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Wey-Zunftmeister Hebi Lörch ist ein Entertainer mit Herz für Schlager

Der Horwer Hebi Lörch ist Wey-Zunftmeister 2019. Während die Noggeler deswegen eine Fasnacht auf ihn verzichten müssen, kann seine ältere Tochter dank seines Amtes ihren Geburtstag an einem besonderen Ort feiern.
Yvonne Imbach
Wey-Zunftmeister Hebi Lörch mit Ehefrau Irma und den beiden Töchtern Elena (links) und Nina. (Bild: Pius Amrein, Horw 13. Februar 2019)

Wey-Zunftmeister Hebi Lörch mit Ehefrau Irma und den beiden Töchtern Elena (links) und Nina. (Bild: Pius Amrein, Horw 13. Februar 2019)

Der engagierte Wey-Zünftler und Guugger Hebi Lörch (58) ist in der Luzerner Fasnachtsszene kein unbeschriebenes Blatt. Seit 1985 gestaltet er die Fasnacht aktiv mit. Er startete als Gründungsmitglied der Blattlüüs, war deren Tambourmajor und Präsident. 1993 wechselte der Posaunist zu den Noggeler und präsidierte auch diese Traditionsmusig 13 Jahre lang. Seit 2009 ist er Mitglied der Wey-Zunft und gehört dort dem Vergnügungskomitee an, 2013 war er Weibel von alt Zunftmeister Robi Mathis. Seine grosse Leidenschaft ist die Musik, als DJ legt er regelmässig auf, am liebsten Schlager. «Ich singe immer mit, wenn das Radio läuft. Auch in Sprachen, die ich gar nicht beherrsche», sagt Lörch lachend.

Dass er nun das Amt des Wey-Zunftmeisters ausüben darf, hat Hebi Lörch im ersten Moment überrascht. «Ich hatte dies überhaupt nicht auf dem Radar, da es viele Zunftmitglieder hat, die viel länger dabei sind.» Gedacht habe er im ersten Moment der Bekanntgabe gar nichts mehr – und dann: «Wie sage ich es meiner Frau?» Gattin Irma (51) sei der ruhige Gegenpol zum umtriebigen Hebi und nicht eine, die das Rampenlicht suche.

«Ich sagte es ihr beim Frühstück, das wir mit einem Jägermeister erweiterten, als sie meinte, sie mache das für mich.»

Die Freude am Amt sei dann bei beiden schnell enorm gewachsen. «Die Resonanz von allen Seiten ist unbeschreiblich, unser Pöstler musste bald eine Sonderschicht einlegen.» Besonders haben ihn die Reaktionen gefreut von Menschen, die er 20, 30 Jahre nicht mehr gesehen habe.

Beim Interview-Termin sitzen auch ihre Töchter Elena (16) und Nina (17) am Familientisch in Horw. Die beiden durften als Kinder im Vortrab der Noggeler mitlaufen und haben das Fasnachtsvirus mitbekommen – wenn auch nicht so intensiv wie der Vater. Die Töchter sind nicht in einer Guuggenmusig aktiv, gehen aber gerne an die Strassenfasnacht. Nina kann im Sommer besonders vom ehrenvollen Amt ihres Papas profitieren. Als amtierender Zunftmeister hat Lörch das Stubenrecht für den Pulverturm, dem Zunftlokal der Wey-Zunft. «Ich darf ein Jahr lang den Pulverturm frei nutzen. Nina wird volljährig, das werden wir dann wohl in einer ganz besonderen Location feiern.»

Der oberste Wey-Zünftler sprüht vor Energie und es wird schnell klar, warum sein Motto «Atemlos durch die (Fas-)Nacht» heisst. Er selbst beschreibt sich als Entertainer, lustig und humorvoll, als spontan und gesellig. Der selbstständige Informatiker ist Chef Technik und Mitglied der Geschäftsleitung der Infosoft Systems GmbH in Luzern. «Als Informatiker erfahre ich jeden Tag, wie schnell sich die Welt verändert. Von daher bin ich sehr offen für Neues.» Im Gegensatz dazu steht sein Bedürfnis, Brauchtum und Traditionen zu pflegen. Deswegen stellt sich Lörch als OK-Mitglied für das Zentralschweizer Jodelfest, das im Juni in Horw stattfindet, zur Verfügung. Auch aktiv in diesem OK ist Edgar Ming, sein Weibel. Lörch sagt:

«Wer Zunftmeister wird, darf sich seinen Weibel aussuchen. Für mich war sofort klar: Da kommt nur Edgar in Frage. Zwischen uns funktioniert es einfach blind.»

Edgar Ming und seine Frau Sarah haben dann auch als Weibelpaar traditionsgemäss den Zunftmeisterabend organisiert. «Das war wie heiraten. Du sitzt rein und wirst den ganzen Abend überrascht. Es gab sage und schreibe elf persönliche Darbietungen», blickt Lörch auf den einen Höhepunkt der Vorfasnacht zurück.

Auch die Bescherungsfahrten in Altersheime gingen Lörch ans Herz. «Die strahlenden Augen der Menschen sind ergreifend.» Im «Unterlöchli» durften wir die mit 106 Jahren älteste Bewohnerin in ihrem Zimmer besuchen. Insgesamt verteilte Lörch 320 Säck­li, die mit Wein, Saft, Schokolade, Keksen und Hygieneartikeln gefüllt waren.

Nun steht der Güdismontag an. «Ich werde jede Sekunde ­geniessen. Die Luzerner Fasnacht ist einfach einzigartig», sagt Lörch. «Die Vielfalt aus Einzelmasken, Guuggenmusigen, Kleinformationen, der Kultur-Fasnacht, Zünften und Theatern muss man einfach erleben.» Wie hält er sich fit für die Fasnacht? «Ich habe bei den Noggeler ein Pausenjahr eingelegt.» Erholung vom Alltag findet Lörch im Wellnessbereich des Fitnesscenters.

«Nach der Fasnacht muss ich da wohl wieder mehr hingehen und trainieren. Ein Altzunftmeister prophezeite mir, dass ich mindestens drei Kilo zulegen werde.»

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