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Wie der Maskenbrunnen doch noch auf den Kornmarkt kam

Von Luzerner Stadtrat wurde er als Geschenk schnöde abgelehnt. Aber dank der Gruppe Nostradamus stand der Maskenbrunnen am Schmutzigen Donnerstag trotzdem mitten in der Altstadt. Goldig und in Originalgrösse.
Hugo Bischof

Nostradamus ist stets für eine Überraschung gut. Diesmal tauchte sie am Schmutzigen Donnerstag frühmorgens um 5 Uhr aus dem Dunkel der Nacht auf dem Kornmarkt/Rathausplatz mitten in der Luzerner Altstadt auf. In ihrem Schlepptau hatte sie ein ganz besonderes Objekt. Einen veritablen Brunnen nämlich, gekrönt von einem Turm mit Fasnachtsmasken. Obwohl nicht gerade aus Bronze gearbeitet, präsentierte er sich dennoch edel, nämlich so:

Bild: Pius Amrein (Luzern, 28.2.2019)

Bild: Pius Amrein (Luzern, 28.2.2019)

Zunächst war Nostradamus mit ihrem Auftritt allein, denn kaum 150 Meter entfernt am Kapellplatz war soeben urgewaltig die Fasnacht ausgebrochen – mit Urknall, Fötzeliräge und allem, was dazu gehört. Doch auch der Kornmarkt wurde vom Strom der Fasnächtler bald in Beschlag genommen. «Rüüdig verreckt», sagte manch einer angesichts des Nostradamus-Brunnens. Ein wunderbares Duplikat Bei vielen fiel der Groschen rasch. «Das ist doch dieser cheibe Brunnen, den ein paar Fasnächtler der Stadt schenken wollten und den der Stadtrat dann ablehnte», sagte ein Kenner zum anderen. Und jetzt stand er also doch hier. Zwar nicht der echte Brunnen, aber ein wunderbares Duplikat. Die Brunnen-Aktion war top secret. Nicht mal die Maskenliebhaber-Gesellschaft Stadt Luzern (MLG) wollte auf Anfrage davon gewusst haben. Sie war es, die zu ihrem 200-Jahr-Jubiläum der Stadt das spezielle Präsent machen wollte. Die Nostradamus haben sich auf die von Misstönen begleitete Ablehnung des Geschenks (nicht nur) einen Reim gemacht. Zum Beispiel diesen hier:

«Sone piinlichi Nummere wämmer nömm gseh! Liebe Stadtrot: Liberté, égalité, fraternité!»

Das dürfte bei den Maskenliebhabern Genugtuung ausgelöst haben. War das Ganze also doch von langer Hand geplant worden? «Honni soit qui mal y pense!»

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