enttäuschende definitive Absage.»

Quartier wollte lieber Läden unterbringen

Peter Bischof, Geschäftsführer der katholischen Kirchgemeinde, erklärt den Entscheid der Baukommission und des Kirchenrats so: «Neben dem Kernangebot des Zentrums – dem neuen Wäsmeli-Träff – war es für uns wichtig, bei der Aufteilung der weiteren Räumlichkeiten auf die Stimmen im Quartier zu hören.» In Gesprächen mit verschiedenen Quartierkräften hätte sich schliesslich gezeigt, dass vor allem die Unterbringung von bereits im Wesemlin ansässigen Läden wie zum Beispiel dem Giro ein grosses Anliegen sei. «Deshalb mussten wir leider bei der Kita und bei weiteren Interessenten Abstriche machen», sagt Bischof.

Der Verein Nautilus verschickte auch einige Anfragen für mögliche Kita-Standorte an Hauseigentümer und Erbengemeinschaften im Quartier. Diese wurden jedoch alle abgelehnt oder blieben unbeantwortet. Anfang November entschied man sich deshalb, die Kita aufzulösen, erklärt Christa Rüegg: «Länger konnten wir nicht warten. Unsere Mitarbeiterinnen und die Eltern mussten Gewissheit darüber haben, wie es weitergehen soll mit der Kita.»

Lösung für 24 Kinder gesucht

In der Kindertagesstätte Nautilus kümmern sich ein knappes Dutzend Leiterinnen, Erzieherinnen, Lernende und eine Köchin um die 24 Kinder, die ab einem Alter von 6 Monaten und bis zum Schuleintritt betreut werden. Insgesamt kommt der Verein auf rund 900 Stellenprozent, die nun abgebaut werden müssen. Einer Miterzieherin musste im Hinblick auf die Schliessung bereits im Oktober dieses Jahres gekündigt werden. «Wir sind sehr enttäuscht, dass wir nicht weitermachen können», sagt Christa Rüegg. Bis jetzt habe noch keine der Angestellten eine neue Stelle gefunden.

Auch gewisse Eltern seien ratlos, wo sie ihre Kinder nun unterbringen sollten. Der Verein Nautilus hofft auf Lösungen mit den umliegenden Tagesstätten, so zum Beispiel mit der Kita Kiriku an der Zürichstrasse oder der Kita in der Hirslanden-Klinik St. Anna. Rüegg vermutet vor allem für den Zeitraum von Mai 2018 bis Ende Schuljahr gewisse Engpässe bei den Kita-Plätzen. Und weil die Kita Nautilus auch Kindergartenkinder betreut, hofft Rüegg, «dass unsere zukünftigen Kindergärtler ab August alle einen Platz im städ­tischen Hort finden werden».

Wie es nach der Schliessung für sie selbst weitergeht, wisse sie noch nicht, sagt Rüegg. Doch weg von der Kinderbetreuung möchte sie nicht: «Ich habe ein paar Ideen für den Verein im Hinterkopf und würde gerne nochmals etwas Neues aufgleisen.» Mehr verrät sie nicht. Doch so viel scheint klar zu sein: Eine neue Kita im Wesemlin-Quartier wird es vorerst nicht geben.

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