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Widerstand auf Lindenberg wächst

Ein Naherholungsgebiet soll mit bis zu einem Dutzend Windräder «bestückt» werden. Beim neu gegründeten Verein Pro Lindenberg stehen diese Pläne im rauen Gegenwind.
Ernesto Piazza
Die geplanten Windräder auf dem Lindenberg sind umstritten. (Bild: pd)

Die geplanten Windräder auf dem Lindenberg sind umstritten. (Bild: pd)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 am 21. Mai durch das Schweizer Stimmvolk hat die Windenergie neuen Schub bekommen. Das Ja soll sich auch positiv auf den geplanten Windpark auf dem Lindenberg auswirken. Die Unternehmen AEW Energie AG, Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) und Genfer Stadtwerke (SIG) gründeten Ende Juni dafür die Windpark Lindenberg AG (wir berichteten).

Nachdem die Interessengemeinschaft gegen Windpark Lindenberg-Hitzkirch diese Investitionen bereits öffentlich anprangerte, meldet sich nun mit dem neu gegründeten Verein Pro Lindenberg ein zusätzlicher Gegner zu Wort. Der vierköpfige Vorstand wird von Heiri Knaus (Hämikerberg) präsidiert. Neben zwei weiteren Mitgliedern, die auf Luzerner Boden wohnhaft sind, stützt sich die Führung auch überkantonal ab. Dazu hat der Vorstand den Merenschwander Gemeinderat Daniel Schmid mit ins Boot geholt. Auf Aargauer Gebiet plant die Windpark Lindenberg AG ihre ersten drei Anlagen.

Verein zählt inzwischen 50 Mitglieder

Aktuell hat der Verein bereits 50 eingeschriebene Mitglieder. Die Anliegen sind vielfältig. Sie stützen sich also nicht ausschliesslich auf den geplanten Windpark ab. Trotzdem ist dieser Aspekt ein zentrales Thema. «Es kann nicht sein, dass in einem Naherholungsgebiet solche Investitionen getätigt werden», sagt Heiri Knaus. Bei den Windenergieanlagen spricht die Windpark Lindenberg AG von «6000 Tonnen schweren Kolossen». Solche Windräder in diesem Gebiet aufzustellen, sei für ihn völlig unverständlich.

Umso mehr, da der Lindenberg kein Windpotenzial habe, betont Knaus. Die entsprechende Karte des Konzepts Windenergie des Bundes vom 29. Juni 2017 bestätige diese Tatsache. Weiter sagt der Vereinspräsident von Pro Lindenberg: «Ich bin kein Gegner von alternativer Energiegewinnung. Sie muss aber sinnvoll und wertschöpfend sein. Das ist hier nicht gegeben.» Zudem wisse man nicht, welche Auswirkungen die Windkraftgiganten auf den Untergrund der Grundwasservorkommen des Lindenbergs hätten. Weiter befürchten die Gegner, Weissstörche, Rotmilanpaare oder Wanderfalken könnten ihre Heimat auf dem Lindenberg verlieren.

Lindenberg: «Wohn- und Lebensqualität erhalten»

Auf ihrer Homepage führt der Verein auch die Idylle für Wanderer mit Sehenswürdigkeiten wie den Schlössern Horben, Heidegg oder den Kapellenweg Lindenberg an. Heiri Knaus sagt: «Wir wollen den Lindenbergrücken als Ort mit Wohn- und Lebensqualität erhalten.» Deshalb ist für ihn klar: Sollte die Windpark Lindenberg AG die geplante Strategie weiterverfolgen, «werden wir uns wehren und notfalls bis vor Bundesgericht gehen».

Der Windpark hätte für die Eigenheimbesitzer auf dem Lindenberg laut Knaus auch einen massiven finanziellen Schaden. «Jedes Haus verliert 20 bis 30 Prozent an Wert», erklärt er.

Die Windpark Lindenberg AG schrieb in ihrer Medieninformation von Mitte Juni, dass sie in einer ersten Phase des Mitwirkungsprozesses die Interessengruppen in Gesprächen befragen wolle. Sie beabsichtige, so die Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem möglichen Windenergieprojekt auf dem Lindenberg zu klären. «Seit Mitte Juni werden mit diesen Gruppen persönliche Gespräche geführt, um eine erste Auslegeordnung zu erhalten», sagt Paul Hürlimann im Namen der Windpark Lindenberg AG.

«Die Bevölkerung wird im Herbst an öffentlichen Veranstaltungen über die Resultate und den weiteren Verlauf der Mitwirkung der Interessengruppen informiert.» Der Windpark Lindenberg AG sei der frühzeitige Einbezug aller Involvierten sehr wichtig, so Hürlimann weiter. Dass solche Gespräche stattfinden, bestätigt auch Knaus. Selber konnte er sich in dem Rahmen zum Projekt aber noch nicht äussern.

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