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WEY-ZUNFT: «Es geht eh viel zu schnell vorbei»

Jörg Krähenbühl freut sich riesig auf den Güdismontag: Der Wey-Zunftmeister ist ein überlegter Typ – der aber auch leidenschaftlich gerne singt und einst eine Quartierguuggenmusig mitgegründet hat.
Yvonne Imbach
Ihnen geht so schnell die Luft nicht aus: Wey-Zunftmeister Jörg Krähenbühl (60) mit seiner Lebenspartnerin Heidi Burri (59). (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 3. Februar 2018))

Ihnen geht so schnell die Luft nicht aus: Wey-Zunftmeister Jörg Krähenbühl (60) mit seiner Lebenspartnerin Heidi Burri (59). (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 3. Februar 2018))

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Jörg Krähenbühl (60) ist 30 Jahre nach seinem 2015 verstorbenen Vater Hansueli nun ebenfalls Wey-Zunftmeister. Als Hommage an ihn lässt er dessen Leitspruch nochmals aufleben: «De Weyzonftmeischter Chräiebühl riisst alli Fasnächtler vo de Schtüel.» Dass er Zepter und Zunftmeisterkette tragen darf, weckt in ihm gemischte Gefühle. «Etwas Wehmut schwingt auch mit, weil nicht nur mein Vater nicht mehr lebt, sondern auch mein Bruder Urs letztes Jahr gestorben ist. Er war begeistertes Mitglied der ‹Noggeler›. Beide wären sicher rüüdig stolz gewesen.»

Jörg Krähenbühls Mutter Annemarie ist mit ihren 86 Jahren erfreulicherweise noch fit genug, um ihren Sohn an einige Anlässe zu begleiten. Und natürlich gehören auch Krähenbühls langjährige Lebenspartnerin Heidi Burri (59) sowie das Weibelpaar Andreas und Prisca Suppiger dazu. Aus erster Ehe hat Krähenbühl zwei Söhne, Adrian (32) und Thomas (30). Er ist seit drei Jahren auch begeisterter Grosspapa.

Krähenbühl ist als SVP-Politiker seit 2006 Mitglied des Grossen Stadtrates und präsidierte diesen 2014/2015. Als Mitglied der Sozialkommission der Stadt Luzern sind ihm Menschen und ihre Anliegen wichtig. So haben ihm die Bescherungsfahrten in Altersheime im Vorfeld der Fasnacht grossen Eindruck gemacht: «Die leuchtenden Augen der Bewohner, als sie von mir ein Säckli mit Süssem, Zunftwein und ein paar nützlichen Dingen des täglichen Gebrauchs erhalten haben, vergesse ich nie. Diese Besuche sind enorm wichtig.»

1,2 Tonnen Orangen bestellt

Der in Luzern aufgewachsene Krähenbühl trat 1993 der Wey-Zunft bei. «Seit meiner Kindheit war ich hautnah am Zunftleben dabei. Ich durfte meinen Vater zum Wagenbauen oder an den Umzug begleiten», blickt er zurück. Dabei hat er sich als en­gagiertes Mitglied einen Namen gemacht. Sei es als Revisor, Mitglied des Vergnügungskomitees, der Zytigskommission – seine ruhige und überlegte Art kommt nicht nur bei den Zünftern gut an. Von Beruf ist Krähenbühl Einschätzungsexperte beim Steueramt Adligenswil, wo er sein Flair für Zahlen ausleben kann.

Apropos Flair: «Ich bin ein Genussmensch», sagt der Wey-Zunftmeister, «und besuche gerne Musicals, die Oper und das Theater.» Er singt selber als Tenor seit exakt 30 Jahren im Backgammon-Chor Luzern mit: «Ich bin inzwischen das älteste Mitglied und singe leidenschaftlich gerne.» Als 14-jähriger Bub hat er im Bellerivequartier, wo er aufwuchs, mit seinem besten Freund, der im Leumattquartier lebte, eine Quartierguuggenmusig mitgegründet: «Wir bastelten mit Kleister und Drahtgitter einen Grend, gingen an die Tagwache und machten mit Rhythmusinstrumenten viel Krach.» In den letzten Jahren erlebte Krähenbühl die Fasnacht mehr als Beobachter, immer aber in einem möglichst bunten Fasnachtskleid und mit seiner Partnerin Heidi Burri. Dies, obwohl die beiden eine Fernbeziehung führen und Heidi in Niederbipp daheim ist: «Jetzt ist sie sechsmal für ein verlängertes Wochenende bei mir und geniesst die Zeit, sie ist zum Glück auch eine angefressene Fasnächtlerin.»

Am Güdismontag wird er nun seinen grossen Auftritt haben. «Ich freue mich riesig auf die Tagwache, auf den Umzug in der Kutsche und das Orangen-Auswerfen. Wir haben 1,2 Tonnen bestellt», verrät er. Die Fasnacht sei für ihn wie ein Virus, der am Schmutzigen Donnerstag ausbricht und sich bis am frühen Aschermittwoch «rüüdig verreckt» durchziehe. Was ist seine Taktik, um fit zu bleiben? «Ich schlafe wenn möglich genug, trinke wenig Alkohol und schraube alle anderen privaten Aktivitäten runter. Es geht eh viel zu schnell vorbei.» Und nach der Fasnacht ist eine Woche Erholung schon fest eingeplant: «Die ganze Familie fährt zusammen eine Woche in die Lenzerheide.»

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