Widerstand gegen ZHB-Pläne

Der Kantonsrat zieht einen Neubau der ZHB einer Sanierung vor. Dagegen wehren sich nun die Stadtluzerner SP und die Grünen mit einem dringlichen Postulat. Die FDP will bei einem Neubau das Areal Vögeligärtli als Freiraum erhalten.

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Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Gleich zwei dringliche Postulate fordern den Luzerner Stadtrat auf, sich für das Areal rund ums Vögeligärtli einzusetzen und auf einen Neubau der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) zu verzichten (SP, Grüne) – respektive einem solchen nur zuzustimmen, wenn die städtebauliche Qualität rund ums Vögeligärtli erhalten bleibt (FDP). Stein des Anstosses: Am 12. Dezember hatte der Kantonsrat beschlossen, einen ZHB-Umbau auf Eis zu legen und stattdessen einen Investorenwettbewerb in die Wege zu leiten.

FDP will Vögeligärtli-Areal erhalten

Die architektonischen, denkmalpflegerischen und städtebaulichen Aspekte seien bei der ZHB hoch zu gewichten, schreibt Martin Merki im Namen der Stadtluzerner FDP-Fraktion in seinem dringlichen Postulat. Im Hirschmattquartier sei das Vögeligärtli ein wichtiger Freiraum mit hoher Lebensqualität. Dies müsse bei einem allfälligen Neubau erhalten bleiben.

Zudem fordert Merki vom Stadtrat, dass die ZHB in der Zone für öffentliche Zwecke verbleibt und eine allfällige Änderung der Bau- und Zonenordnung (BZO) erst nach dem Vorliegen eines Projektes ermöglicht wird.

SP und Grüne fordern Sanierung

Noch weiter gehen die SP und die Grünen in ihrem Postulat: Sie fordern, dass der Stadtrat die BZO in der geplanten Form aufrechterhalten soll und dass er sich beim Kanton für die ursprünglich geplante Sanierung der Bibliothek einsetzt.

Auch sie argumentieren mit städtebaulichen Überlegungen, welche einen Neubau beim Vögeligärtli nicht zuliessen. Ein solcher würde den schützenswerten Bau des Luzerner Architekten Otto Dreyer zerstören und den Park völlig erdrücken.

pd/bep

CVP, SVP und GLP für Neubau

In einem Postulat bezeichnen sich die Fraktionen der CVP, der SVP und der GLP die Idee eines Neubaus als interessant und sehen positive Aspekte für die Stadt Luzern, wie z. B. die optimalere Ausnutzung des Areals. Eine Umzonung des Areals soll jedoch erst mit einer projektbezogenen Zonenplanrevision ermöglicht werden. Die BZO-Revision dürfe dadurch nicht tangiert werden.

Die Fraktionen fordern vom Stadtrat, dass er den Kanton beim Projekt ZHB unterstützt und beim angekündigten Investorenwettbewerb mitarbeitet. Zudem soll nach einer Möglichkeit gesucht werden, eine Umzonung des Areals zu ermöglichen, ohne die BZO-Revision zu verzögern.

pd/bep