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WEY-ZUNFT: Italienischer Charme an der Fasnacht

Giulio Capasso aus Sempach ist neuer Wey-Zunftmeister. Seinen grossen Tag am Güdismontag will er einfach nur geniessen.
Yvonne Imbach
Der neue Wey-Zunftmeister Giulio Capasso mit seiner Frau Milena und den beiden Söhnen Marco (links) und Jan. (Bild Roger Grütter)

Der neue Wey-Zunftmeister Giulio Capasso mit seiner Frau Milena und den beiden Söhnen Marco (links) und Jan. (Bild Roger Grütter)

Der 50-jährige Sohn süditalienischer Eltern ist daran gewöhnt, dass sich die Dinge in seinem Leben wie zufällig gut ergeben. So haben sich seine Eltern blutjung in der Schweiz kennen gelernt, wo beide Arbeit suchten, obwohl sie in der italienischen Heimat quasi Dorf an Dorf aufwuchsen. Und ebenso zufällig kam Giulio Capasso 1996 zur Wey-Zunft. «Ich war Lehrlingsvertreter und musste den Vater eines Auszubildenden kontaktieren. Der war einfach nicht erreichbar! Endlich doch am Telefon, erklärte er mir, er sei halt Weibel bei der Wey-Zunft und deshalb dauernd unterwegs.» Dies war Peter Bucher, und der staunte nicht schlecht, als Giulio Capasso ihn fragte, was denn ein Weibel sei. Kurzerhand lud Bucher ihn ein, bei einer Zusammenkunft reinzuschauen, und es war um Capasso geschehen: «Ich war begeistert vom Zunftleben und sagte zu!»

Einfach nur grandios

Seither ist Giulio Capasso als engagiertes Mitglied und fleissiger «Chrampfer» bekannt. «Ich kenne die Fasnacht in allen Facetten. Vom Sujetbau über das Vergnügungskomitee bis zum Fasnachtsmäärt. Aber wenn man so im Zentrum steht wie als Zunftmeister, ist es viel intensiver, es ist einfach nur grandios», schwärmt Capasso. Was erwartet er vom Güdismontag? «Wenn er dann endlich da ist, wird alles organisiert sein, und ich kann den Güdismontag einfach nur geniessen!»

In den Wochen vor der Fasnacht sieht die Agenda eines Zunftmeisters sehr voll aus. Bescherungsfahrten, das Bot, die Inthronisation, das Fahnenstellen, Pressetermine. «Ich habe jeden Tag mehrere Termine, dazwischen schaue ich im Geschäft vorbei», erklärt Capasso. Zum Glück ist Erwin Kretz, mit dem er die Kretz & Capasso Elektro GmbH führt, Mitglied bei der Fidelitas Lucernensis und entsprechend verständnisvoll.

Er sagte begeistert Ja

Giulio Capasso konnte sich verhältnismässig lange auf sein ehrenvolles Amt einstellen. «Als die Wahlkommission letzten August meiner Frau Milena (46) einen Besuch abstattete, roch ich den Braten. Bei ihr wurde zuerst inoffiziell angeklopft. Bald darauf kamen sie in vollem Ornat zu mir, und die offiziellen Gespräche fanden statt. Dieser Besuch rührte mich sehr, und ich sagte voller Emotionen und begeistert Ja!»

Der neue Wey-Zunftmeister ist nicht nur Unternehmer, Fasnächtler und Zünftler, er ist vor allem auch ein Familienmensch. Mit seiner Frau ist er seit 25 Jahren glücklich verheiratet. Sein älterer Sohn Jan (20) ist Lehrling im eigenen Elektrogeschäft und steht kurz vor der Lehrabschlussprüfung. Der jüngere Sohn, Marco (13), sei in dem Alter, wo alles peinlich sei, was die Eltern machten. «Selbst die Wey-Fahne vor unserem Haus findet er peinlich», schmunzelt Capasso und weiss: «Es liegt am Alter. Trotzdem nimmt er sich Zeit und wird am Güdismontag auf dem Orangenwagen mitfahren, und aufs Foto für die Zeitung muss er auch!»

Neues Talent gezeigt

Familienmensch Capasso war es wichtig, bei der Inthronisation im Januar seine Eltern und Schwiegereltern dabei zu haben. «Meine Mama ist 76 und ist fast geplatzt vor Stolz. Sie meinte, sie sei an diesem Abend sicher zehn Jahre jünger geworden.» Eventuell lag dies auch daran, dass sie ein neues Talent an ihrem Sohn entdecken durfte. Dieser griff nämlich bei seiner Antrittsrede zum Mikrofon und erklärte: «Finito parlare, lasciatemi cantare» und sang «Ein kleiner Italiener», frei abgeändert nach dem Schlager aus den 60er-Jahren. «Ich habe den Text ja auf mich angepasst und geübt bis in den Schlaf hinein. Als ich losschmetterte, merkte ich aber nicht, dass ich schneller sang, als die Musik im Hintergrund lief! Die Zünftler waren entsprechend höchst amüsiert.» Das Lied sei ihm inzwischen bereits zwei Mal in wieder neuen Versionen «begegnet», DJ Ueli sang es in Mundart, und bei der Bescherungsfahrt im Betagtenzentrum Wesemlin wurde aus dem Italiener ein Indianer.

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