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Biker in Gettnau – gekleidet wie Gentlemen gegen Krebs und Depression

Mit dem «Distinguished Gentleman’s Ride» unterstützen feine Leute auf Motorrädern die Gesundheit von Männern. Im Kanton Luzern sammeln Megi Iff und über 100 Töfffahrerinnen und Töfffahrer Spenden für die Krebsforschung.
Roger Rüegger
Megi Iff auf einem Motorrad der Marke Triumph.Bild: Pius Amrein (Gettnau, 16. September 2019)

Megi Iff auf einem Motorrad der Marke Triumph.Bild: Pius Amrein (Gettnau, 16. September 2019)

Grosse Gruppen Biker erregen Aufmerksamkeit. Das ist so und das wird am 29. September auch so sein. Dann donnert ein Korso durch den Kanton Luzern. Keine Rowdys und auch keine Sonntagsfahrer. Nein, den letzten Sonntag im September nutzen Motorradfahrer weltweit, um sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Frauen und Männer zelebrieren im feinen Zwirn den «Distinguished Gentleman’s Ride».

Dieser Ride wurde 2012 in Australien von Mark Hawwa gegründet. Der Mann liess sich von der Figur Don Draper aus der Serie Mad Men inspirieren, der im Anzug auf einem Motorrad sitzt. Die Idee war, dem negativen Klischee entgegenzuwirken, das Männern in Leder auf Motorrädern anhaftet. Gleichzeitig werden Spenden für die Forschung in den Bereichen Prostatakrebs und Depression – die Suizidrate bei Männern liegt dreimal höher als bei Frauen – gesammelt. Mit der Männergesundheitsorganisation «Movember» unterstützt der «Distinguished Gentleman’s Ride» die Gesundheit von Männern. In 110 Städten haben sich rund 75'000 Fahrer eingeschrieben.

Mitfahren nur unter der Einhaltung der Spielregeln

Seit 2015 rollt die feine Gesellschaft auch durch die Zentralschweiz, unterstützt von der Motorradmarke Triumph. Mitfahren kann jeder – unter Einhaltung der Spielregeln, wie Organisatorin Megi Iff, Geschäftsleiterin bei Iff Motorcycles in Gettnau betont:

«Es gilt ein Dresscode. Alle sollen gut gekleidet und wenn möglich auf klassischen Motorrädern erscheinen. Zudem muss man sich online anmelden.»

Dadurch habe jede registrierte Person die Möglichkeit, Supporter zu suchen, die ihre Teilnahme mit Spenden unterstützen, sagt die Frau, die seit über 20 Jahren Töff fährt und mit ihrer Bonneville T120 Black Queen teilnimmt, weiter.

Wie im letzten Jahr trifft sich der Lucerne Ride am Sonntag um 9.30 Uhr im Schloss Wyher in Ettiswil. Um 10.30 Uhr geht’s nach Sursee, wo gegen 11.30 Uhr ein Halt eingelegt wird. «Wir haben die Bewilligung, durch das Städtchen zu fahren, obwohl am Sonntag für den Verkehr gesperrt ist», sagt Megi Iff. Warum die Ausnahme für die Biker? Laut Stadtpräsident Beat Leu sind Veranstaltungen wie der Gentlemans’s Ride ein Gewinn für Sursee. «Dieser wird in vielen Städten durchgeführt. Die Tour führte bereits mehrere Male durch Sursee und kam bei den Leuten gut an. Wenn der Tross einen Stopp einlegt, ergibt sich Gelegenheit, die zum Teil top restaurierten Motorräder zu bestaunen und sich mit Fahrern zu unterhalten.» Auch «Oldtimer in Obwalden» machte schon Halt in Sursee. Leu sagt:

«Schön, dass unsere Stadt berücksichtigt wird.»

Polizei-Eskorte für Korso durch die Stadt beantragt

Die Stadt Luzern wollte der Gentleman’s Ride im 2017 ebenfalls durchqueren. Doch die Luzerner Polizei gab kein grünes Licht. Mediensprecher Urs Wigger erklärt: «Geplant war ein Korso für die Strecke Rothenburg-Schwarzenberg-Kriens, dann vom Verkehrshaus bis zum Château Gütsch. Die Organisatoren stellten ein Gesuch für eine Polizei-Eskorte sowie Sperrungen von Kreuzungen und Kreiseln. Das konnten wir nicht bewilligen.»

So bleibt der Ride auf dem Land. Von Sursee geht’s nach Rothenburg ins Ace Cafe. Dort ist Platz für die Maschinen. Inhaber Dany Kunz freut’s: «Der Gentleman’s Ride ist in unserem Eventprogramm fest verankert. Er ist einer der schönsten Anlässe. Die Motorradfahrer zeigen dabei einmal mehr viel Herz, denn die Spenden sind enorm. Dass die Zieleinfahrt im Ace stattfindet, ist der krönende Abschluss. Viele Teilnehmer sind regelmässige Besucher. Diese Motorrad-Enthusiasten im Anzug und Fliege zu sehen, ist spannend», sagt Kunz, der auf einer Brough Superior SS100 mitfährt. Wer will, kann übrigens auch am Sonntag vor Ort noch eine Barspende entrichten.

Angemeldet haben sich für den Lucerne Ride bis jetzt 102 Männer und 17 Frauen, letztes Jahr fuhren 250 Leute mit. An den zehn Schweizer Rides sind es 1337 Fahrer. Die Lust am Fahren im Anzug steht und fällt mit dem Wetter. «Die meisten melden sich kurzfristig an. Wenn es regnet, sitzen nur wenige auf ihr Motorrad», weiss Megi Iff, die am Sonntag 47 wird. «An meinem Geburtstag regnet’s nie. Es wird ein schöner Tag für alle.»

Der Fahrer mit der grössten Spende gewinnt eine Triumph. Vincent Nicolai, der am New York City Ride teilnimmt, führt mit 19'679 Dollar.

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