Interview
Wie halten Sie es mit Littau, Silvio Bonzanigo?

Nach dem Bruch mit der SVP kandidiert Silvio Bonzanigo nun als Unabhängiger auf der Liste «Chance Littau-Reussbühl» für den Luzerner Stadtrat. Im Interview erklärt er, weshalb.

Robert Knobel
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Stadtratskandidat Silvio Bonzanigo vor dem Restaurant Ochsen in Littau.

Stadtratskandidat Silvio Bonzanigo vor dem Restaurant Ochsen in Littau.

Nadia Schärli / Luzerner Zeitung

Silvio Bonzanigo (68) hat turbulente Monate hinter sich. War er bei den Wahlen vom 29. März noch für die SVP angetreten, kam es wenig später zum Bruch mit der Partei. Im Stadtparlament, in das er als SVPler gewählt wurde, wird Bonzanigo nun als Partei- und Fraktionsloser einziehen. Und auch beim 2. Wahlgang für den Stadtrat am 28. Juni kandidiert Bonzanigo auf der parteiunabhängigen Liste «Chance Littau-Reussbühl». Sie treten ohne Partei im Rücken auf der Liste «Chance Littau-Reussbühl» an.

Welchen Bezug haben Sie zum neuen Stadtteil?

Silvio Bonzanigo: Ich habe die Fusion stets unterstützt. Umso enttäuschender ist nach zehn Jahren das Ergebnis. Was würden Sie verbessern? Die S-Bahn-Haltestelle Ruopigen soll durch Stadt und Kanton vorfinanziert werden. Im Littauer Bahnhofsgebiet soll die Stadt ein überfälliges Lebensmittelangebot eines Grossverteilers fördern. Ein Business Park soll von der Stadt aktiv entwickelt und die Cheerstrasse endlich gebaut werden.

Sie wohnen aber selber nicht in Littau oder Reussbühl...

Um sich für den Regenwald einzusetzen, muss man auch nicht in Borneo wohnen.

Man hat Ihnen vorgeworfen, Sie seien für die SVP nicht «rechts» genug. Mit der CVP, der Sie einst angehörten, haben Sie das Heu auch nicht auf derselben Bühne. Wo würden Sie sich im Links- Rechts-Spektrum verorten?

Es ging bei meiner Kandidatur nie um «zu wenig rechts». Mein Engagement für die Selbstbestimmungsinitiative und die Kampagne für Franz Grüter sind Beleg genug. In der SVP-Fraktion im Stadtparlament wünschte ich mir eine prononciertere Arbeit. Deren Zustimmung zur «Verstaatlichung» des Luzerner Fests war katastrophal. Das Problem meiner Kandidatur war, dass sich die SVP von Strategie, Tempo und Tonalität meiner Kampagne überfordert zeigte.

Mit welchem Stadtratsmitglied hätten Sie die grössten Berührungspunkte?

Ich stehe für eine Politik klar rechts der Mitte. Berührungspunkte gibt es politisch ausschliesslich zu Franziska Bitzi (CVP). Sie steht als einziges bürgerliches Stadtratsmitglied für eine klar bürgerliche Politik. Martin Merki hingegen hat sich davon entfernt.