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WETTER: So oft scheint in den Luzerner Gemeinden die Sonne

Im Luzerner Hinterland scheint die Sonne am längsten im Kanton. Das Entlebuch steht zusammen mit zwei Seegemeinden am Ende der Rangliste – trotzdem hat die dortige Bevölkerung Grund zum Strahlen.
Matthias Stadler
Sonnenstunden_Luzern_2018

Sonnenstunden_Luzern_2018

Matthias Stadler

matthias.stadler@luzernerzeitung.ch

Die Wetterlage war in unseren Gefilden in den vergangenen Wochen nicht gerade von Stabilität geprägt. Die Sonne hatte einen schweren Stand gegen Burglind und andere Stürme. Auch Regen durchkreuzte die wärmenden Strahlen immer wieder. Doch schon bald geht es diesbezüglich wohl wieder bergauf. Und die Sonne scheint nun auch wieder länger, denn am 21. Dezember war sie bekanntlich so kurz zu sehen wie sonst nie im Jahr. Doch wo profitieren die Luzerner am meisten von der Sonne? Auf der Internetseite www.suntag.ch kann jedermann einsehen, wie lange sie im Zentrum seines Wohnorts pro Monat und Jahr scheint (siehe Kasten).

So gibt es etwa Orte in der Schweiz, die während Wochen keinen einzigen Sonnenstrahl sehen. Riemenstalden im Kanton Schwyz ist ein solcher Fall, wie der «Bote der Urschweiz» kürzlich berichtete. Die kleinste Schwyzer Gemeinde ist von Bergen umgeben und liegt entsprechend idyllisch, aber im Winter eben oft im Schatten von Rophaien, Chaiserstock und anderen Bergen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Urnersees hat Isenthal ein ähnliches Schicksal. Im Urner Bergdorf scheint die Sonne im Dezember teilweise weniger als eine Stunde pro Tag.

Ufhusen hat am meisten Sonne im Kanton

Anders sieht es im Kanton Luzern aus: Hier gibt es keine Gemeinde, die während einer bestimmten Jahreszeit komplett auf die Sonne verzichten muss. Doch auch hier sind die Gemeinden mit unterschiedlichem Sonneneinfluss gesegnet. Eine Auswertung, welche die Sonnenstunden pro Jahr berücksichtigt, zeigt auf, dass das eher flache Luzerner Hinterland am meisten Sonne abkriegt. Ufhusen ist der Spitzenreiter: 1647 Sonnenstunden gibt es für die Gemeinde im Dorfzentrum jährlich. Hier miteinberechnet sind auch Wettereinflüsse wie etwa Regentage und auch die Topografie, also die geografische Lage mit Bergen und Hügeln. Gemeindepräsidentin Claudia Bernet-Bättig (CVP) freut dies: «Wir sind in der Tat mit viel Sonne gesegnet. Bei gutem Wetter haben wir vom Morgen früh bis abends spät Sonne, da kein Hügel im Weg steht.» Sie führt unter anderem diesen Faktor als Grund an, weshalb leere Wohnungen im gut 700 Meter über Meer gelegenen Dorf «nie lange ausgeschrieben sind». Die Werbung auf der gemeindeeigenen Internetseite nimmt die Lage ebenfalls auf: «Vom Jura im Norden bis zu den Berner Alpen und dem Napf im Süden reicht das Panorama. Ufhusen bietet eine traumhafte, häufig nebelfreie Wohnlage.»

Knapp hinter Ufhusen liegt Reiden mit 1643 Stunden, Schötz komplettiert das Podest mit 1607 Stunden Sonnenschein jährlich. Am anderen Ende der Skala steht das Dorfzentrum von Flühli mit 1190 Sonnenstunden. Die flächenmässig grösste Gemeinde des Kantons Luzern ist umgeben von Bergen, die Sonne hat entsprechend weniger Spielraum, weswegen oft Schatten im Dorfzentrum liegt. Doch Flühli hat auch einen positiven Spitzenrang inne: So werden die Sonnentage dort am wenigsten durch das Wetter beeinflusst, will heissen, dass es weniger Nebel und Wolken als in den restlichen 82 Luzerner Gemeinden hat.

Gemeindepräsidentin Sabine Wermelinger (FDP) nimmt die Situation locker: «Wir haben die Sonne im Herzen. Und wenn wir wirklich einmal wärmende Strahlen brauchen, sind wir schnell auf einem der Berge rund um Flühli, wo es genügend Sonne hat.» So seien etwa das Brienzer Rothorn, die Schrattenfluh wie auch die Schwändeliflue fast schon Garanten für blauen Himmel und Sonnenstrahlen, sagt Wermelinger.

Greppen landet mit 1262 Stunden auf dem zweitletzten Platz. Dies mag überraschen, da die Gemeinde sozusagen mit offenem Visier am Vierwaldstättersee liegt. Doch der Eindruck täuscht: Greppen liegt im Schatten des Rigimassivs, weswegen die Sonne am Vormittag entsprechend lange braucht, bis ihre Strahlen ins Dorf vordringen. Im Winter, wo die Sonne noch tiefer steht, dauert es nochmals länger. Und sie geht, anders als im Sommer, früh hinter den Bergen unter. Dieses «Problem» hat auch Vitznau mit 1309 Sonnenstunden – gleichzusetzen mit dem viertletzten Platz. Wolhusen ist mit 1305 Sonnenstunden noch zwischen den beiden Seegemeinden. Die Hügel rund um das Dorf eingangs Entlebuch verdecken die Sonne oftmals.

Entlebuch: Das gute Wetter macht fehlende Sonne wett

Bei Wolhusen und den Seegemeinden gilt es allerdings festzuhalten, dass dort das Wetter oft besser ist, trotz Schatten. Also verhält es sich so wie in Flühli – und im Rest des hügeligen Entlebuchs: So sind in der Rangliste auch die Gemeinden Schüpfheim (1362 Stunden), Entlebuch (1366) und Hasle (1384) unter den zehn Gemeinden mit den wenigsten Sonnenstunden zu finden.

Den Durchschnittswert im Kanton Luzern erreicht übrigens Büron mit 1495 Sonnenstunden pro Jahr. Die beste Lage schliesslich, wenn man das Wetter ausser Acht lässt, hat Hildisrieden. Das Dorf am Hang mit Aussicht über die Zentralschweizer Alpen verzeichnet rein von der geografischen Lage her am wenigsten Verlust von Sonnenstunden.

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