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WEY-ZUNFT: Zu viel Geld tut der Fasnacht nicht gut

Erdöl hat den neuen Wey-Zunftmeister bei seiner Inthronisation beschäftigt. Bei seinem Vorgänger dreht sich bald alles um Glace.
Flankiert von seiner Frau Monika und dem neuen Weibel Werner Luternauer (rechts) zeigt sich Franz Heini seinen «Untertanen». (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Flankiert von seiner Frau Monika und dem neuen Weibel Werner Luternauer (rechts) zeigt sich Franz Heini seinen «Untertanen». (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Ein grosses Erdölvorkommen wird im Biosphärenreservat Entlebuch entdeckt. Der Kanton gründet die Lucerne Petroleum Corporation, und auch die Luzerner Fasnacht wird vom Ölgeld nur so überschwemmt.

So weit hört er sich nicht schlecht an, der Traum vom neuen Wey-Zunftmeister Franz Heini, wie er ihn am Samstagabend bei seiner Inthronisierung im Casino Luzern erzählte. Doch es hat auch Schattenseiten, wenn sich die Guuggenmusigen bei Armani, Gucci und Prada einkleiden, die Vikinger Keith Richards als Bassisten anheuern und die Wey-Zunft das Château Gütsch kauft.

«Alles andere als lebendig»
«Ich bin erschrocken und war froh, als ich aufgewacht bin», sagte Heini. Denn: Schnell würde die Fasnacht ob des Reichtums zu einer blutleeren, dekadenten Veranstaltung verkommen – «alles andere als lebendige Volkskultur und Brauchtum».

Die Spontaneität und Originalität mache die Fasnacht aus: «Das kann man nicht kaufen – im Gegenteil, mit Geld wird das zerstört.» Die Wey-Zunft stehe für diese originale, lebendige Fasnachtskultur, die es zu erhalten gelte. Dafür stehe auch er, der Zunftmeister 2009 Franz Heini mit seiner Frau Monika und dem Weibelpaar Werner und Ingrid Luternauer.

Glace für ein ganzes Jahr
Dass eine rüüdige Fasnacht mehr Ideen- als finanziellen Reichtum braucht, hat auch das vergangene Jahr gezeigt, das Jahr des Wey-Zunftmeisters Rolf Keller, seiner Frau Margit und des Weibelpaars Giulio und Milena Capasso. Viel Lob und grossen Dank gab es für ihre Arbeit.

Ganz leicht war es für Rolf Keller nicht, Zepter, Kette und Ring an seinen Nachfolger weiterzugeben: «Ganz ehrlich, es fällt mir schwer, mich von diesem Amt zu trennen.» Toll sei die Zeit als Wey-Zunftmeister gewesen. Dafür überreichte Präsident Werner Rast zum Abschied ein Geschenk, das den Gelati-Fan Keller an sein Jahr als Zunftmeister erinnern solle: einen Kühlwagen mit 365 Glaces.

Verdient hat der Zunftmeister 2008 das ungewöhnliche Geschenk. «Es gibt kaum die richtigen Worte für das, was du geleistet hast», sagte Rast. Rolf Keller sei ein Ur-Fasnächtler, die Grosszügigkeit in Person, einer der Zunftmeister von früh morgens bis spät am Abend gewesen sei. Sprich, er lebe den Leitspruch der Wey-Zunft: «Geselligkeit und Narretei – Wohltätigkeit sei mit dabei.»

Silvia Weigel

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