Wie Marbach mit einem neuen Flowtrail die Biker locken will

Die Sportbahnen Marbachegg bauen ihr Angebot für den Sommer aus. Mit einem Bike-Trail soll nicht nur neue Kundschaft ins Entlebuch kommen, sondern auch ein altbekanntes Problem gelöst werden.

Urs-Ueli Schorno
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In Engelberg wurde diesen Sommer bereits ein Flowtrail eröffnet. Bild: Roger Grütter (15. Juli 2018)

In Engelberg wurde diesen Sommer bereits ein Flowtrail eröffnet. Bild: Roger Grütter (15. Juli 2018)

Die Sportbahnen Marbachegg bauen einen 4,6 Kilometer langen Flowtrail für Mountainbiker. Die Baubewilligungen liegen vor, die Verhandlungen mit den Landbesitzern gestalteten sich kurz. Das freut den Verwaltungsratspräsidenten der Sportbahnen Marbachegg: «Ein Grund war auch, dass die Landbesitzer die Zusammenarbeit mit den Sportbahnen bereits kennen und schätzen. Zudem sind wir sehr tourismusaffin – wir wissen, dass Marbach eine Randregion ist, in der man zueinander schauen soll», sagt Martin Knüsel, der auch Vorsitzender der Trägerschaft «Bike-Flowtrail Marbachegg» ist.

Das Projekt soll rund 500000 Franken kosten. Neben Planung, Bau und Marketing des Trails müssen auch die Gondeln mit Vorrichtungen zum Bike-Transport ausgestattet werden. Etwa die Hälfte stemmen die Sportbahnen gemeinsam mit der Gemeinde, die 75000 Franken beisteuert, sowie Bund und Kanton, die im Rahmen der Neuen Regionalpolitik Beiträge über jeweils 84000 Franken gesprochen haben. Der Restbetrag soll mit Crowd-Funding und Sponsoring gedeckt werden. Gebaut wird die Strecke, die sich von Kindern ab 10 Jahren bis zu fortgeschrittenen Bikern richtet, von der Berner Oberländer Firma Flying Metal.

Die Biker sollen «kanalisiert» werden

Knüsel nennt noch einen weiteren, wesentlichen Punkt, der zum guten Gelingen der bisherigen Verhandlungen beigetragen hat: Die künstlich angelegte Strecke, die über Kurven und Hindernisse in verschiedenen Schwierigkeitsstufen führt, soll die Sportler weg von illegalen Wald- und Wiesenwegen locken. «Kanalisieren» nennt das der Tourismusfachmann. Das ist auch der Job von Thomy Vetterli, der seit diesem Sommer für «Mountainbike Zentralschweiz» verantwortlich ist: «Heute gibt es in den Wäldern ein riesiges illegales Netz von Bike-Wegen – damit sind nicht unbedingt Routen auf Wanderwegen gemeint, sondern solche, die über private Grundstücke führen.» Mit Verboten sei diesem Missstand nicht beizukommen. Vetterli soll nach dem Vorbild des Bündnerlandes Bike-Angebote in der Zentralschweiz koordinieren und gemeinsam vermarkten. Es gehe dabei nicht nur darum, mehr Projekte zu realisieren, sondern auch, auf bestehende Wander- und Forstwegen aufzubauen und Alternativen anzubieten. «Wichtig ist, dass die Alternative attraktiv ist», weiss Vetterli. Es genüge kaum, einen einfachen Kiesweg bereitzustellen.

«Wo ein Wille ist, da kann es schnell gehen»

Die grösste Herausforderung ist für Vetterli dabei, die Strategie mit den Ämtern der fünf Kantone umzusetzen. «Es gibt zudem grosse Unterschiede in den Gemeinden.» In Neudorf beispielsweise verhandelt der Kanton schon länger. Dass es in Marbach innerhalb von zwei Jahren geklappt hat, freut Vetterli. «Wo ein Wille da ist, da kann es schnell gehen.»

In Marbach will man für die Vermarktung des Trails künftig mit Vetterli zusammenarbeiten. «Dass wir die Angebote vernetzen können, ist im Interesse aller», so Martin Knüsel. Bevor er an weitere Angebote denkt, etwa eine Bike-Mietstation, will er sich auf den Bau der Strecke konzentrieren. Käufern der Ski-Saisonkarte von Marbach-Sörenberg wird diese schmackhaft gemacht, indem sie im Sommer, wenn der Trail fertig gestellt sein soll, mit ihrem Billett das Angebot gratis nutzen können. Für alle anderen wird die Tageskarte mit Transport 39 Franken kosten (Erwachsene), für Kinder 22 Franken. Einzelfahrten sind günstiger.