Wie weiter ohne die Salle Modulable?

Auf den neuen Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss warten nach dem Aus für die Salle Modulable gewichtige kulturpolitische Entscheidungen. Bei den in den letzten Jahren stark reformierten Volksschulen will Wyss hingegen ein geringeres Tempo anschlagen.

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Regierungsrat Reto Wyss beim Eingang des Bildungs- und Kulturdepartementes in Luzern. (Bild: M. Christen/Neue LZ)

Regierungsrat Reto Wyss beim Eingang des Bildungs- und Kulturdepartementes in Luzern. (Bild: M. Christen/Neue LZ)

Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss, der das Amt am Anfang Juli von Anton Schwingruber übernommen hatte, erläuterte zum Schulanfang gegenüber den Medien die wichtigsten anstehenden Aufgaben und Neuerungen. So stehen insbesondere in der  Kulturpolitik für die nächsten Jahre grössere Brocken an. Nach dem Scheitern der Salle Modulable wird nun eine Auslegeordnung vorgenommen.

Vertieft abgeklärt werden die Bedürfnisse des Luzerner Theaters, welches ein grösseres Haus wünscht. Zudem wird ein Planungsbericht zur Kulturförderung erstellt. Dabei sollen auch die Anliegen der kleinen Kulturhäuser auf dem Land miteinbezogen werden. In den Regionen sollen deshalb Kulturlandsgemeinden stattfinden.

Ein weiteres Ziel des Kantons Luzern ist es, den Interkantonalen Kulturlastenausgleich auf die Periode 2013 bis 2015 genauer zu justieren. Dem Kulturlastenausgleich gehören neben Luzern auch Zürich, Uri, Schwyz und Zug an, Ob- und Nidwalden zahlen auf freiwilliger Basis. Die Daten, auf Grund derer die einzelnen Zahlungen berechnet werden, sollen deshalb exakter erhoben werden.

Bildungspolitik: Das Klima bleibt aufgeheizt

Der Bildungsdirektor machte bei seinen Ausführungen auch klar, dass das oft kritisierte Reformtempo bei den Volksschulen in den nächsten Jahren geringer sein wird als in der Vergangenheit. Wyss erwartet aber keine starke Abkühlung des seit dem Abstimmungskampf um das Schulkonkordat Harmos aufgeheizten bildungspolitischen Klimas. Beispielhaft dafür war jüngst eine Kampagne wegen des Sexualkundeunterrichts. Es sei nie vorgesehen gewesen, dass dieser Unterricht das Elternhaus konkurrenzieren solle, sagte Wyss. Vielmehr sei er als Ergänzung gedacht.

In der Volksschule ist nun die Wochenstundentafel 2006 (Englischunterricht) fertig eingeführt. Bis 2014 ist die integrative Förderung umzusetzen. Mittlerweilen haben alle grösseren Gemeinden auf diese umgestellt.

Beim Lehrermangel zeichnet sich gemäss Wyss bei der Primar- und Sekundarschule eine Entspannung ab, nicht aber in der Heilpädagogik. Wyss legt aber Wert auf die Feststellung, dass die Lehrerinnen und Lehrer, die über keine entsprechende Ausbildung verfügten, diese in der Regel berufsbegleitend nachholen würden.

Auf der Stufe Hochschulen wird es darum gehen, die Marschrichtung für die Universität festzulegen und zu bestimmen, wie stark diese noch wachsen soll. Nachdem sich Luzern bei der Pädagogischen Hochschule für einen Alleingang entschieden hat, gilt es, für diese die juristischen Grundlagen zu schaffen.

sda/zim