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Wie der Kanton Luzern online seine Besucher verfolgt

Sogenannte Tracker sind allgegenwärtig – auch der Kanton Luzern weiss haargenau, was die Nutzer auf seiner Website machen und anklicken. Dabei nutzt er die Dienste eines US-Anbieters, versichert aber: Die Daten verlassen Europa nicht.
Christian Glaus
Tracker auf Websites zeichnen auf, wofür sich User interessieren. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

Tracker auf Websites zeichnen auf, wofür sich User interessieren. (Symbolbild: Boris Bürgisser)

In ihnen steckt viel Macht. Sie registrieren jeden Klick. Wissen, was uns interessiert. Wissen, was wir bestellen. Wissen, wann wir in die Ferien verreisen. Die sogenannten Tracker sind Programme, die im Verborgenen grosse Datenmengen sammeln. Inzwischen sind Tracker allgegenwärtig. Auf rund 80 Prozent der Internet-Seiten werden sie eingesetzt – auch vom Kanton Luzern.

Tracker bieten für die Nutzer und die Betreiber von Internetseiten Vorteile. So lassen sich, beispielsweise bei Online-Shops, Inhalte gezielt nach den Interessen der Besucher anzeigen. Nachrichtenportale – wie auch luzernerzeitung.ch – nutzen sie, um zu messen welche Artikel besonders oft angeklickt werden. Dadurch lässt sich das Angebot im anonymen weltweiten Netzwerk personalisieren – etwa so, als würde man sich in einem Laden beraten lassen. Das schafft Nähe.

Doch Tracker haben auch Nachteile: Damit lassen sich genaue Profile über die Nutzer und deren Interessen erstellen. Das nutzen soziale Medien wie Facebook zu ihren Gunsten. Mit jedem «Like», jedem Kommentar und jedem geteilten Inhalt gibt man mehr über sich preis. Facebook sammelt die Informationen, nutzt sie für personalisierte Werbung und verdient damit grosses Geld.

Kanton: Informationen sollen gut auffindbar sein

Auch die Mehrheit der Kantone setzt Tracker auf ihren Websites ein. «Dienstleistungen und Informationen, die häufig nachgefragt werden, sollen möglichst einfach zugänglich sein», sagt Andreas Töns, Informationschef des Kantons Luzern. «Sie sollen gut auffindbar, leicht zu verstehen und zu bedienen sowie sinnvoll verknüpft sein.» Das betreffe über 100 Online-Dienstleistungen wie Passanträge, Baugesuche oder Steuererklärungen.

«Dem Datenschutz wird ein hoher Stellenwert eingeräumt.»

Für die Analyse des Surf-Verhaltens seiner Nutzer arbeitet der Kanton Luzern mit der US-Firma Webtrends zusammen. Die Daten würden aber durch den Kanton selbst ausgewertet, betont Töns. Die IP-Adressen, welche den Computer des Nutzers identifizieren lassen, würden vor der Speicherung anonymisiert und in Rechenzentren in der EU gespeichert. «Dem Datenschutz wird also ein hoher Stellenwert eingeräumt, die Datenhoheit liegt beim Kanton Luzern und die Daten werden von der Firma Webtrends nicht für eigene Zwecke verwendet», erklärt Töns. Dieses Vorgehen sei mit dem Datenschützer abgesprochen.

Inzwischen hat die EU ihre Datenschutzrichtlinien aktualisiert. In der Folge musste auch der Kanton Luzern seine Benutzungshinweise anpassen. Ob weitere Änderungen nötig sind, werde derzeit geprüft. Dies auch im Hinblick auf den Tracker von Webtrends. Denn der Vertrag mit der Firma läuft demnächst aus. «Für die Zeit nach dem Auslaufen der Vereinbarung mit Webtrends werden verschiedene Alternativen evaluiert, mit einem besonderen Augenmerk auf den Bestimmungen des EU-Datenschutzgesetzes», sagt Andreas Töns. Für Webtrends habe sich der Kanton entschieden, weil die Firma «das wirtschaftlich sinnvollste Angebot» gemacht habe.

Pionier erstellt keine Persönlichkeitsprofile

Anbieter von Statistik-Tools gibt es einige – hauptsächlich aus den USA. Jedenfalls habe der Kanton «eine gute Wahl getroffen», sagt Daniel Benninger, Dozent für Big-Data- und IT-Management an der Hochschule Luzern – Informatik. «Perfekt wäre, wenn er diese Datenspuren zu sich lenken würde.» Allerdings seien dafür Investitionen in Personal und Infrastruktur nötig.

Webtrends gibt es seit über 20 Jahren und es gehört damit zu den Pionieren. «Im Gegensatz zu anderen Anbietern werden bei Webtrends keine Persönlichkeitsprofile erstellt», sagt Benninger. Ein «ganz anderes Kaliber» sei Google Analytics, welches von verschiedenen anderen Kantonen verwendet wird. Google betreibt nicht nur die meistgenutzte Suchmaschine und kennt so unsere Informationsbedürfnisse. Der US-Konzern hat mit Google Plus auch ein eigenes soziales Netzwerk, betreibt die Videoplattform Youtube und ist Mitentwickler des Android-Betriebssystems für Smartphones. «Dadurch kann Google die Daten des Analytics-Trackers mit Daten aus weiteren Quellen kombinieren und so sehr umfassende Benutzerprofile erstellen», erklärt Benninger.

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