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WEY-ZUNFT: Wey-Zunftmeister fasnachtet «mit Liib ond Seel»

Rolf Sainsbury ist ein analytischer Mensch. Der Wey-Zunftmeister verrät, was ihn in den letzten Wochen berührte und was in den 400 Päckli war, die er verteilte.
Wey-Zunftmeister Rolf Sainsbury mit seiner Ehefrau Lilo bei einer Bescherungsfahrt im Betagtenzentrum Wesemlin im Gespräch mit Bewohnern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Wey-Zunftmeister Rolf Sainsbury mit seiner Ehefrau Lilo bei einer Bescherungsfahrt im Betagtenzentrum Wesemlin im Gespräch mit Bewohnern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Yvonne Imbach

Rolf Sainsbury hat eine beachtliche «Fasnachtskarriere» hinter sich. Aufgewachsen ist er im Luzerner Hirtenhofquartier. Der heute 57-jährige Berufsoffizier, der für die Höhere Kaderausbildung der Armee in Luzern tätig ist, trat 1973 der Guuggenmusig Noggeler bei. Dort schlug er zuerst die Pauke und wechselte später an die Zugposaune.

«Wenn ich etwas mache, dann richtig, oder ich lasse es sein», beschreibt der aktuelle Wey-Zunftmeister seine konsequente Art. So blieb der heute in Ennetbürgen wohnhafte Sainsbury den Noggelern lange 25 Jahre treu. Seine intensive Arbeit beim Militär und Auslandeinsätze liessen es dann aber immer weniger zu, dass er regelmässig am Vereinsleben teilnehmen konnte. «Ein Kollege trat ebenfalls nach 25 Jahren bei den Noggelern aus und schloss sich der Wey-Zunft an. Einige Jahre später überzeugte er mich bei einem gemeinsamen Nachtessen, es ihm gleichzutun.»

Überrascht über die Wahl

Seit 2011 ist Sainsbury bei der Wey-Zunft und nun verhältnismässig rasch ins ehrenvollste Amt gewählt worden. Entsprechend überrascht war er: «Ich rechnete nicht im Geringsten damit, Zunftmeister zu werden!», blickt er auf seine Wahl zurück. «Im Militär lernt man, analytisch zu denken. So überlegte ich mir den Zeitaufwand, die Kosten und natürlich auch, ob meine Frau und mein Arbeitgeber hinter mir stehen würden.» Ohne die Zustimmung von Ehefrau Lilo, mit der er seit 32 Jahren verheiratet ist, hätte er nicht zugesagt. Lilo und auch sein Kommandant, Divisionär Rebord («der als Walliser im Vorfeld wenig Ahnung von Luzerner Fasnacht hatte»), unterstützten Sainsburys Ansinnen, Wey-Zunftmeister 2015 zu werden, vorbehaltlos.

Lieber keine Fotos

In dieser Funktion steht er derzeit permanent im Mittelpunkt, was ihm nicht sehr liegt: «Ich suche die Medienaufmerksamkeit für gewöhnlich nicht.» Er beantwortet die vielen Fragen der Journalistin dennoch geduldig und charmant. Einzig beim Thema Foto winkt er ab: «Ich mag es nicht, fotografiert zu werden. Aber da muss ich wohl durch: Im Amtsjahr werden wohl so viele Fotos von mir gemacht wie in meinem ganzen bisherigen Leben nicht.» Bei der Bescherungsfahrt im Betagtenzentrum Wesemlin durfte die Kamera dabei sein.

Beim Thema Bescherungsfahrten ändert sich etwas in Salisburys Augen. Er, der von sich sagt, «er sei nicht so ein emotionaler Mensch», wird weich im Ton und erzählt gerührt von der Begegnung mit einer 102-jährigen Frau und vom Wiedersehen mit einer früheren Nachbarin: «Ich habe sie 40 Jahre nicht mehr gesehen, auf beiden Seiten kamen sehr viele Erinnerungen hoch.»

Für die Bescherungsfahrten nahm er sich sehr viel Zeit trotz übervoller Agenda. «Ich wechselte mit jedem Menschen ein paar persönliche Worte.» 400 Päckli hat er in den letzten Wochen bereitgestellt und verteilt. «Das wäre ohne die grosse Hilfe meiner Frau, des Weibelpaars Jürg Büchi und Linda Kolly, des Präsidentenpaars Roger und Sandra Gehri, des Altzunftmeisterpaars Giulio und Milena Capasso sowie einiger Zünftler und Neuzünftler mit ihren Partnerinnen nicht zu bewältigen gewesen.» Und was war drin? «Angelehnt an meinen Beruf gabs in jedem Päckli Militärguetzli und -schoggi. Eine Lupe und Brillenputztücher für einen guten Durchblick, ein feines Duschmittel und ein Jasskarten-Set mit besonders grossen Zahlen und Symbolen, eine kleine Flasche Zunftmeisterwein und ein paar Kleinigkeiten mehr», verrät Sainsbury.

Älteren und Behinderten Gutes tun

Dieses persönliche Engagement von seinen Zunftkameraden und ihm hat Sainsbury in sein Motto «Fasnacht mit Liib ond Seel» gepackt. Seine Erklärung dazu: «Der Leib steht für persönliche Präsenz vor Ort und die Seele für den Wunsch, den älteren oder behinderten Mitmenschen etwas Gutes zu tun.» Dass Rolf und Lilo Sainsbury das Amt sehr ernst nehmen, erschliesst sich auch aus dem gemeinsamen Willen, jedes schriftliche Gratulationsschreiben persönlich zu beantworten. «Ich hätte nie damit gerechnet, wie positiv und zahlreich die Menschen reagieren.» Der Güdismontag ist Salisburys grosser Tag. Auf die Frage, worauf er sich besonders freut, legt er sich nicht fest: «Ich freue mich auf jeden Anlass und jede Begegnung.»

Wey-Zunftmeister Rolf Sainsbury mit seiner Ehefrau Lilo bei einer Bescherungsfahrt im Betagtenzentrum Wesemlin im Gespräch mit Bewohnern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Wey-Zunftmeister Rolf Sainsbury mit seiner Ehefrau Lilo bei einer Bescherungsfahrt im Betagtenzentrum Wesemlin im Gespräch mit Bewohnern. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

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