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Kolumne

Wie kommt bloss der Jass «Coiffeur-Schieber» zu seinem Namen?

In seiner fünften Jass-Kolumne «Gschobe» geht Jass-Experte Dani Müller zwei Begriffen auf den Grund, die jeder Jasser kennt. Nur wissen wohl viele nicht, woher diese stammen. Es geht um den «Coiffeur-Schieber» und «aus dem Schneider» sein.
Dani Müller
Dani Müller (Bild: Michel Canonica / Tagblatt)

Dani Müller (Bild: Michel Canonica / Tagblatt)

Google sei Dank – für die heutige Kolumne musste ich für einmal das Internet zu Hilfe nehmen. Oder hätten Sie etwa gewusst, weshalb die Jassart «Coiffeur-Schieber» so heisst oder woher der Begriff «aus dem Schneider sein» kommt? Ursprünglich bedeutete diese Redewendung nämlich «über dreissig Jahre alt zu sein», also nicht mehr ganz jung und damit auch von finanziellen oder anderen Sorgen und Schwierigkeiten befreit zu sein. Sie ist hergeleitet von anderen Kartenspielen wie Schafkopf oder Skat.

«Schneider» wird, wer dreissig oder weniger Punkte erreicht, also weniger als die Hälfte der zum Gewinn benötigten Summe. «Aus dem Schneider» ist, wer dank genügend Punkten ausserhalb dieses roten Bereichs liegt. Früher spottete man auch, dass ein berufstätiger Schneider nicht mehr als dreissig Lot wiege und spielte damit auf seinen unzureichenden Verdienst an. «Schneider sein» bedeutet demnach, in einer Zwangslage zu stecken oder auch leer auszugehen. Umgekehrt ist man «aus dem Schneider», wenn man aus dem roten Bereich heraus ist.

Und woher hat die Jassart «Coiffeur» eigentlich ihren Namen? Diese Schiebervariante wurde Anfang der 1970er-Jahre aus Frankreich importiert. Bei unseren westlichen Nachbarn heisst diese Jassart nämlich «quoi faire», oder auf Deutsch «was machen». Der «Coiffeur-Schieber» ist übrigens mein absoluter Lieblingsjass, bei dem sämtliche Trumpfarten jeweils nur einmal zu spielen sind und jedem Trumpf ein Multiplikator zugeteilt ist und deshalb eine vorausschauende und taktische Planung bei der jeweiligen Trumpfwahl erfordert. Jetzt bin also auch ich «aus dem Schneider» und habe wieder etwas Neues dazugelernt – Google sei Dank!

Hinweis: Dies ist die fünfte von neun Jass-Kolumnen. Die Serie erscheint im Zusammenhang mit der 12. Zentralschweizer Jassmeisterschaft unserer Zeitung.

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