WETTER: Dank Föhn: Bei uns ist es sonniger als im Tessin

Temperaturen bis zu 16 Grad und mehr Sonne als im Tessin: Selbst Wintersportler können sich freuen, Allergiker dafür weniger.

Alexander von Däniken
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Sonnenanbeter kommen dieses Wochenende voll auf ihre Kosten. (Bild Pius Amrein)

Sonnenanbeter kommen dieses Wochenende voll auf ihre Kosten. (Bild Pius Amrein)

Alexander von Däniken

Auch wenn der astronomische Frühlingsbeginn erst auf den 20. März fällt – Vögel kümmern sich um Balz und Nestbau, die Sonne scheint am blauen Himmel und Spaziergänger lassen die Daunenjacke zu Hause. Der Winter ist im Flachland vorbei. Und er kehrt in den nächsten Tagen auch nicht so schnell wieder zurück, wie Ludwig Zgraggen, Meteorologe von Meteo Schweiz, auf Anfrage sagt. In Luzern wird es heute rund 10 Grad, morgen Sonntag klettert das Thermometer bis 14 Grad. «Je nach Föhnunterstützung sind am Sonntag auch 16 Grad möglich», sagt Zgraggen. Und das, obwohl uns in den nächsten Tagen einige hohe Wolkenfelder eine milchige Sicht auf die Sonne bescheren. Diese Wolken sind laut Zgraggen aber harmlos: Regen ist keiner zu erwarten. Auch nachts wird es wärmer. Gemäss Zgraggen sind Temperaturen über dem Gefrierpunkt zu erwarten. Die Nullgradgrenze wird auf rund 2000 Meter steigen.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings für Allergiker. Besonders die Hasel- und Erlensträucher stehen derzeit in der Blüte. Und schon in etwa zwei Wochen fliegen die Eschen- und Birkenpollen durch die Luft, wie das Allergiezentrum Schweiz berichtet.

Hochbetrieb bei Stadtgärtnerei

Die Pflanzen sind derzeit aber auch bei Nichtallergikern ein grosses Thema. Zum Beispiel bei der Stadtgärtnerei Luzern. «Bei uns ist derzeit Hochbetrieb», sagt Otto Helfenstein von der Stadtgärtnerei. Die letzten Bäume und Sträucher werden gesetzt, der Bundesplatz und die in der ganzen Stadt verteilten Rabatten mit frischen Blumen bepflanzt sowie die Parkanlagen von herumliegenden Ästen befreit.

Stichwort Parkanlagen: Beim Pavillon und am Nationalquai in Luzern streuen die Gärtnereiarbeiter derzeit rund 15 Kubikmeter frischen Jura-Split, «damit die Spaziergänger nach dem Winter wieder über einen sauberen Kiesweg laufen können», wie Helfenstein erklärt. Mit den Frühlingsarbeiten habe die Stadtgärtnerei nur minim später als letztes Jahr begonnen, das ausserordentlich mild begonnen hatte. Im mehrjährigen Vergleich liege man aber im Durchschnitt, was den Zeitpunkt der Arbeiten betreffe, so Helfenstein.

Sonne, Schnee und gute Pisten

Frühlingsgefühle haben auch die schneesicheren Skigebiete, wie jenes am Titlis. «Das sind fantastische Tage», schwärmt Peter Reinle, Marketingleiter der Titlis-Bahnen. Auch der Schnee sei perfekt; 1,3 Meter lägen beim Trübsee und bis 3,5 Meter auf dem Titlis. Oben glänze der Pulverschnee, und auf den tiefer gelegenen Pisten an den Südlagen werde es erst nachmittags etwas sulzig. Die Talabfahrt sei bis Mitte April möglich, sagt Reinle.

Übrigens: Wem das Wetter diesseits der Alpen trotz allem zu kühl ist und wer im Tessin besseres Wetter erwartet, sollte sich einen Ausflug nochmals überlegen. Laut Ludwig Zgraggen ist es im Süden seit heute sonnenarm und kühler als bei uns, am Sonntag ist es sogar regnerisch. Und auch wenn es derzeit im Flachland nach einem definitiven Abschied des Winters aussieht – bis Anfang Mai könnte es trotzdem nochmals Schnee geben, gibt Meteorologe Zgraggen zu bedenken. Ein Grund mehr also, den Frühling jetzt zu geniessen.