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Wie kamen die drei Löwen auf das Stiftswappen?

Geschichte Die drei schwarzen schreitenden Löwen (oder Leoparden) auf gelbem Grund bilden seit Jahrhunderten das Wappen des Chorherrenstifts St. Leodegar Luzern. Das gleiche Wappen hat auch das 1952 gegründete deutsche Bundesland Baden-Württemberg.

«Das ist nicht Zufall, sondern hat einen geschichtlichen Zusammenhang», sagt Othmar Frei, Probst (Vorsteher) des Luzerner Chorherrenstifts. Die drei Löwen waren das Wappen der Staufer, die während zweier Jahrhunderte Herzöge Schwabens waren. Sie stellten vom 12. bis zum 13. Jahrhundert auch mehrere römisch-deutsche Könige und Kaiser. Die bekanntesten sind Kaiser Friedrich I. Barbarossa (gestorben 1190) und Kaiser Friedrich II. (gestorben 1250). Weil Baden-Württemberg grosse Teile des alten Herzogtums Schwaben umfasst, wählte es nach einigem Zögern das Stauferwappen als Landeswappen.

Luzern als «Ansammlung von Hechten»

Wie aber kam das Stift St. Leodegar Luzern seinerseits zum Stauferwappen? «Das verdanken wir einer Art geschichtlicher Mythologie», erklärt Othmar Frei. Wichard, der wohlhabende zweite Gründer des Klosters Luzern um 840, war mit der alemannischen Herzogsfamilie verwandt. Auf die alemannischen Herzöge folgten auf dem gleichen Gebiet die Herzöge von Schwaben. Daraus folgerten die Luzerner Mönche gemäss Frei, «dass die alemannischen Herzöge, die zur Zeit der Gründung unseres Klosters regierten, auch schon das Stauferwappen hatten». Das sei jedoch eine irrtümliche Vermutung: «Denn die alemannischen Herzöge hatten noch gar keine Wappen. Wappen kamen generell erst gegen das Jahr 1200 auf.»

Othmar Frei erzählt ein weiteres schönes mythologisches Beispiel aus der mittelalterlichen Geschichte des Klosters. Darin geht es um die Entstehung des Namens «Luzern». In der Urkunde Kaiser Lothars von 840 wird vom Kloster «Luciaria» gesprochen (lateinisch wohl «Ansammlung von Hechten»). Der erste Beleg in deutscher Sprache stammt von 1224 und lautete «Lucerron». Auf eine schlüssige Deutung dieses Namens konnten sich Sprachforscher bis heute nicht einigen. Frei: «Die Mönche, die das deutsche Wort ‹Lucerron› wohl noch in ihrem alltäglichen Wortschatz hatten und seine Bedeutung kannten, haben das lateinische ‹Luciaria› umgedeutet in ‹Lucerna›, gleichbedeutend mit ‹Leuchte›.» Mit dieser mythologischen Deutung sympathisieren die Bewohner Luzern bis heute und nennen ihre Stadt deshalb «Leuchtenstadt». Es gibt viele andere Deutungen des Namens Luzern; viele haben mit einem Licht zu tun, das irgendwo aufleuchtet, um einfahrenden Schiffen den Weg zu weisen. (hb)

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