WEY-ZUNFT: Selbst seine Frau lernte er am Güdismontag kennen

Andreas Arpagaus (48) aus Rotkreuz ist der Wey-Zunftmeister 2016. Schon als Kind träumte er von diesem Amt.

Yvonne Imbach
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Wey-Zunftmeister Andreas Arpagaus mit Familie zu Hause (von links): Ehefrau Lisa, Enkelin Aurelia, die Töchter Rebeca und Carmen und Enkel Julian. (Bild Dominik Wunderli)

Wey-Zunftmeister Andreas Arpagaus mit Familie zu Hause (von links): Ehefrau Lisa, Enkelin Aurelia, die Töchter Rebeca und Carmen und Enkel Julian. (Bild Dominik Wunderli)

Yvonne Imbach

Wey-Zünftler Andreas Arpagaus (48) ist in der Luzerner Fasnachtsszene kein unbeschriebenes Blatt. Seit 1999 ist er Mitglied der Wey-Zunft, 2006 war er Weibel von alt Zunftmeister Mani Beck und 2014 Präsident des Luzerner Fasnachtskomitees LFK. Schon als Kind zog ihn das Zunftleben magisch an. «Mein Onkel Werner Gloor ist Wey-Zünftler und nahm mich als Bub zum Basteln mit. Ich durfte sogar bei der Renovation unseres Zunftlokals, des Pulverturms, mithelfen. Dort gab es Cola, was daheim kein Thema war, und ich war glücklich.»

Arpagaus hat sich als zupackender Macher einen Namen gemacht. Fleissig war er schon vor 33 Jahren, als es bei den Anlässen unter der Egg darum ging, Abfalleimer zu leeren. «Ich konnte es kaum erwarten, alt genug zu sein, um der Zunft offiziell beitreten zu dürfen», blickt Arpagaus zurück und lacht: «Die Namen der Zunftmeister kannte ich alle, denn wenn man sie direkt an der Kutsche ansprach, gab es mehr Orangen.»

Dass er nun selber das Amt des Wey-Zunftmeisters ausüben darf, erfüllt Arpagaus mit grosser Freude: «Ich habe mir dies insgeheim erhofft und seit Kindertagen davon geträumt, eines Tages selber dieses höchste Ehrenamt bekleiden zu dürfen. Es ist etwas vom Schönsten, das ich in meinem Leben erfahren darf.»

Basel (Bild: Josef Müller)
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Basel (Bild: Josef Müller)
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Basel Dienstag 17.15 Uhr (Bild: Josef Müller)
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Ganz nah dem Trottoirrand entlang. (Bild: Josef Müller)
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Basel ( alle Bilder vom Dienstag ) (Bild: Josef Müller)
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Basler Fasnacht Dienstagnachmittag (Bild: Josef Müller)
Langenthal (Bild: Josef Müller)
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Langenthal (Bild: Josef Müller)
Langenthal (Bild: Josef Müller)
Umzug Langenthal (Bild: Josef Müller)
Fasnacht in Langenthal, heute Sonntag 18.2.2018 (Bild: Josef  Müller)
Es ist schon sehr hart, wenn MANN ausgerechnet die Fasnachtstage hinter Gittern verbringen muss! Wie bloss hat er sich das eingebrockt? (Bild: Niklaus Rohrer)
Helenas Hofreitschule der Gruppe HELENA STUBENREIN. Im Einsatz waren Märchen-, Comic- und Westernhelden. Ein Supergaudi für Gross und Klein! (Bild: Niklaus Rohrer)
Herrliche Fasnachtsgestalten in wunderbar passender Umgebung. Sie waren ihrer grossen Aufmerksamkeit gewiss und genossen es auch entsprechend. (Bild: Niklaus Rohrer)
Raus aus dem Altersheim, ein bisschen Abwechslung muss ab und zu mal während der Fasnacht sein! (Bild: Margrith Imhof-Röthlin)
Bild: Theres Nussbaumer
Chinesischer Drache. (Bild: Theres Nussbaumer)
Da wird tatsächlich ein Wolf von einem Drachen gebissen. (Bild: Theres Nussbaumer)
Helenas Hofreitschule der Gruppe Helena Stubenrein. Im Einsatz waren Märchen-, Comic- und Westernhelden. Ein Supergaudi für Gross und Klein. (Bild: Niklaus Rohrer)
Tambourmajor der Pilatusgeister vor dem Wahrzeichen der schönsten Stadt. (Bild: Dominik Baumgartner)
Helenas Hofreitschule der Gruppe HELENA STUBENREIN. Im Einsatz waren Märchen-, Comic- und Westernhelden. Ein Supergaudi für Gross und Klein. (Bild: Niklaus Rohrer)
Am Chenderomzog Lozärn. Vorhutgruppe, die - von einem Konfettiregen getroffen - Plausch, Spass und eine grossartige Freude zum Ausdruck bringt. (Bild: Niklaus Rohrer)
"Wehalb nur hab ich heute so einen müden, schweren Kopf? Liegt es etwa gar an der Fasnacht? Falls ja, da  kann mir auch ein Aspirin kaum mehr helfen!" (Bild: Niklaus Rohrer)
Wichtel an der Luzerner Fasnacht (Bild: Irene Blum)
Noteheuer Lozärn (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
Wotsch es Zältli? (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
am Kinder-Monster-Umzug (Bild: Rose-Marie Fülistaller)
am Kinder-Monster-Umzug (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
am Kinder-Monster-Umzug (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
am Kinder-Monster-Konzert (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
am Kinder-Monster-Umzug (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
ein weiser alter Mann an der Luzerner Fasnacht (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
am Fasnachts-Dienstag in Luzern (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
Hatschi ! Und Gsundheit ! (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
Ideale Fasnachts-Kulisse (Bild: Rose-Marie Füglistaller)
Die Daltons-Brüder beim 41. Motteri-Umzug in Malters (Bild: Oliver Gutfleisch)
two in one (Bild: Ammann-Rast Margrit)
Klar zählen sehr oft auch die inneren Werte und die können in diesem Fall nur besser sein ! (Bild: Margrith Imhof-Röthlin)
Royaler Besuch am Güdismäntig (Bild: Karen Plüss)
Gross und klein an der Fasnacht (Bild: Edith Tanner)
Viel Spass an der Luzerner Fasnacht (Bild: Edith Tanner)
Die einheimische Guuggenmusik Änzischränzer mit dem Motto DRAKUHLA bringt ein Ständchen an der Kinderfasnacht in Hergiswil bei Willisau. (Bild: Peter Helfenstein)
Wenn wotsch under de Lesebilder i der LZ cho, de muesch als Pizzaiolas ad Fasnacht go ! (Bild: Margrith Imhof-Röthlin)
Zunftmeisterpaar und Nebenzunftmeisterpaar Triengen und Schlierbach (Bild: Regina Kaufmann)
two in one (Bild: Ammann-Rast Margrit)
Blick ins Städtchen Sursee kurz nach 16 Uhr (Bild: Josef Müller)
Sursee (Bild: Josef Müller)
Sursee (Bild: Josef Müller)
Farbtupfer (Bild: Josef Müller)
two in one (Bild: Ammann-Rast Margrit)
two in one (Bild: Ammann-Rast Margrit)
two in one (Bild: Ammann-Rast Margrit)
Traumwetter (Bild: Josef Müller)

Basel (Bild: Josef Müller)

Die Fasnacht ist auch für den anderen «schönsten Tag» seines Lebens verantwortlich: Am Güdismontag des Jahres 1998 hat er nämlich seine Ehefrau Lisa kennen gelernt, mit der er seit zehn Jahren verheiratet ist. «Wie jedes Jahr war ich im Service in der Buobenmatt eingeteilt, als sie mit einer Freundin bei mir Wein bestellte.» Er ist überzeugt, dass ihn die Fasnachtsstimmung locker genug gemacht hatte, um sie anzusprechen. «Unter normalen Umständen hätten wir uns wohl nie näher kennen gelernt.»

Chef zeigt Verständnis

Gattin Lisa brachte zwei Töchter mit in die Ehe. Carmen (34) und Rebeca (31) haben je schon für Nachwuchs gesorgt, die Enkelkinder Julian (2) und Aurelia (1) sind der ganze Stolz des Ehepaars: «Derzeit kommen das Familienleben und meine Hobbys wie Golfspielen und Reisen aber eindeutig zu kurz. In der Vorfasnacht hatte ich täglich mehrere Termine.» Zum Glück habe er als IT-Key-Account-Manager bei der Swisscom einen «goldigen» Chef: «Er zeigt sehr viel Verständnis, dass ich derzeit nicht immer Punkt acht Uhr im Büro erscheine.»

Am Abend des Interviewtermins stand die erste Bescherungsfahrt ins Alters- und Pflegeheim Unterlöchli an. Für diese zahlreichen Besuche bereitet ein Wey-Zunftmeister in der Regel 400 Päckli vor, die verteilt werden. «Das wäre ohne die Hilfe meiner Frau, des Weibelpaars Michael und Sabrina Riedweg und der Neuzünftler nicht machbar», sagt Arpagaus. Und was ist drin? «Dinge des täglichen Gebrauchs, zum Geniessen und zum Spielen sowie eine Flasche Zunftmeister-Wein», verrät er.

Zielstrebige Frohnatur

Der oberste Wey-Zünftler sprüht vor Energie, und es wird schnell klar, warum sein Motto «Mit voller Fahrt voraus, ab ad Fasnacht met em Arpagaus» heisst. Er selbst beschreibt sich als Frohnatur, zielstrebig, als Organisationstalent und als Mensch, der gerne mit anderen ins Gespräch kommt. Man spürt: Andreas Arpagaus geniesst jede Sekunde seiner Amtszeit. «Die Aufmerksamkeit ist unglaublich, nie hätte ich mit so vielen Glückwünschen gerechnet. Noch immer erhalte ich 10, 12 Karten jeden Tag! Ich möchte alle beantworten, das wird eine Herausforderung.»

Was ihm sicher niemand nehmen wird, sind die einzigartigen Erfahrungen dieses Jahres. So blickt Arpagaus tief berührt auf seine Inthronisation zurück: «Als ich die Kette und das Zepter überreicht bekam, war ich fast nervöser als bei meiner Hochzeit. Bei der Eheschliessung verändert sich der Status ja nicht, du liebst vorher, und du liebst nachher. Ins Amt des Zunftmeisters wirst du von einer Sekunde zur anderen hineinkatapultiert.»

Jetzt steht der Güdismontag vor der Tür und damit sein grosser Tag. Auf was freut er sich am meisten? «Es ist der ganze Tag, den ich erleben darf. Angefangen bei der Tagwache, wo die Guuggenmusigen ihre Aufwartung machen, bis hin zum Umzug, den ich in der Wey-Kutsche anführen darf. Ich werde jede Minute ganz bewusst erfahren!» Ein Rezept, wie er fit bleibt, hat Arpagaus schon als LFK-Präsident für sich festgelegt: «Ich bleibe beim Alkohol zurückhaltend.» Und nach der Fasnacht, da macht er gleich eine Woche Ferien mit seiner Lisa, dann ist Ausspannen angesagt.

Tagwache und Umzug

Traditionell ist der Güdismontag der grosse Tag des Wey-Zunftmeisters. Die Wey-Tagwache findet um 6 Uhr auf dem Kapellplatz mit dem Wey-Zunftmeister und Monsterkonzert der Guuggenmusigen statt. Der grosse Fasnachtsumzug beginnt um 14 Uhr. Die Route führt vom Luzernerhof via Schwanenplatz, Seebrücke, Pilatusstrasse, Viktoriaplatz und Hirschmattstrasse zur Waldstätterstrasse. Nicht fehlen darf dabei die Wey-Zunftmeister-Kutsche. (red)