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Weshalb es am Luzerner Wochenmarkt Lücken gibt

Seit Anfang 2019 sind nur noch Händler am Luzerner Wochenmarkt, die sich zuvor bewerben mussten. Doch ein erfolgreicher Zuschlag bedeutet nicht in allen Fällen, dass die Marktstände dann tatsächlich auch besetzt sind.
Sandra Monika Ziegler
Ein Stand mit frischen Produkten am Luzerner Wochenmarkt. (Bild: Nadia Schärli, 23. September 2017)

Ein Stand mit frischen Produkten am Luzerner Wochenmarkt. (Bild: Nadia Schärli, 23. September 2017)

Man erinnert sich: Der altehrwürdige Luzerner Wochenmarkt beschäftigte vor einigen Jahren die Gerichte. Eine Marktfahrerin, die keinen Stand erhalten hatte, wehrte sich auf juristischem Weg. Am Ende musste die Stadt Luzern ihre Vergabekriterien ändern, weil die systematische Bevorzugung von bisherigen Standbetreibern nicht mehr zulässig war. Deshalb wurden die Standplätze für die Periode 2019 bis 2024 erstmals öffentlich ausgeschrieben. 74 Plätze wurden vergeben, davon 66 an bisherige Marktfahrende.

Eigentlich sollten nun alle Plätze belegt sein. Doch beim Gang über den Wochenmarkt fallen Lücken auf. Einige Standbetreiber sind trotz positivem Zuschlagsentscheid abwesend. Bei der Delifresh Feinkost GmbH beispielsweise kam es zu Verzögerungen, weil passendes Personal nicht so schnell zu finden war. Dazu sagt Geschäftsführer Jeroen van Eekhout: «Die Arbeit ist sehr anspruchsvoll und die Schulung braucht ihre Zeit.» Die Vorbereitungen sind inzwischen aber beendet – seit Ende Mai sind die Feinköstler mit spanischen Spezialitäten aus dem Kanton Solothurn nun am Luzerner Markt präsent.

Rückzug, weil der Marktwagen fehlt

Nicht nur verzögert, sondern komplett annulliert wurde der Marktauftritt der Stiftung Agrovision, welche landwirtschaftliche Produkte aus der Region verkaufen wollte. Hier spielten Lieferfristen für den gewünschten Marktwagen und das Platzangebot eine Rolle. Sereina Schmidt, Kommunikationsbeauftragte der Stiftung Agrovision erklärt, wie es zum Rückzug kam. «Es ist richtig, das wir einen Standplatz am Luzerner Markt zugesprochen bekommen haben. Agrovision hat den Standplatz wieder frei gegeben, da sich bei den Vorbereitungen herausgestellt hat, dass das vorgesehene Marktfahrzeug nicht mehr produziert wird.» Mit der Anschaffung eines alternativen Modelles könnten allerdings die Standplatzvorgaben nicht mehr eingehalten werden. Die Stiftung bedauert den Entscheid, wie sie weiter mitteilt.

Ein alter Bekannter kehrt an den Markt zurück

Anstelle von Agrovision steht seit dem 18. Mai wieder ein ehemaliger Standbetreiber an der Reuss: Die Holzen Fleisch GmbH aus Ennetbürgen. Denise Dünki ist Leiterin Marketing & Verkauf und freut sich über den Wiedereinstieg: «Als wir die Nachricht bekamen, nicht mehr dabei zu sein, hatten wir einen Schock. Doch nun können wir nachrutschen, und ist alles wieder gut.» Tatsächlich hatte die Holzen Fleisch GmbH Glück, dass sie für den Ersatzplatz nicht nochmals ein Bewerbungsverfahren durchlaufen musste. Denn das Marktreglement besagt, dass wenn die Absage eines Teilnehmers innerhalb des ersten Jahres, also 2019, erfolgt, automatisch der Zweitplatzierte nachrutschen kann.

In den meisten anderen Fällen braucht es hingegen nochmals eine neue Ausschreibung. Das war zum Beispiel 2018 der Fall: Kaum war das Vergabeverfahren abgeschlossen, zogen sich drei erfolgreiche Bewerber wieder zurück. Die Standplätze der Kategorien «Fleisch und Wurstwaren», «Fisch, See- und Meeresfrüchte» sowie «Spezialitäten Südeuropa» mussten daher nachträglich nochmals ausgeschrieben werden.

Die Stadt führt Präsenzkontrollen durch

Doch was, wenn ein Standbetreiber regelmässig «unentschuldigt» dem Markt fernbleibt? Auch dafür gibt es klare Regeln. Mit der Teilnahme an der Ausschreibung müssen sich die Standbetreiber verpflichten, während 27 Wochen pro Jahr persönlich am Markt präsent zu sein. Ferien und kurzfristige Abwesenheiten müssen der städtischen Abteilung Stadtraum und Veranstaltungen gemeldet werden. Deren Leiter, Mario Lütolf, sagt, es würden auch Präsenzkontrollen durchgeführt.

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