Wie weiter beim Bahnhof Sursee? FDP will Volk stärker einbinden

Die FDP will alle Gebiete rund um den Surseer Bahnhof unter Bebauungsplanpflicht stellen. Damit soll die Bevölkerung mehr Mitsprache bei der Entwicklung erhalten. Die Stadt reagiert skeptisch.

Dominik Weingartner
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Der Bahnhof Sursee

Der Bahnhof Sursee

Bild: Pius Amrein (6. November 2018)

Nach dem Nein zum Bebauungsplan Therma-Areal von Ende Juni stellt sich Sursee die Frage: Wie weiter bei der Entwicklung des Bahnhofs? Diese Frage erhält spätestens ab nächster Woche neue Aktualität, wenn drei neue Stadträte ihr Amt antreten.

Die FDP ist nun vorgeprescht und verlangt in einem Antrag an den Stadtrat, alle Gebiete rund um den Bahnhof einer Bebauungsplanpflicht zu unterstellen. Bislang gilt das nur für drei Gebiete: die bereits realisierte Überbauung «Leopold» sowie die Zonen «Möbel Ulrich» und «Therma-Areal». Die FDP begründet ihre Forderung damit, dass die Stadt so die Möglichkeit habe, «aktiv übergeordnete öffentliche Interessen und Bedürfnisse in die Planung miteinzubringen», wie es im Schreiben an den Stadtrat heisst. Die Bevölkerung habe dann die Möglichkeit, an der Gemeindeversammlung über entsprechende Bebauungspläne zu entscheiden. «Ebenfalls darf davon ausgegangen werden, dass durch die verlangten qualifizierten Verfahren parzellenübergreifende Gesamtlösungen möglich werden, welche allen Bedürfnissen entsprechen.»

Konkret geht es um die Entwicklung der Gebiete um den Bahnhof, als auch um eine etwaige Erweiterung des Bahnhofs selber. Diese wird spätestens zum Thema, wenn in Luzern der Durchgangsbahnhof gebaut wird. Dann könnte in Sursee ein viertes Gleis verlegt werden.

Zweigeteiltes Gebiet

Dass die Entwicklung von Bahnhof und Umgebung Hand in Hand gehen soll, war im Abstimmungskampf eine zentrale Forderung der IG Entwicklung Bahnhof Sursee, die den Bebauungsplan Therma-Areal bekämpft hat.

Die FDP hingegen hat sich mehrheitlich für ein Ja eingesetzt. Dennoch sagt Parteipräsident Hans Bachmann: «Wir haben die Ängste und Sorgen der Gegner hautnah miterlebt, auch wenn diese beim Bebauungsplan Therma-Areal eigentlich unbegründet waren.» Doch man müsse die Bevölkerung bei der Entwicklung des Gebietes rund um den Bahnhof mitnehmen, sagt er.

Bachmann bemängelt, dass der Stadtrat, abgesehen von den drei bebauungsplanpflichtigen Zonen, alleine über Bauprojekte von Bahnhof-Anstössern entscheiden kann. «Es besteht die Gefahr, dass Tatsachen geschaffen werden, welche die weitere Entwicklung des Gebiets beeinträchtigen könnten», sagt er.

Damit meint Bachmann auch die Einfamilienhäuser direkt am Bahnhof auf der Seite Richtung Campus. «Heute ist das Bahnhofsgebiet zweigeteilt. Auf der einen Seite der Gleise ist Stadt und auf der anderen Seite ein Einfamilienhaus-Quartier.» Längerfristig solle man diese Entwicklung überdenken, so Bachmann.

Der Stadtrat hat über Stadtschreiber Bruno Peter bereits auf den FDP-Vorschlag reagiert. Dieser weist darauf hin, dass Ortsplanung erst vor eineinhalb Jahren revidiert worden sei. Die «Planungsbeständigkeit» würde leiden, wenn nun eine solche Planungszone geschaffen würde, sagte Peter der «Surseer Woche». Hans Bachmann hingegen weist darauf hin, dass Teile der Revision noch nicht in Kraft seien und die Stadt sowieso über die Bücher gehen müsse. «Bei dieser Gelegenheit könnte man eine solche Zone schaffen.»

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