Kommentar
Widersprüchlicher Entscheid des Luzerner Stadtrats zu den Weihnachtsmärkten

Dass der Luzerner Stadtrat drei Weihnachtsmarkt-Standorte ausschreiben will, ist zwar nachvollziehbar. Dennoch gibt es Fragezeichen, vor allem mit Blick auf einen anderen Entscheid letzte Woche.

Roman Hodel
Merken
Drucken
Teilen
Roman Hodel.

Roman Hodel.

Auf den ersten Blick klingt die Argumentation der Stadt Luzern schlüssig: Wer öffentlichen Grund über eine längere Zeit beansprucht, der soll sich dem Wettbewerb stellen und den Zuschlag über eine Ausschreibung erhalten. Stichwort: Gewerbefreiheit. Buvetten-Betreiber müssen dies genauso wie die Gemüsehändler am Wochenmarkt – und neu auch die Organisatoren von Weihnachtsmärkten.

Zudem, und auch das leuchtet ein, hätten die Betreiber mehr Planungssicherheit. Weil das neue Prozedere eine langjährige Nutzung ermöglicht. Wer investiert schon in einen Markt, wenn er die Bewilligung jeweils nur für drei Jahre erhält?

Fragwürdig ist allerdings, dass die Stadt erst jetzt damit kommt. So gesehen hätte sie den Standort Franziskanerplatz schon längst wieder zur Disposition stellen müssen. Offenbar scheint man unter Zugzwang geraten zu sein, insbesondere durch «Rudolfs Weihnacht». Denn die Stadt hat zwar diesen Anlass löblich unbürokratisch, weil innert Kürze, genehmigt. Doch die fehlende Ausschreibung trug ihr bereits Kritik ein, wonach sie gewisse Kreise bevorzuge. Klar will man sich diesem Verdacht unter keinen Umständen aussetzen.

Fragwürdig ist noch etwas anderes: Die Sache mit der Gewerbefreiheit, die die Stadt betont. Erst letzte Woche entschied dieselbe Stadt, dass auf öffentlichem Grund nur noch einheimische Christbäume verkauft werden dürfen. Das passt nicht zusammen.